Copenhagen Consensus

Der Copenhagen Consensus ist ein dänisches Projekt das versucht, Prioritäten für eine bessere globale Wohlfahrt herzustellen, und zwar auf der Wohlfahrtsökonomie. Die Idee hierzu kam von Bjørn Lomborg und anderen Mitgliedern des Institute for Environmental Assessment, einer Stiftung der dänischen Regierung und mitfinanziert von The Economist.

Alle Teilnehmer sind Ökonomen, welche die Betonung auf eine Prioritätenliste legen, die auf einer rationalen Basis fußt – nämlich der ökonomischen Analyse. Trotz der Milliarden, die von der UNO, den Regierungen der reichen Staaten, Stiftungen, Wohltätigkeitsverbänden und Nicht-Regierungs-Organisationen für globale Herausforderungen ausgegeben werden, reicht das Geld, das für Probleme wie Unterernährung oder den Klimawandel verwendet wird, nicht aus. Die Weltbank schätzt, dass die Millenniumsziele der UNO im Jahr zusätzlich 40-70 Milliarden US$ neben den bereits ausgegebenen jährlichen 57 Milliarden US$ kosten würden.

Der Schwerpunkt liegt deshalb auf dem ökonomischen Ansatz, weil einerseits erkannt wurde, dass die Mittel, die für die globalen Herausforderungen ausgegeben werden, nicht ausreichen, und andererseits davon ausgegangen wird, dass die Medienaufmerksamkeit und die öffentliche Meinung sich auf Dinge konzentriert, die manchmal willkürlich und sentimental sind.

Inhaltsverzeichnis

Experten

Der Prozess, wie er verfolgt wurde, basiert in starkem Maße auf der Expertise von Ökonomen mit großer Reputation, so etwa drei Nobelpreisträgern. Die Teilnehmer waren: (Nobelpreisträger gekennzeichnet)

Gebiete

Die Experten begannen mit zehn Herausforderungen und verschiedenen Lösungsmöglichkeiten für jede.

Sie kamen zu dem Schluss, wobei sie eine Einteilung trafen in: Sehr gut; Gut, Fair und Mangelhaft.

Sehr gut Höchste Priorität hat nach dieser Ansicht die Bekämpfung von HIV und AIDS. Sie schätzen, dass eine Investition von 27 Milliarden US$ bis 2010 nahezu 30 Millionen Infizierungsfälle verhindern könnte. Politiken, um die Unterernährung und den Hunger zu bekämpfen, wurden als zweitwichtig angesehen. Mittel sind hier Nahrungsergänzungsmittel, besonders gegen Eisenmangel durch einseitige Ernährung. Dies hat eine außerordentlich hohe Kosten-Nutzenrationalität. Die Ausgaben wurden auf 12 Milliarden US$ geschätzt. Der dritte Punkt umfasst Handelsliberalisierungen. Anders als bei vorgenannten Angelegenheiten sind zwar keine Leben in Gefahr, aber die Experten stimmten überein, dass hier mit geringen Kosten sehr großer Nutzen so wohl für die Welt als ganzes als auch für die Entwicklungsländer gezogen werden kann. Der Vierte Punkt betrifft die Malaria. 13 US$ würden sehr großen Nutzen für die Kosten bedeuten, besonders wenn sie für die chemische Moskito-Bekämpfung ausgegeben würden.

Gut Punkt fünf ist einer stärkeren Investition in neue Agrartechnologien speziell für Entwicklungsländer gewidmet. Drei Vorschläge zur Verbesserung von Sanitären Einrichtungen und der Wasserqualität für eine Milliarde der Ärmsten folgt in der Liste. (gesetzt auf die Plätze 6 bis 8: einfache Wassertechnologie für Haushalte, gemeinschaftlich organisierte Wasserversorgung und Abwasserentsorgung und Forschung für eine größere Rentabilität des Wassers in der Nahrungsmittelerzeugung). Abschließend befasste sich das Projekt mit Regierungen – Kostensenkung durch die Gründung neuer Geschäfte.

Fair Nummer 10 war ein Migrationsprojekt dessen Ziel die Lockerung von Einwanderungsbarrieren für Facharbeiter ist. 11 und 12 waren Unterernährungsprojekte – Verbesserung der Säuglings- und Kinderernährung und die Reduzierung des verbreiteten niedrigen Geburtsgewichts. Nummer 12 war die Erhöhung der Grundversorgung mit medizinischen Gütern oder der Kampf gegen Krankheiten.

Mangelhaft Die Punkte 14-17 umfassten Migrationsprojekte (Gastarbeiterprogramme für Nicht-Facharbeiter), was als Hindernis für Integration angesehen wurde, und Klimawandelsprojekte (Kohlendioxidsteuer und das Kioto-Protokoll), was das Forum als wenig kosteneffizient für den erwarteten Nutzen ansieht.

Kritik

Der Copenhagen Consensus wurde stark kritisiert. Einige Kritiker, unter ihnen auch Wirtschaftswissenschaftler wie Jeffery Sachs, hinterfragten die Nutzbarkeit einer Kosten-Nutzenrechnung auch bei hochkomplexem und wissenschaftlich unsicheren Terrain, die Verwendung von bestimmten Diskontsätzen um jetzige und zukünftige Werte zu schaffen, sowie ihre Vermutungen bezüglich der Verfügbarkeit von Hilfsmitteln.

Weiterhin wurde kritisiert, dass die Diskussionsteilnehmer ausschließlich professionelle Ökonomen waren. Auch die Verbindung des Projekts mit Bjørn Lomborg, der kontroverse Positionen in Umweltfragen einnimmt, provozierte Skepsis. Auch die anderen Ökonomen, von Lomborg ausgewählt, standen in dem Verdacht, zu stark den Ideen des Freien Marktes verpflichtet zu sein und damit wenig Sympathie für einen Staatsinterventionalismus in Umweltfragen zu haben. Deshalb organisierte der Consensus parallel ein Forum von Nicht-Experten, das eine eigene Liste von Empfehlungen ausarbeitete (diese entsprachen im Wesentlichen denen der Experten).

Die tatsächlichen Vorschläge provozierten allerdings weniger Widerspruch, da ihre Prioritäten Nummer 1 und 2 (AIDS und Unterernährung) allgemein als höchst wichtig angesehen werden. Kritisiert wurde jedoch der Vorschlag zu den Handelsliberalisierungen in Punkt 3 (viele Globalisierungskritiker würden sie als besonders schädlich zurückweisen) und die niedrige Platzierung der Empfehlung zum Klimawandel.

Siehe auch

Literatur

Weblinks

See also: Copenhagen Consensus, AIDS, Bevölkerung, Bildung, Douglass North, Expertise, Freier Markt, Globalisierungskritiker, HIV, Jagdish Bhagwati