Cremlingen

Wappen Karte
140px| 140px|Karte Cremlingen in Deutschland
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Wolfenbüttel
Höhe: 80-310 m ü. NN
Fläche: 59,30 km²
Einwohner: 12.754
Bevölkerungsdichte: 215 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 38162
Telefonvorwahl: 05306
Kfz-Kennzeichen: WF
Gemeindeschlüssel: 03 1 58 006
Offizielle Website: www.cremlingen.de
E-Mail-Adresse: info@cremlingen.de
Politik
Bürgermeister: Günter Eichenlaub (CDU)

Cremlingen ist eine Gemeinde im Landkreis Wolfenbüttel (Niedersachsen), östlich von Braunschweig. Cremlingen ist Standort des Mittelwellensenders Braunschweig des Deutschlandfunks, der auch gelegentlich als Sender Königslutter bezeichnet wird.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Das Gemeindegebiet liegt im Übergang zwischen norddeutscher Tiefebene ins mitteldeutsche Bergland.

Wappen

Das Wappen der Gemeinde Cremlingen zeigt den Braunschweiger Löwen über einem Ammoniten aus dem Kalksandsteingebirge Elm.

Gemeindegliederung

Die Gemeinde Cremlingen besteht aus den Ortsteilen

Geschichte

Vom Ostrand des Oberzentrums Braunschweig erstreckt sich die rund 60 Ouadratkilometer große Gemeinde bis in den nordwestlichen Elm. Der Ort ist aus zwei Gemeinden zusammengewachsen, der Dorfgemeinde mit 65 Häusern und der Gutsgemeinde mit 7 Häusern. Die Endung ~ingen zeigt an, dass der Name bis etwa 500 entstanden ist. Die Siedlungsgeschichte ist allerdings weit älter, wie ein Urnengräberfeld am Ehlerberge, südwestlich des Ortes, belegt. Im Jahre 1302 wird Cremlingen als "Cremlinge" überliefert, während es im 14. Jahrhundert urkundlich als "Cremninge" vorkommt.

Vorteilhaft für ihre Entwicklung war die Lage an der alten Handelsstraße, die im Mittelalter von Köln über Braunschweig nach Magdeburg führte. Hier wurde hauptsächlich mit Getreide gehandelt, welches auch auf den Äckern Cremlingens angebaut wurde. Von der hiesigen Getreidewirtschaft profitierten besonders die Herren von Veltheim und das Kloster Riddagshausen, das 1308 zwei zehntfrei Hufen und eine Wort (Hof) erhielt. Dazu kam später Land derer von Veltheim, herzogliche Lehen. Land wurde auch vom Halberstädter Bischof als Lehen übertragen worden, auf dessen Diözesangebiet Cremlingen lag.

Pfarrkirche

Die Pfarrkirche, deren Patrozinium unbekannt ist, wurde vom Archidiakon des Bannes Lucklum verwaltet. Ein Pfarrgeistlicher wird 1302 mit Lubertus quon-dam plebanus urkundlich greifbar. Der Turm mit Satteldach und achtseitiger Laterne und das Kirchenschiff zeigen spätromanische Spuren, während der Chor romanisch ist.

Die Thermalquelle

Kurz nach der Jahrhundertwende stieß die Mitteldeutsche Erdölbohrgemeinschaft in 410 Meter Tiefe auf eine Thermalquelle mit 34° warmem Wasser. Die Heilkraft wurde in der Presse ausgiebig diskutiert und es kam der Traum von einem Heilbad auf. In den dreißiger Jahren versuchte der Cremlinger Arzt Ernst Matheis den Badebetrieb zu organisieren - Pläne, die der Zweite Weltkrieg durchkreuzte. 1973 wurde das Gelände dem (jetzt aufgelösten) angrenzenden Truppenübungsplatz zugeschlagen. Vergeblich versuchte man, die Quelle mit Sand abzudichten: Noch heute sprudeln stündlich etwa 7600 Liter ungenutzt in die Landschaft. Inzwischen hat die Naturschutzbehörde das Gebiet zum schützenswerten Biotop erklärt. Massive Einschnitte in die Landschaft ergaben sich mit dem Bau der "Weddeler Schleife", der Autobahn A 39 und der Umgebungsstraße.

Fossilienfunde

Bereits der Ammonit im Wappen weist auf fossilienhaltige Gesteine in der Umgebung Cremlingens hin. Als im Zuge eines Autobahn-Neubaus Erdarbeiten stattfanden, entdeckte ein Sammler im Mai 2005 ein großes prähistorisches Skelett aus dem Mesozoikum, das sich als gut erhaltener Ichthyosaurus (Fischsaurier) herausstellte.

Mittelwellensender der Deutschen Telekom AG

In der Nähe von Cremlingen-Abbenrode betreibt die Deutsche Telekom seit 1962 eine große Sendeanlage für Mittelwelle, mit drei gegen Erde isolierten selbststrahlenden Sendemasten, die 188 Meter, 137 Meter und 99 Meter hoch sind. 1962 ging zuerst ein 100 Kilowatt Sender auf der Frequenz 756kHz in Betrieb, der als Sendeantenne den 137 Meter hohen Sendemasten benutzte. 1963 wurde dessen Sendeleistung auf 200 Kilowatt erhöht. 1964/65 wurde eine zweite Antennenanlage, die aus zwei Sendemasten besteht, errichtet. Einer dieser Sendemasten ist ein 240 Meter hoher Stahlrohrmast, die zur Abstrahlung des Deutschlandfunk-Programms auf der Frequenz 548kHz mit einer Leistung von 400 Kilowatt (ab 1. Oktober 1967 800 Kilowatt) diente. Der zweite Mast ist ein abgespannter Stahlfachwerkmast, der zusammen mit dem 240 Meter hohen Sendemast während der Nachtstunden eine Richtantenne mit einem Strahlungsminimum in südöstlicher Richtung bildete, um Störungen von anderen auf der gleichen Frequenz betriebenen Sendern zu vermeiden. Durch die Auflagen des Genfer Wellenplans 1974/75 mußte der Sendebetrieb auf der Frequenz 548 kHz eingestellt werden, im Gegenzug hierzu konnte die Sendeleistung auf der anderen Frequenz, deren Wert durch das neue Kanalraster von 755 kHz auf 756 kHz abgeändert werden mußte, tagsüber auf 800 Kilowatt erhöht werden. In den Nachtstunden allerdings mußte die Leistung auf 200 Kilowatt gesenkt werden und eine Ausblendung in südöstlicher Richtung durchgeführt werden, um Gleichkanalstörungen mit einem rumänischen Sender zu vermeiden. Hierfür wurden 1978 die Höhen der 1964/65 errichteten Antennenträger reduziert und zwar die des 240 Meter hohe Rohrmast auf eine Höhe von 188 Metern und die des Reflektormastes auf 99 Metern. Der 1962 errichtete 137 Meter Mast blieb unverändert und diente von nun an bis 2001 nur noch als Reserveantenne. Bis Mitte der 90er Jahre wurde tagsüber mit 800 Kilowatt und nachts mit 200 Kilowatt Leistung gesendet. Seit Mitte der 90er Jahre wird rund um die Uhr mit einer Leistung von 200 Kilowatt gesendet, wobei nach wie vor in den Nachtstunden eine Ausblendung in südöstlicher Richtung erfolgen muß. Von 2001 bis 2003 wurde über den 137 Meter hohen Reservesendemast das Programm von Megaradio auf der Frequenz 630 kHz gesendet. Seit dem 4. April 2003 dient dieser Mast nur noch als Reserveantenne.

Kultur

Mehr als 500 Mitglieder der Gemeinde Cremlingen nehmen an einem CD-Projekt namens "Wie klingt Cremlingen?" teil. In mehreren Dörfern der Gemeinde gibt es neben den traditionellen Chören mehrere Chöre, die sich moderner Musik verschrieben haben.

Weblinks

See also: Cremlingen, 1302, 1308, 14. Jahrhundert, 1973, 500, A 39, Abbenrode