Cross Luminance
Der aus dem Englischen stammende Begriff Cross Luminance beschreibt feine, sich bewegende, in der Originalszene nicht vorhandene Strukturen in einem Farbfernsehbild. Diese treten in stark farbigen Flächen auf und insbesondere an senkrechten Farbkanten, wo zwei stark farbige Flächen, aber mit entgegengesetzten Farbtönen, aneinandergrenzen -- wenn etwa ein rot gekleideter Boxer in einem blauen Boxring gezeigt wird, treten die Effekte recht deutlich an den Rändern seiner Kleidung auf.
Ursache für Cross Luminance ist, dass im Empfänger Teile des Farbträgersignal (Color) als Helligkeitssignal (Luminance) fehlinterpretiert werden. Den umgekehrten Fall nennt man Cross Color.
Der Effekt ist bei PAL deutlich stärker als bei NTSC ausgeprägt, da die Strukturen durch das Verschieben der Farbträgerphase von nur 90° pro Zeile deutlich größer sind und das Signal sich somit erst nach 4 Halbbild-Zeilen = 8 Vollbild-Zeilen = 1/72 der Bildhöhe wiederholt. Bei NTSC sind es 180°, somit ergibt sich eine Wiederholung schon nach 2 Halbbild-Zeilen = 4 Vollbild-Zeilen = 1/121.5 der Bildhöhe.
Cross Luminance lässt sich heutzutage mit Kammfiltern (Comb) deutlich mindern, insbesondere die neueren Digitalen Kammfilter sind in dieser hinsicht recht erfolgreich.
2D-Kammfilter
- Berücksichtigt nur das jeweils aktuelle Bild
- Keine Störungen, wenn darüber und darunterliegende Zeilen ähnlich sind
- verbleibende Störungen an horizontalen Kanten
3D-Kammfilter
- Berücksichtigt das aktuelle und ein oder zwei vorige Bilder
- zusätzlich werden Störungen an horizontalen Kanten in statischen Bilderausschnitten vermindert
Einfache Implementierungen können aber zu Artefakten, z. B. Perlenschnüren führen.
