Organisation des Vertrags über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen
Die CTBTO (engl.: Comprehensive Nuclear-Test-Ban Treaty Organization) ist eine noch nicht aktive internationale Organisation, die mit In-Kraft-Treten des Kernwaffenteststopp-Vertrages aktiv wird. Sie hat den Status einer autonomen Sonderorganisation der Vereinten Nationen und soll die Einhaltung des Vertrages überwachen.
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Organisation
Bis zum Inkrafttreten des Vertrages ist die Preparatory Commission (PrepCom)Vorbereitungsausschuss mit Sitz in Wien, Österreich seit 1997 damit beauftragt, ein weltweites Kontrollnetz aufzubauen. Dazu betreibt die Preparatory Commission zwei Arbeitsgruppen die Grundsatzangelegenheiten klären:
- Arbeitsgruppe A für den jährlichen Finanzhaushalt, Mitarbeiterfragen, Rechtsangelegenheiten.
- Arbeitsgruppe B für die Verifikation des internationale Überwachungssystems (IMS) International Monitoring System, dem International Data Centre (IDC) Internationales Daten Zentrum und dem Inspektionshandbuch.
Des weiteren gründete die CTBTO das Provisional Technical Secretariat (PTS) (provisorische technische Sekretariat) welches die Vorläuferorganisation für ein technisches Sekretariat darstellt, bis der Vertrag komplett in Kraft tritt.
Aufgaben
Überwachung
Das internationale Überwachungssystem IMS (International Monitoring System) soll aus folgenden vier weltweiten Messnetzen bestehen:
- 50 primäre und 120 sekundäre seismologische Messstationen, deren Technologie im Stande ist, nukleare Explosionen von Erdbeben oder anderen Erschütterungen zu unterscheiden.
- Derzeit 11 Stationen zur Hydroakustiküberwachung, welche die Ozeane mit speziellen Sensoren nach Schallwellen abhören.
- Über ein Netzwerk von 60 Infraschallstationen werden mittels hochempfindlicher Barometer für das menschliche Ohr unhörbare Geräusche im tiefsten Schallwellen-Bereich in der Luft gemessen. Jede Station soll mit mindestens vier Barometern ausgestattet sein, die auf einem Gebiet mit einem Durchmesser von ca. 2,5 Kilometern verteilt sind. Jeder einzelne Barometer registriert noch Druckunterschiede von nur einem Milliardstel des normalen Atmosphärendrucks. Durch die räumliche Verteilung dieser extrem empfindlichen Barometer können selbst schwächste Signale noch erfasst werden. Schallwellen, entstanden beim durchstoßen der Schallmauer von Überschallflugzeugen können somit auch eindeutig von Atombombenversuchen unterschieden werden.
- 80 Stationen mit Radionukliddetektoren sollen spezielle, nur bei Atombombenexplosionen freigesetzte radioaktive Partikel und international 40 Stationen sollen täglich Edelgase in ihrem besonderen Mischungsverhältnis erfassen.
Alle nationalen Daten werden in Wien zentral zusammengeführt, gespeichert und ausgewertet. Bis 2004 waren bereits die Hälfte aller Messstationen fertig installiert. Mit der Einrichtung und Wartung der Anlagen in Deutschland ist die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in Hannover beauftragt.
Kontrolle vor Ort
Das provisorische technische Sekretariat bereitet sich, im Auftrag der CTBTO, auch auf mögliche Untersuchungen, sogenannten OnSite Inspections vor Ort vor. Das wenn der Vertrag in Kraft tritt, ein Verdacht anderer Vertragsstaaten oder des Messsystems vor Ort überprüft werden kann. Dazu richtet das PTS verschieden Systeme ein um innerhalb kurzer Zeit vor Ort nach vertraglichen Vereinbarungen, nach den Spuren von Atomwaffentests zu suchen.
Allerdings hat selbst nach Inkrafttreten des Vertrags die Organisation keine Befugnis, irgendwelchen Regierungen Vorschriften zu machen. Sie kann lediglich den Staaten, die den Vertrag unterzeichnet haben, ihre Messergebnisse zur Verfügung stellen.
Siehe auch: Portal Vereinte Nationen
