Dachgaube
thumb|350px|Bezeichnungen am Dach Eine Dachgaube, kurz Gaube, vereinzelt auch Dachgaupe bzw. Gaupe ist ein Dachaufbau im geneigten Dach eines Gebäudes. Die Dachgaube dient zur Belichtung und Belüftung der Dachräume. Zu diesem Zweck befinden sich in den Gauben von Wohngebäuden im allgemeinen Fenster. Gleichzeitig vergrößert eine Gaube den nutzbaren Raum im Dachgeschoss.
Die Stirnseite der Dachgaube kann in der Flucht (der Verlängerung) der darunter liegenden Außenwand liegen, ist jedoch meist von der Dachtraufe des Hauptdaches in Richtung dessen Dachfirstes zurückgesetzt.
Während in historischen Dachgauben nur die parallel zu First und Dachtraufe liegende Stirnseite verglast war, werden heute vereinzelt auch die seitlichen Flächen der Gaube, die beiden (in der Regel senkrechten) Gaubenwangen verglast.
Formen von Dachgauben
| Dachgauben | |
| Fledermausgaube | Schleppgaube (gerade) |
| Fledermausgaube | gerade Schleppgaube |
| Schleppgaube (schräg) | Schleppgaube (liegend) |
| schräge Schleppgaube | liegende Schleppgaube |
| Giebelgaube | Walmgaube |
| Giebelgaube | Walmgaube |
| Zwerchgiebel | Dachreiter |
| Spitzgaube auch Dreiecksgaube | Dachreiter |
Dachgauben besitzen im allgemeinen ein Gaubendach und einen Giebel, angelehnt an die Form des Hauptdaches, also zum Beispiel ein Satteldach oder ein Walmdach mit einem Dachfirst und zwei waagrechten, seitlichen Dachtraufen. Man spricht dann auch von Sattel(dach)gauben oder Walm(dach)gauben. Wenn die Giebelwand der Gaube oberhalb des Satteldaches der Gaube endet redet man auch von Giebelgauben. Diese häufigsten Gaubentypen besitzen immer 2 Gaubenwangen in der Form von rechtwinkligen Dreiecken.
In neuerer Zeit werden auch vermehrt Dachgauben mit einem Flachdach gebaut, genau gemommen handelt es sich meist um ein sehr flach nach „hinten“ geneigtes Dach, oft mit einer Metalleindeckung, welches nach hinten - also zur Hauptdachfläche hin - über eine Kehle entwässert wird.
Daneben existieren jedoch auch zahlreiche Sonderformen:
- Schleppgaube: Die Stirnseite ist ein Rechteck, Die Dachfläche ist ein Pultdach mit einer geringeren Neigung als das Hauptdach, Die Gaubenwangen sind Dreiecke, in denen es keinen rechten (90 °) Winkel gibt. Schleppgauben sind die älteste Form der Dachgaube. Ursprünglich als horizontale Belüftungsschlitze angelegt um im Dachraum Güter zu trocknen entwickelten sich alle späteren Gaubenformen aus der Schleppgaube.
- Fledermausgaube (vereinzelt auch als Froschmaulgaube oder Ochsenauge bezeichnet): Die Oberkante der Stirnseite bildet eine geschwungene Form, ähnlich einer Sinus-Kurve, es gibt keine Gaubenwangen.
- Spitzgaube (auch Dreiecksgaube): Die Stirnseite ist ein Dreieck, Die Dachfläche ist ein Satteldach, es gibt keine Gaubenwangen.
- Rundgaube: Die Stirnseite ist oben halbrund begrenzt, Die Dachfläche ist ein Tonnendach, es gibt nicht in jedem Fall Gaubenwangen.
Zwerchdach, Zwerchhaus und Zwerchgiebel
Zwerch sprachliche Einordnung süddt. -zwerch = quer, ahd. twerh = quer; schräg, kreuzend süddt. über-zwerch = überquer zu etwas, durcheinander, kreuz und quer siehe auch Zwerchfell: sitzt quer zur Körperachse auch: dwer, twer, zwerch
- Zwerchdach Bei einem Zwerchdach verläuft der First des Daches Quer zum First des Hauptdaches (längster First). Die Firsthöhe des Zwerchdaches kann gleich der Firsthöhe des Hauptdaches sein, muß es aber nicht.
Als Zwerchhaus (manchmal auch Zwerghaus) wird ein (meist geschosshoher) Dachaufbau mit Nebendach bezeichnet, der quer (= „zwerch“) zum Hauptdach verläuft. Andere, seltener gebrauchte Bezeichnungen für ein Zwerchhaus sind auch Dacherker oder Lukarne .
Zwerchhäuser kann man als vergrößerte Dachgauben verstehen, eine genaue Abgrenzung ist nicht möglich. Ob ein Dachaufbau „noch“ eine Dachgaube darstellt oder - aufgrund der Größe - bereits ein Zwerchhaus mit Nebendach bildet, ist weniger eine Frage von Architektur oder Baukonstruktion, sondern hängt vom lokal geltenden Baurecht und auch sprachlichen Gewohnheiten ab. Einige sprechen allerdings nur dann von einem Zwerchhaus, wenn die Giebelwand in der Flucht der darunterliegenden Aussenwand liegt, oder sich konstruktiv auf die darunterliegende Wand stützt, der Giebel des Zwerchhauses also nicht in Richtung Dachfirst verschoben ist.
Dabei ist der Zwerchgiebel meist der obere Teil eines Zwerchhauses mit Satteldach. Ein reiner Zwerchgiebel ist in diesem Zusammenhang eine große Spitzgaube ohne Gaubenwangen.
