Dagestan

Dagestan
150px|thumb|center|Flagge
200px|thumb|center|Lage in Russland
Staat: Russland
Föderationskreis: Südrussland
Fläche: 50.278 km²
Einwohner: 2.843.000
Hauptstadt: Machatschkala
Bevölkerungsdichte: 57 Einwohner/km²
Kfz-Kennzeichen: 05

Das im Nordkaukasus gelegene Dagestan ist seit 1991 eine Republik in Kaukasien im südlichen Teil Russlands. Der Name stammt aus dem Türkischen und bedeutet "Bergland".

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Dagestan setzt sich aus einem flachen Nordteil, der Nogaiersteppe, dem Kaukasusvorland sowie einem gebirgigen Südteil zusammen. Der höchste Berg ist der Basardjusi mit 4466m. Die Republik grenzt im Süden an Georgien und Aserbaidschan, im Westen an Tschetschenien und im Norden an Kalmykien und die Region Stawropol. Im Osten besitzt es eine lange Küste am Kaspischen Meer. Die wichtigsten Flüsse sind der Terek, der Sulak und der Samur, der Grenzfluss zu Aserbaidschan. In Dagestan liegt der südlichste Punkt der Russischen Föderation. Die Region ist wichtig für den Transitverkehr von Russland nach Aserbaidschan und in den Iran.

Klima

Das Klima ist in den niedrigen Teilen sehr mild und im Sommer meist sehr trocken.

Bevölkerung

In Dagestan leben über 100 Völker auf engem Raum zusammen. Die russische Volkszählung registrierte im Jahr 2002 2.576.531 Einwohner. Zu den Völkern mit kaukasischer Sprache gehören die 758.438 (=29,44%) Awaren, die 425.526 (=16,52%) Darginer, die 336.698 (=13,07%) Lesgier, die 139.732 (=5,42%) Laken, die 110.152 (=4,28%) Tabassaranen, die 24.298 (=0,94%) Rutulen, die 23.314 (=0,90%) Agulen, die 21.270 (=0,83%) Andier und die 8.168 (=0,32%) Zachuren. Turkvölker sind die 365.804 (=14,20%) Kumyken, die 111.656 (=4,33%) Aseri und die 38.168 (=1,48%) Nogaier. Eine weitere große Volksgruppe, die in den letzten zehn Jahren stark gewachsen ist, sind die 87.867 (=3,41%) Tschetschenen. Die früher zahlreichen Taten und Bergjuden sind großteils abgewandert. Die 120.875 (=4,69%) Russen sind im Gegensatz zu anderen autonomen Gebieten Russlands nur eine kleine Minderheit. Der Großteil der Bevölkerung gehört dem islamischen Glauben an. Amtssprachen sind Russisch und kumykische. Dagestan gehört zu den wenigen russischen Regionen, die in den letzten Jahren einen Bevölkerungszuwachs verzeichnen konnten.

thumb|left|Dagestanisches Ehepaar, Aufnahme 1907 – 1915

Städte

Im russischen Vergleich hat Dagestan einen geringen Prozentsatz städtischer Bevölkerung (42 %). Die Hauptstadt Machatschkala hat knapp 460000 Einwohner. Andere wichtige Städte sind Derbent, Chassawjurt, Kaspijsk und Bujnaksk.

Geschichte

Die Region war schon in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt. Das Römische Reich und Persien stritten um die Vorherrschaft. Um die nördlichen Völker fernzuhalten wurde die Kaukasischen Mauer errichtet. Schließlich wurde das Flachland persische Provinz, die Einwohner des inneren Dagestans blieben freie Bergvölker unter eigenen Chanen. Vom 4. bis ins 7. Jahrhundert herrschten dann die Sassaniden. Im 7. Jahrhundert eroberten die Araber das Gebiet und die meisten Völker konvertierten zum Islam. Alanen, Chasaren, die Goldene Horde und die Mongolen unter Timur Lenk wechselten sich mit der Herrschaft ab.

Im 16. und 17. Jahrhundert gab es eine Reihe unabhängiger Chanate in der Region, bevor die Region in den Streit zwischen Russland und Persien geriet.

1801 nahm Russland von Grusien Besitz und war bestrebt, auch das nördlich davon liegende Dagestan an sich zu bringen, das es von Grusien trennte.

1813 kam Dagestan endültig an Russland, der Widerstand unter Imam Schamil zog sich allerdings noch bis in die 1860er Jahre hin.

Gefährlich wurde die Situation vollends, als der Muridismus unter den Bergvölkern Daghestans feste Wurzeln fasste. Während des türkisch-russischen Kriegs 1828-1829 musste man ihnen freie Hand lassen; nach dem Friedensschluß rückten Truppen in Daghestan ein und sicherten sich (1831-1832) zunächst das Küstengebiet, durch welches die Straße nach Grusien führte. Zum ersten Schritt gegen das innere Daghestan nötigte Schamil der die awarische Chanfamilie verdrängt hatte und sich als Haupt der Muriden den Russen entgegenstellte. Mit der Unterwerfung desselben 1859 kam dann auch Daghestan in den Besitz der Russen.

Das Dagestan des 19. Jahrhunderts erstreckte sich vom östlichen Abhang des Kaukasus bis zum Kaspischen Meer und wurde im Norden vom Terekschen Landstrich, im Süden von den Gouvernements Tiflis und Baku begrenzt wird. Es hatte (1881) eine Fläche von 29,637km² und 526,915 Einwohnern und war in die Derbentsche Stadthauptmannschaft, die Stadt Petrowsk und in die Bezirke Temirchan-Schura, Gunib, Kasikumuch, Andi, Awar, Kaitago-Tabassaran, Kjura, Samur und Darginsk eingeteilt.

Mit der Gründung der Sowjetunion entstand 1921 die Autonome Sozialistische Sowjetrepublik (ASSR) Dagestan. Mit Auflösung der UdSSR wurden Dagestan weitreichende Autonomierechte eingestanden. In der jüngeren Vergangenheit schwappte der Konflikt im westlich benachbarten Tschetschenien immer wieder auf Dagestan über. So versuchten dortige Rebellen wiederholt, Dagestan in den Tschetschenienkonflikt hineinzuziehen. Bekannt wurden die Geiselnahme von Perwomaiskoje.

Wirtschaft

Zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen zählen die Ölförderung, Energieerzeugung und Lebensmittelverarbeitung. Generell ist die Republik weniger industrialisiert als andere Regionen Russlands. Aufgrund der gebirgigen Lage spielt die Landwirtschaft eine untergeordnete Rolle, einen gewissen Stellenwert nimmt das traditionelle Handwerk ein. Traditionell wird wenig Getreide (vorwiegend Hirse) produziert, eine große Rolle spielt die Schafzucht. Abgesehen von Öl ist das Land an Bodenschätzen eher arm.

Literatur

Weblinks

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See also: Dagestan, 1801, 1813, 1828, 1829, 1831, 1832, 1859, 1921