Daitoryu
Daitoryu (Daitoryu Aiki Jujutsu) ist eine traditionelle, dem Jiu Jitsu verwandte, waffenlose Kampfkunst, welche auf die Familie des jap. Kaisers Seiwa zurückgeführt wird. Ein Nachfahre des Kaisers (Yoshimitsu) entwickelte die Kunst zu hoher Effektivität weiter und gab ihr den Namen Daitoryu nach seinem Wohnsitz. Die Kunst wurde nur innerhalb des Takeda-Zweiges (des Minamoto-Clans) als Familiengeheimnis weitergegeben. Erst zum Ende des 19. Jahrhundert wurde Daitoryu durch Sokaku Takeda auch öffentlich unterrichtet.
Yukiyoshi Sagawa (1902-1998) war einer der ersten Schüler von Sokaku und galt wohl als bekanntester Daitoryu Meister im 20. Jahrhundert. Kodo Horikawa (1895-1980) und Takuma Hisa (1896-1980) waren zwei weitere Schüler von Sokaku Takeda. Sokakus zweiter Sohn, Tokimune Takeda (1916-1993) gründete 1953 in Abashiri (auf Hokkaido) das Daitoryu Aiki Budo Hauptquartier (mit umfangreicher Bibliothek). Tokimunes Schüler Katsuyuki Kondo (*1945) propagiert heute Daitoryu vor allem in Tokyo.
Der prominenteste Schüler von Sokaku war Morihei Ueshiba (1883-1969), der Begründer des Aikido. Dieser trainierte unter Sokaku von 1915 bis 1922, als er selbst eine Lizenz zum unterrichten von Daitoryu erhielt. Ueshiba passte die Techniken des Daitoryu in Verbindung mit seinen Kenntnissen der Schwertkunst an und entwickelte daraus zunächst das Aiki Jutsu und schließlich (durch Erweiterung um eine spirituelle Dimension) das Aikido.
Daitoryu wird heute von einer vergleichsweise kleinen Gemeinschaft (vor allem in Japan) weiter unterrichtet.
