Dantons Tod

Dantons Tod ist ein Drama in vier Akten von Georg Büchner. Es wurde von Januar bis Februar 1835 geschrieben und erschien im gleichen Jahr mit dem Untertitel Dramatische Bilder aus Frankreichs Schreckensherrschaft. Die Uraufführung fand erst am 5. Januar 1902 im Berliner Belle-Alliance-Theater als Produktion des Vereins Neue Freie Volksbühne statt, da das Stück lange Zeit als unspielbar galt.

Inhalt

1. Akt

Im ersten Akt dieses geschichtlichen Dramas werden drei Revolutionsgruppen vorgestellt, von denen alle unzufrieden mit dem Verlauf der Revolution sind. (Dantonisten, Robespierristen und das Volk) Die zwei Revolutionsführer Danton und Robespierre haben verschiedene Ansichten über den Fortgang des Aufstandes. Die Dantonisten wollen die Maßnahmen Robespierres nicht weiter mittragen, sie wollen deren Ende, da sie schon genug Leid über das Volk brachten. Sie finden in der Revolution nicht die Antwort auf die materiellen und moralischen Fragen, die die Menschen suchen. Ein Bürger beklagt den Zustand, dass sich seine Tochter prostituieren muss, um ihre Familie unterstützen zu können. [S. 10, Reclamausgabe Nr. 6060, Stuttgart 2000] Danton willigt auf das Bitten seiner Freunde in ein Treffen mit Robespierre ein, das jedoch ergebnislos verläuft. Robespierre beschließt daraufhin den Tod Dantons, hat aber Zweifel ob er sich richtig entschieden hat. [S. 27 – 28]

2. Akt

Dantons Freunde drängen ihn zum Handeln oder zumindest zur Flucht vor den Robespierristen. Dieser sieht aber keinen Sinn darin [S. 31 / „Nimmt man das Vaterland an den Schuhsohlen mit?“] und glaubt außerdem, dass der Konvent es nicht wagen würde, Maßnahmen gegen ihn und seine Freunde zu treffen [S. 31 / „Sie werden’s nicht wagen“]. Danton vertraut seiner Frau Julie seine Gewissensbisse wegen der von ihm befohlenen Septembermorde an [S. 39]. Danton wird verhaftet und dem Nationalkonvent vorgeführt. Im Konvent ist die Stimmung geteilt. Danton hätte im Konvent gehört werden sollen, aber Robespierre und St. Just setzten ihre Positionen mit enthusiastische Reden durch.

3. Akt

Die Gefangenen führen Gespräche über die Existenz Gottes und das Leben (der Versuch die Nichtexistenz Gottes zu beweisen scheitert) [S. 46 – 50]. Die Dantonisten werden zusammen in die Conciergerie eingeliefert. Währenddessen beschließen die Vorsitzenden des Revolutionstribunals die Geschworenenbank nur mit linientreuen Männern zu besetzen. Danton tritt mit seiner Rede selbstsicher vor dem Tribunal auf. Diese Selbstsicherheit und sein Gerechtigkeitswille übertragen sich auf das Publikum. Angesichts dieser Anzeichen von Sympathie der Zuhörer wird die Sitzung aufgehoben. Die Mitglieder des Wohlfahrtsausschusses beraten sich über den Verlauf der Verhandlung. Durch die Denunziation eines Gefangenen wird Danton in Zusammenhang mit einem angeblichen Komplott gebracht, dass Grund zur raschen Durchführung des Prozesses gibt. Nach der zweiten Anhörung vor dem Revolutionstribunal wendet sich auch die Volksgunst von Danton zu Robespierre wegen des Lebensstils der Dantonisten. Das liberale Programm Dantons erwies sich als untauglich für die Massen.


4. Akt

Danton und seine Anhänger werden zum Tode verurteilt. Danton und sein Freund Camille Desmoulins tauschen Gedanken über Leben und Tod aus [S. 66 – 68]. Julie, Dantons Frau vergiftet sich in ihrem Haus, da sie ihrem Mann ihre Verbundenheit über den Tod versprochen hat. Das Volk ist schaulustig und spöttisch, als die Verurteilten zum Schafott geführt werden. Als Lucile Desmoulins ihren Mann Camille während der Hinrichtung auf dem Schafott sieht, wird sie wahnsinnig und fasst einen völlig verzweifelten Todesentschluss. Sie ruft: „Es lebe der König!“ und spricht somit ihr eigenes Todesurteil.

Weblinks

See also: Dantons Tod, 1835, 1902, 5. Januar, Danton, Freie Volksbühne, Georg Büchner, Lucile Desmoulins, Maximilien de Robespierre, Nationalkonvent