David Fabricius
David Fabricius (* 9. März 1564 in Esens (Ostfriesland), † 7. Mai 1617 in Osteel) war Theologe, bedeutender Amateurastronom und Kartograf. Er entdeckte die Veränderlichkeit des Sternes Mira und war der Vater von Johann Fabricius, der im Jahre 1611 erstmals eine wissenschaftliche Abhandlung über die Sonnenflecken veröffentlichte.
David Fabricius wurde als Sohn eines Schmiedes in Esens geboren. Über seine Kindheit und Jugend ist nicht viel bekannt. Er besuchte die Lateinschulen in Norden und vermutlich in Braunschweig. Er bemerkte später einmal, dass Lampadius in Braunschweig ihn in die Astronomie und Mathematik eingeführt habe. Nach Abschluss der Schule studierte er, vermutlich in Helmstedt. Nach kurzem Studium trat er im Alter von 20 Jahren ein Amt als evangelischer Pastor in Resterhafe bei Dornum an.
Von dieser Zeit an beschäftigte er sich intensiv mit der Astronomie. Er beobachtete Sonne, Mond, Sterne, Planeten, Kometen und Nordlichter und trat in Briefwechsel mit den großen Gelehrten seiner Zeit, darunter Tycho Brahe, Simon Marius und Johannes Kepler. Mit letzterem tauschte er zwischen 1601 und 1609 vierzig Briefe aus, in denen es hauptächlich um den Planeten Mars ging. Er unternahm zahlreiche Reisen und wurde mit wichtigen Zeitgenossen bekannt. Als Tycho Brahe sich von 1597 bis 1599 in Wandsbek aufhielt, zählte auch David Fabricius zu seinen Besuchern.
Am 3. August 1596 bemerkte Fabricius als Erster die Veränderlichkeit des Sterns Omikron Ceti im Sternbild Walfisch. Dieser Stern verändert über einen Zeitraum von 331 Tagen seine Helligkeit, wobei er im Maximum deutlich sichtbar, im Minimum dagegen für das bloße Auge unsichtbar wird. Aufgrund dieses eigenartigen Verhaltens nannte er den Stern Mira, die „Wundersame“. Mira wurde zum Namensgeber einer ganzen Klasse von langperiodischen veränderlichen Sternen.
Neben der Astronomie setzte sich Fabricius mit der Meteorologie auseinander, wobei er seine Wetterbeobachtung in ein „Calendarium“ eintrug, das bis heute erhalten ist. Er untersuchte einen möglichen Einfluss der Gestirne auf die Bewegungen des Luftkreises der Erde.
1589 fertigte er unter dem Titel "Nie und warhafftige Beschrivinge des Ostfreslandes" die erste in Ostfriesland gedruckte Ostfrieslandkarte.
Fabricius stieg in der Gunst seines damaligen Landesherren und wurde 1603 nach Osteel versetzt.
1611 kehrte sein Sohn Johann (der älteste von sieben Söhnen) vom Studium aus der Stadt Leiden zurück und brachte ein Teleskop mit. Bei der Beobachtung der Sonne im Februar 1611 bemerkte er dunkle Flecken. Vater und Sohn Fabricius führten gemeinsame Beobachtungen durch und konnten die Existenz zweifelsfrei festhalten. Aus der Bewegung der Flecken auf der sichtbaren Sonnenscheibe ermittelte David Fabricius die Rotationsdauer der Sonne. Obwohl bereits Galileo Galilei in Pisa, Thomas Harriot in London und Christoph Scheiner in Ingolstadt im Jahre 1610 Flecken auf der Sonne wahrgenommen hatten, war Johann Fabricius der Erste, der darüber eine wissenschaftliche Abhandlung verfasste und veröffentlichte.
Das Ende von David Fabricius ist etwas kurios und geheimnisumwittert. So soll er kurz vor seinem Tod eine Predigt gehalten habe, in der er behauptete einen Gänse- und Hühnerdieb zu kennen, wolle seinen Namen aber nicht preisgeben. Ein selbst erstelltes Horoskop sah für den 7. Mai 1617 Unheil voraus und Fabricius verbrachte den Tag in seinem Haus. Am Abend wähnte er die Gefahr vorüber und er machte sich zu einem Spaziergang auf. Auf dem Weg wurde er von einem Mann namens Frerick Hoyer mit einem Torfspaten erschlagen. Hoyer fühlte sich offensichtlich als Dieb bloßgestellt und war darüber in Zorn geraten. Hoyer wurde wegen seiner Tat zu Tode gerädert.
Heute erinnern ein Denkmal und eine Sandsteinplakette an der Kirche von Osteel an David Fabricius.
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Fabricius, David |
| ALTERNATIVNAMEN | |
| KURZBESCHREIBUNG | Theologe,Amateurastronom und Kartograf |
| GEBURTSDATUM | 9. März 1564 |
| GEBURTSORT | Esens - |
| STERBEDATUM | 7. Mai 1617 |
| STERBEORT | Osteel |
