Punk in der DDR
Punk in der DDR gab es seit Anfang der 1980er Jahre. Die großen Zentren der Punkkultur in der DDR waren Ost-Berlin, Halle, Leipzig und Dresden.
Nachdem die ersten Sex Pistols Lieder und andere in die BRD schwappten, blieb auch der Osten, die DDR, nicht verschont. Anders als jedoch in der BRD konnten die Bands nicht frei auftreten und waren sogar staatlich verboten worden, was auch zur Folge hatte, dass die Punk-Bands der DDR ihre Lieder nicht auf Platte spielen konnten und auch die Aufnahme auf ein Tape war schwierig. Daher gibt es heutzutage auch kaum damalige Musik dieser Bands. Nur einige haben nach dem Fall der Mauer noch alte Lieder auf Platte aufgenommen (darunter auch Schleimkeim). Die DDR-Punks wurden regelrecht von der Staatsicherheit (Stasi) verfolgt und man brauchte nur wie einer auszusehen, um der Stasi einen Grund zu geben, den jeweiligen ins Gefängnis zu bringen. Daher spielten die Bands in Hinterhöfen oder in Kellern, jedoch auch da konnten sie der Stasi nicht entgehen. Es folgten oft Razzien und nach dem Fall der Mauer wurde bekannt, dass es in fast jeder kleineren Punk-Band und auch in den erfolgreicheren einen IM (Inoffiziele Mitarbeiter) gab. Bekannte Bands, die auch Opfer der IM wurden, sind beispielsweise Pankow, Sandow, Schleimkeim, Planlos, Namenlos, Restbestand, etc. Durch diese Vorkommnisse ließen sich die Punks etwas neues einfallen, denn sie spielten ihre Konzerte in Kirchen, da dort der lange Arm des Gesetzes keine Macht ausüben und die Polizei die Kirchen nicht stürmen und ausräumen konnte, solange die Kirchen die Konzerte auch duldeten, was sie auch taten. Was jedoch eher ein Widerspruch darstellt, da Punks gewöhnlich gegen die Vorschriften der Kirche sind und auf diese verzichten.
Die DDR-Punks spiegeln in ihren Liedern ihre Verzweiflung und das Eingesperrtsein wieder und zeigten die totale Überwachung des Staates. Sie hatten auch große Auswirkung auf die normalen Staatsbürger der DDR und regten diese zum Nachdenken an, während andere tatenlos dabei zu sahen, wie das Land vollkommen unter ihrer stalinistischen Herrschaft zu Grunde geht. Als die Mauer fiel, waren sie nichts besonderes mehr, sie waren lediglich Musiker unter vielen.
Punk Bands der DDR
- Schleimkeim
- Restbestand
- Planlos
- Namenlos
- Unerwünscht
- Feeling B
- Pankow
- Sandow
- Die Skeptiker
- Müllstation
- Kotzbrocken
- Zaunpfahl
Literatur
- Ronald Galenza; Heinz Havemeister (Hg.) Wir wollen immer artig sein ... Punk, New Wave, HipHop, Independent-Szene in der DDR 1980 – 1990.; Berlin, Schwarzkopf & Schwarzkopf 2000.ISBN 3-89602-306-3.
- Michele Bettendorf Ursprung Punkszene. Oder Rammstein hätte es im Westen nie gegeben. BOD, Norderstedt 2002, ISBN 3831144931
- Gilbert Furian, Nikolaus Becker Auch im Osten trägt man Westen - Punks in der DDR und was aus ihnen geworden ist; Thomas Tilsner Verlag 2000, ISBN 3933773512
- Ronald Galenza, Heinz Havemeister: Mix mir einen Drink, Feeling B; Berlin, Schwarzkopf & Schwarzkopf 2002, ISBN 3896024183
- Angela Kowalczyk: Negativ und Dekadent Ostberliner Punk Erinnerungen; Berlin, Schwarzkopf & Schwarzkopf 2002, ISBN 3896024183
- C. Remath, R. Schneider(1999): Haare auf Krawall. Jugendsubkulturen in Leipzig 1980-1991.; Connewitzer Verlagsbuchhandlung, zweite Aufl. 1999/2001. ISBN 3-928833-74-X
