Decca Navigation System
Das Decca Navigation System ist ein Navigationssystem, das während des Zweiten Weltkriegs vom britischen Unternehmen Decca entwickelt wurde. Es arbeitet nach dem Hyperbelverfahren (siehe Funknavigation).
Nach Ende des Krieges fand es unter anderem in Großbritannien, Irland, Norwegen, Kanada und Japan Anwendung. Mittlerweile wurde zumindest in Europa der Betrieb eingestellt, da durch das Funknavigationssystem LORAN-C und durch die Satellitennavigation (zum Beispiel GPS) eine genauere Positionsbestimmung möglich ist.
In Deutschland gibt es einen Decca-Sender in der Nähe von Zeven. Er soll in eine DGPS-Anlage umgebaut werden.
Das System war zu seiner Entwicklungszeit die benutzerfreundlichste Navigationshilfe für die Seeschifffahrt, weil die Position nicht mit Kursdreiecken und/oder Zirkel in der Karte konstruiert werden musste, sondern vom Anzeigegerät abgelesen und direkt eingetragen werden konnte. Hierzu gab es sogenannte Decca-Karten, dies waren Seekarten, in denen die Interferenz-Hyperbeln (Linien gleicher Phasenverschiebung) zwischen je zwei Sendern eingedruckt waren. Die für die Nordsee und westliche Ostsee zuständige Decca-Kette bestand aus drei Sendern in Bushmills, Hoek van Holland und Stavanger.
Das Navigationssystem wurde von der Decca Navigator Company, später Racal-Decca Navigator Ltd. betrieben. Das Unternehmen war aus Decca Records hervorgegangen, das heute zur Universal Music Group gehört.
