Deep Purple

Deep Purple
Gründung: 1968
Genre: Hard Rock
Website: http://www.deep-purple.com
Gründungsmitglieder
Gesang: Rod Evans
Gitarre: Ritchie Blackmore
Bass: Nick Simper
Hammond-Orgel/Keyboard: Jon Lord
Schlagzeug: Ian Paice
Aktuelle Besetzung
Gesang: Ian Gillan
Gitarre: Steve Morse
Bass: Roger Glover
Hammond-Orgel/Keyboard: Don Airey
Schlagzeug: Ian Paice


Deep Purple (engl.: tiefes Purpur; im Slang ein Synonym für LSD), gegründet im April 1968, gehört zu den ersten Hard Rock-Bands. Bekannte Songs sind Black Night, Smoke on the Water, Woman from Tokyo, Child In Time und Kentucky Woman (von Neil Diamond), sowie viele weitere.

Inhaltsverzeichnis

Bandgeschichte

Mk ("Mark") ist die geläufige Abkürzung für die Nummerierung der unterschiedlichen Besetzungen der Band.

Mk I

Deep Purple entstand aus der Band Roundabout, die in der Besetzung Ritchie Blackmore (E-Gitarre), Jon Lord (Hammond-Orgel, Keyboard), Chris Curtis (Gesang), Dave Curtis (Bass) und Bobby Woodman (Schlagzeug) im Februar 1968 gegründet wurde. Schon im Folgemonat verließen Chris Curtis, Dave Curtis und Bobby Woodman die Band. Sie wurden durch Rod Evans (Gesang), Nick Simper (Bass) und Ian Paice (Schlagzeug) ersetzt. Nach einer kurzen Tour durch Skandinavien wurde der Bandname dann in Deep Purple geändert. In dieser Besetzung spielten Deep Purple drei Alben ein und hatten mit der Coverversion von Hush (im Original von Joe South) einen mittelmäßigen Erfolg in den USA (Platz 4 der US-Single Charts), wo sie anschließend auch einige Tourneen absolvierten. Der 'Kern' der Band um Blackmore, Lord und Paice hatte aber hauptsächlich den britischen Markt im Visier, und so wurden Evans und Simper Ende 1969 durch den Sänger Ian Gillan, der 1970 in der Uraufführung des Musicals Jesus Christ Superstar von Andrew Lloyd Webber die Rolle des Messias spielte, und den Bassisten Roger Glover ersetzt. Ian Gillan und Roger Glover spielten zuvor schon mehrere Jahre lang in der Band Episode Six zusammen. Die unter den Fans als klassisch geltende MkII-Besetzung war geboren.

Mk II

Nun sollte Jon Lord seinen großen Moment haben – der klassisch ausgebildete Musiker hatte ein Werk für Band und Orchester geschrieben, welches nun mit großem Pomp in der Royal Albert Hall gemeinsam mit dem Royal Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Malcolm Arnold aufgeführt wurde. Damals entsprach dieser Versuch, die klassische und die Rockmusik zusammenzubringen, durchaus dem Zeitgeist und wurde sowohl vom Publikum als auch von Teilen der Kritiker wohlwollend aufgenommen. Trotzdem schlug die Band als nächstes einen neuen Stil ein. Das 1970 veröffentlichte Album 'In Rock' kann als ein Wendepunkt in der Geschichte der Band gesehen werden, denn von nun an hatte sich Blackmore mit seinen Hard-Rock-Visionen gegen den klassisch orientierten Lord durchgesetzt. Während Lord seine Ambitionen nun außerhalb der Band mit anderen Musikern vollzog, produzierte die Band unter Blackmores Ägide einige, heute als Klassiker geltende, Hard-Rock-Alben ('Fireball' und 'Machine Head') und rieb sich während langer Tourneen auf. Zu den Aufnahmen von 'Who Do We Think We Are' im Jahr 1973 gingen die Bandmitglieder getrennt ins Studio. Zuerst hieß es, man wolle die Band komplett auflösen, später wurden nur Gillan und Glover getauscht. Im Nachhinein waren Lord und Paice der Meinung, man hätte eigentlich Blackmore hinauswerfen sollen, da er im Zentrum vieler Streitigkeiten stand.

Mk III

Als neuen Sänger verpflichtete die Band den damals unbekannten David Coverdale, die Bassgitarre übernahm Glenn Hughes, der Coverdale auch im Gesang, vor allem im hohen Bereich, unterstützte. Die folgenden Aufnahmen 'Burn' und 'Stormbringer' folgten im Stil ihren Vorgängern. Es folgten die üblichen Tourneen, um die Platten zu promoten. 1975 warf dann Blackmore das Handtuch und verließ nach einigen Querelen die Band, um Rainbow zu gründen.

Mk IV

Die verbleibenden Musiker wählten als neuen Gitarristen den US-amerikanischen Fusion-Rock Gitarristen Tommy Bolin aus. Dieser brachte noch einmal frischen Wind in die erstarrten Strukturen der 'Institution' Deep Purple, kam damit allerdings bei den Fans nicht so gut an. Das Album 'Come Taste The Band' wurde, gemessen an den Verkaufszahlen der vorherigen Alben, ein kommerzieller Flop. Aufgrund des fehlenden Erfolgs und des schwindenden Zusammengehörigkeitsgefühls löste sich die Band im Frühjahr 1976 auf und die Künstler widmeten sich Soloprojekten. Im Dezember des selben Jahres starb Tommy Bolin an einer Überdosis Heroin.

Zwischenzeit

Alle ehemaligen Mitglieder waren in diversen anderen Bands aktiv. Blackmore bei Rainbow, zu denen 1978 auch Glover stieß, Coverdale gründete Whitesnake, wo sich 1978 auch Lord einfand, um wenig später noch Paice nachzuholen, während sich Gillan mit seinem etwas schrulligen, gleichnamigen Soloprojekt verdingte, um 1983 bei Black Sabbath einzusteigen.

Mk II (2)

Im Jahr 1984 unternahm der britische Plattenkonzern EMI erhebliche finanzielle Anstrengungen, um Deep Purple in der Mk II-Besetzung wieder ins Leben zu rufen. Da sich Rainbow totgelaufen hatte, Lord und Paice mit der Ausrichtung auf den US-amerikanischen Geschmack von Whitesnake nicht mehr zurechtkamen und Gillan bei Black Sabbath den Hut nehmen musste, nahmen sie angebotene Geld bereitwillig an und rauften sich zu 'Perfect Strangers' zusammen. Das Album verkaufte sich gut, die Tour war gut besucht, und so folgte noch das Album 'The House Of Blue Light' ein, wofür die Band allerdings von der Kritik zerrissen wurde. Gillan räumte daraufhin Schwächen im Songmaterial ein, und wurde aufgrund dieser 'Majestätsbeleidigung' von Blackmore aus der Band geworfen.

Mk V

Der vakante Sängerposten wurde nach einigem Hin und Her mit dem ehemaligen Rainbow- und Yngwie Malmsteen-Sänger Joe Lynn Turner besetzt. Es entstand ein Album, das auch sehr nach spätem Rainbow klang ('Slaves and Masters'), womit Fans und auch Musiker nicht einverstanden waren, so dass Turner die Band wieder verlassen musste.

Mk II (3) bis heute

Gillan wurde dazu bewogen, das Kriegsbeil mit Blackmore zu begraben, und 1992 spielte man 'The Battle Rages On' ein. Alle Probleme waren anscheinend nicht ausgeräumt, und während der Tour zum Album verließ Blackmore die Band. Für die Dauer der Tour wurde Joe Satriani verpflichtet, der allerdings wegen seines Plattenvertrages nicht bei der Band bleiben konnte. So kam Steve Morse (vorher u. a. bei Kansas) zum Zug. In dieser Besetzung spielten Deep Purple 'Purpendicular' und 'Abandon' ein. Morse brachte frischen Wind und neue Ideen in die Band ein. Im März 2002 verließ Jon Lord freiwillig – ein Novum in der Geschichte der Band – Deep Purple und wurde durch den Keyboarder Don Airey ersetzt, der auch schon einmal bei Rainbow gespielt hatte. In diesem Line-Up wurde das bisher letzte Album, 'Bananas', veröffentlicht.

Mitgliedergeschichte und Diskographie

Alben (in alphabetischer Reihenfolge)

Weblinks

See also: Deep Purple, 1968, Andrew Lloyd Webber, April, Band (Musik), Black Sabbath, David Coverdale, Don Airey, E-Bass, E-Gitarre