Default (Wirtschaft)
Als Default wird in der Wirtschaftssprache eine Situation bezeichnet, in der ein Staat nicht mehr seine Staatsschulden bedienen bzw. die Zinszahlungen nicht mehr leisten kann. Dabei reicht es aus, dass der betreffende Staat nur einen Teil der Schulden nicht mehr bedient. Eine deutsche Bezeichnung wäre etwa Staatsbankrott.
Mit der Erklärung des Defaults ist eine wesentliche Verschlechterung der Kredibilität, die durch verschiedene Rating-Agenturen, wie Standard & Poor's „gemessen“ wird. Dies zeigt sich dann im sogenannten Länderrisiko, welches in Basispunkten (100 Basispunkte = 1 Prozentpunkt) ausgedrückt wird. So hatte zum Beispiel Argentinien zeitweise ein Länderrisiko weit jenseits der 4000 Basispunkte. Dies bedeutet, dass bei einem Länderrisiko von 4000 Argentinien einen Zinsaufschlag in Höhe von 40% auf die Zinsen für Industrienationen für neu aufgenommen Schulden bezahlen musste.
Diese Situation gab es in Deutschland im 20. Jahrhundert zweimal: 1923 als Nachfolge des ersten und 1948 als Folge des Zweiten Weltkrieges. Im Jahr 1813 war der Staat Dänemark zahlungsunfähig.
Siehe auch: Bankrott
