Delitzsch

Wappen Karte
140px|Wappen von Delitzsch
Hilfe zu Wappen
140px|Lage von Delitzsch in Deutschland
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Regierungsbezirk: Leipzig
Landkreis: Delitzsch
Höhe: 110 m ü. NN
Fläche: 59,54 km²
Einwohner: 28.020 (30.11.2004)
Bevölkerungsdichte: 471 Einwohner je km²
Postleitzahl: 04509
Vorwahl: 034202
Kfz-Kennzeichen: DZ
Gemeindeschlüssel: 14 3 74 060
Stadtgliederung: 4 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 3
04509 Delitzsch
Website: www.delitzsch.de
E-Mail-Adresse: info@stadt-delitzsch.de
Politik
Bürgermeister: Heinz Bieniek (CDU)

Delitzsch ist eine Große Kreisstadt im Norden Sachsens im Regierungsbezirk Leipzig. Die Einwohnerzahl liegt bei etwa 28.000.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Stadtgliederung

Geschichte

Der Mitte des 12. Jahrhunderts erstmals erwähnte Ort erhielt um 1200 Marktrecht. Während des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) war Delitzsch Ziel von schwedischen Attacken. Im 2. Weltkrieg (1939–1945) hatte in Delitzsch nur ein einziges Gebäude gebrannt, der Bahnhof.

Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1960 31. Dezember):

1834 bis 1946

1950 bis 1997

1998 bis 2003

Datenquelle ab 1998: Statistisches Landesamt Sachsen

1 29. Oktober
2 31. August

Politik

Wappen

Das Wappen der Stadt Delitzsch vereint in sich zwei verschiedene Wappen, das Haus- oder Stammeswappen der Wettiner und das der Markgrafschaft Meißen. Das Wappen zeigt zwei aufrecht stehende Balken oder Pfähle (Landsberger Pfähle) von blauer Farbe, welche in einem gelben (goldenen) Feld stehen und dieses in drei Teile spalten. In der Mitte des Hauptschildes des Stadtwappens sieht man in schräger Stellung als Mittelschild den Meißnischen schwarzen Löwen im gelben (goldenen) Feld. Das Mittelschild ist nach vorn geneigt, und so erscheint der aufrecht stehende Löwe als gehend oder schreitend. Er hat zwei Schwanzbüschel, wobei deren Teilung in der Mitte der Rute beginnt, die auf die Markgrafschaft Meißen hinweisen soll. Als Beiwerk hat das Stadtwappen (1526 neu eingeführt) ein flatterndes Band, das die Inschrift trägt: "Secretum civium in delitzsch" (frei übersetzt: "Siegel der Bürgergemeinde Delitzsch"). Die Farben werden von den Wappenschreibern wie folgt erläutert: Die schwarze des Löwen ist eine preiswürdige und herrliche Farbe, unter den Tugenden deutet sie die Klugheit an, unter den Elementen wird sie mit der Erde verglichen. Die blaue Farbe deutet Schönheit und Demut an, ist ein Kennzeichen der Gerechtigkeit, des großen Ruhms und des guten Gerichts. Die gelbe Farbe deutet auf Wohlstand, Guttätigkeit und göttliche Erkenntnis.

Städtepartnerschaften

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

Das Museum Schloß Delitzsch befindet sich in einem um 1700 errichteten Barockschloß. Sein heutiges Aussehen bekam das Gebäude in der Zeit des Barock. Damals wurde es Reiseresidenz und Witwensitz der Herzöge von Sachsen-Merseburg, die es um 1690 neu- und umbauen ließen.

Die Keller jedoch und auch die ersten Geschosse des Turmes stammen noch aus dem Mittelalter, aus der Zeit um 1390. Seinerzeit wurde hier eine gotische Wasserburg errichtet, die vor allem von Markgraf Wilhelm I. (dem Einäugigen) von Meissen als Reiseresidenz genutzt wurde. Um 1550 erfolgte der Umbau zum Renaissanceschloß. Zahlreiche Aufenthalte des Kurfürsten von Sachsen und seines Gefolges sind in den späteren Jahrzehnten nachgewiesen. Im Dreißigjährigen Krieg verfiel das Gebäude zusehends.

Ab 1657 kam Delitzsch zum neugegründeten Herzogtum Sachsen-Merseburg. Diese Fürstenfamilie erkor die Stadt zur Reiseresidenz und zum Witwensitz und beschloss deshalb den Um- und Neubau des Schlosses. Ab 1689 wurden ein Haupt- und ein Nebenflügel sowie eine kleine Kapelle errichtet. Auf den Turm wurde die barocke Haube aufgesetzt, die heute das Stadtbild prägt. Auch der barocke Garten, in dem früher Pfirsich, Apfel- und Birnenbäume blühten, stammt aus dieser Zeit. Er zählt heute zu den ältesten barocken Schloßgärten Deutschlands.

Die Privatgemächer der Herzogwitwen, die seit 1992 ihr historisches Aussehen zurückerlangten, wurden nach französischen Vorbildern gestaltet. In einer logischen Abfolge reihen sich die Wohnräume in Form des Appartements aneinander: Tafelstube, Audienz-, Ankleide-, Schlafzimmer, Betstübchen und Bibliothek.

Nachdem das Haus nicht mehr von den Herzögen von Sachsen-Merseburg genutzt wurde, zog nicht nur hier, sondern auch in der Stadt Stille ein. Erst ab 1860, als im Schloß das Königlich-Preußische Frauenzuchthaus eingerichtet wurde, begann wieder ein länger dauernder Abschnitt in der Geschichte des Hauses. Im Zuge dessen wurden im Umfeld große Veränderungen vorgenommen: Ein großes Zellengebäude, ein Pförtnerhäuschen (heute Restaurant) und eine vier Meter hohe Mauer wurden neugebaut. Bis 1926 saßen in Delitzsch über 200 Frauen pro Jahr ein.

In der Folge beherbergte das Schloss (ab 1929 in städtischem Besitz) unter anderem ein Museum, die Berufsschule, zeitweise Räume der Luftwaffe und das Kreisgericht. Ab 1974 war das Gebäude baupolizeilich gesperrt. Erst nach der politischen Wende konnten umfassende Sanierungsmaßnahmen realisiert werden.

Seit 1993 schließlich ist das Museum im Schloß wieder zugänglich. Später kamen Tourist-Information, Standesamt, Kreismusikschule und Veranstaltungskellerhinzu.

Das Museum Schloß Delitzsch zeigt heute neben den rekonstruierten Privatgemächern der herzoglichen Witwen vor allem Dauerausstellungen zur Burg- und Schloßgeschichte sowie zur Stadtgeschichte. Ein Anziehungspunkt für viele Besucher ist auch die fürstliche Schloßküche, in der historisches Arbeiten wieder lebendig wird. Daneben sind im Museum ständig wechselnde Sonderausstellungen zur Kulturgeschichte sowie Schauen mit Werken bekannter Künstler zu sehen.

Öffnungszeiten Museum und Tourist-Information: Dienstag – Freitag, Sonntag: 10 – 12 Uhr, 14 – 17 Uhr Samstag: 14 – 17 Uhr

Museum: Museum Schloß Delitzsch, Schloßstraße 31, 04509 Delitzsch, Tel.: (03 42 02) 6 72 08, museum-schloss-delitzsch@t-online.de

Bauwerke

thumb|Das Barockschloß
thumb|Hallescher Turm

Sehenswert sind unter anderem der weitgehend erhaltene mittelalterliche Stadtkern, umgeben von einer Wehranlage, und das aus dem 17. Jahrhundert stammende Barockschloß, das auf den Grundfesten einer mittelalterlichen Burg entstand.

Sehenswert sind ferner der Breite Turm, der Hallesche Turm, das Schulze-Delitzsch-Haus, die Marienkirche, das Scharfrichterhaus, die Stadtkirche Peter und Paul, der Stadtpark, der Tiergarten, die Hospitalkirche, St. Marien und der Rosengarten. Ein weiteres seltenes Baudenkmal stellt die alte Lateinschule dar, die sich direkt neben der Stadtkirche St. Peter & Paul befindet. Diese erste Schule von Delitzsch entstand um 1426 als Knabenschule, und wurde im 16. Jahrhundert erweitert, als - wegen der neuen allgemeinen Schulpflicht - nun auch die Mädchen eine Schule besuchen mußten.

Sport

Regelmäßige Veranstaltungen

Peter-und-Paul-Fest

Das Delitzscher Stadtfest am Peter-und-Paul-Tag wird jedes Jahr mit dem historischen Apfelbiß eröffnet, bei dem Adam in einen Apfel beißt, dem ihn Eva reicht. Dieses Schauspiel ist an der Stadtkirche – an der Kirchenuhr – zu beobachten. Damit wird der Beginn des historischen Peter-Paul-Marktes eingeläutet. Von diesem Moment an schwelgen nicht nur die Organisatoren und Teilnehmer in alten Zeiten, sondern auch der Besucher wird mit hineingezogen in ein Spektakel aus vergangenen Tagen. Jedes Jahr findet ein Peter-Pauls-Umzug durch die ganze Stadt statt, bei der regionale Firmen werben und sich präsentieren können. Er lockt jeweils Tausende auf die Straßen.

Wirtschaftstage

Die Delitzscher Wirtschaftstage finden regelmäßig im Sport- und Kulturzentrum statt. Hier stellen sich lokale Wirtschaftsunternehmen vor. Die verschiedenen Stände reichen von der Leipziger Volkszeitung über ansässige Fleischereien und Landwirtschaftsbetriebe bis hin zum Hotelgewerbe. Die ein Wochenende dauernde Messe ist in Thementage unterteilt.

Kamingespräche im Schloß

Mittlerweile sind die Gespräche am Kamin im Barockschloß Delitzsch zu Höhepunkten im regionalen Kulturleben geworden. Erst kürzlich begeisterte Wolfgang Leonhard eine Schar an interessierten Zuhörern, die zwei Stunden "oral history" erleben durften. Initiiert wurde der Reigen der Kamingespräche vom Team des Museums Schloß Delitzsch, das bereits mit der ersten Veranstaltung "Delitzsch - Eine Buchstadt?" einen Erfolg verbuchen konnte. Mittlerweile wird die Veranstaltungsreihe von der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung unterstützt.

Wirtschaft und Infrastruktur

Ansässige Unternehmen

Zu den wichtigsten Industriezweigen in Delitzsch gehörten die Zucker- und Süßwarenindustrie und der südwestlich der Stadt betriebene Abbau von Braunkohle.

Auf Grund der von der EU beschlossenen Produktionsquoten für Zucker wurde die Zuckerfabrik (Südzucker) 2003 stillgelegt. Stattdessen gibt es jetzt ein Biomassekraftwerk, gegen den sich jedoch die Bürgerinitiative Müllverbrennungsanlage-Delitzsch? Nein! (www.muellverbrennung-delitzsch-nein.de) wehrt. Der Braunkohletagebau wurde Anfang der 1990er Jahre eingestellt, die verbliebenen Gruben werden als Expo2000-Projekt renaturiert (Goitzsche). In einem Bogen vom Südwesten nach Norden entsteht daher um die Kreisstadt eine Seen- und Heidelandschaft.

Öffentliche Einrichtungen

In Delitzsch befindet sich das Landratsamt sowie verschiedene Ämter auf Kreisebene. Dazu kommen die Ämter der Stadt.

Bildung

Delitzsch hat ein reichliches Angebot an Schulen, wie das Berufliche Gymnasium "Hermann-Schulze-Delitzsch", ein Gymnasium, drei Mittelschulen, zwei Grundschulen, die Fröbelschule, die Pestalozzischule, eine Fachschule.

Das Ehrenberg-Gymnasium wurde im Jahr 2003 mit dem Oskar-Reime-Gymnasium zusammengeführt, da nur eines der beiden Gymnasien weiter unterhalten werden konnte.

Das Berufsschulzentrum Delitzsch ist eine besondere Schule, da sie von dem amerikanischen Unternehmen Apple Computers ausgestattet (Computer und Software) wurde und darf sich deshalb "Apple Equipped School" nennen.

Die Schule war auf der Comtec von 1997 bis 1999 und auf dem Bildungskongress von 1999 vertreten, ebenfalls auf der Expo 2000 und auf den Multimediatagen 2001, sowie bei Youth Media 1999.

Persönlichkeiten


Koordinate: 51° 31' 60" N 12° 20' 60" O

See also: Delitzsch, 12. Jahrhundert, 1200, 1390, 1526, 1550, 1618