Delphinstrategie

thumb|300px|Die sogenannte Delfinstrategie nimmt Anleihen bei dem Sozialverhalten der Meeressäuger. Die Delphinstrategie ist eine Managementtheorie von Dudley Lynch und Paul Kordis. Sie beschreibt die Anwendung emotionaler Intelligenz, starker Flexibilität und Vorteilen der Kooperation. Sie ähnelt der älteren Win-Win-Strategie und dem Clienting.

Inhaltsverzeichnis

Grundlage

Die Delphinstrategie setzt auf nachhaltige Entwicklung. Aufhänger sind Verhaltensweisen von diversem Meeresgetier, das als besonders intelligent und nachhaltig handelnd dargestellt wird. Angeblich typische Verhaltensweisen von Delphinen, Haien und Karpfen stehen hier als Metapher für soziale Aspekte im wirtschaftlichen Handeln. Die Strategie-Erfinder gehen davon aus, dass Delphine ihre Verhaltensweise schnell und präzise im Team ändern, wenn sie nicht erreichen, was sie anstreben. Diese Fähigkeiten haben die Trainer und Autoren Dudley Lynch und Paul Kordis beobachtet und gemeinsam mit den Verhaltensweisen von Haien und Karpfen sinnbildlich auf Menschen und Organisationen im Umgang mit Veränderung übertragen.

Eine wesentliche Aussage hierbei ist, dass Veränderungen in konventionell geführten Organisationen gewöhnlich zu spät vorgenommen werden. Das habe zur Folge, dass vermeidbare Ertrags- und Energieverluste bei konventionellem Management auftreten.

Methodik

Die modellhaften Anleihen des Verhaltens von Karpfen, Haien und Delphinen kategorisiert zunächst die Subjekte der Organisation ähnlich dem bekannten HDI-Verfahren bzw. dem DISG-Modell, um anschließend die optimalen Team-Rollen zu vergeben. Das Symbolbild des Delphins weist hierbei auf eine Gemeinschaft hin, in der sowohl jedes einzelne Mitglied seine Individualität behält und gleichzeitig seine Fähigkeiten als Teil eines Ganzen optimal einsetzt. Dies soll sich auch mit Kunden und Geschäftspartnern oder der Familie als soziales System erarbeiten lassen. Mitarbeiter, die sich „delphinisch” verhalten, nutzen nach Ansicht von Lynch und Kordis den qualitativen Vorteil offen für alles zu sein was funktioniert (siehe auch NLP-Vorannahmen). Sie versuchen nicht immer wieder mit vermehrter Anstrengung das Alte zu tun, sondern suchen nach neuen Lösungen und der zweiten oder dritten Möglichkeit. Dabei gelten folgende Prinzipien (die Formulierungen sind den Methodenbeschreibungen angelehnt und absichtlich emotionalisierend):

  1. Flexibilität: Lösungen suchen, sich dabei ständig hinterfragen (vergl. KVP). Wenn Delphine nicht bekommen, was sie wollen, verändern sie sehr schnell ihre Vorgehensweise. Ein Grundsatz, der im NLP mit der Maxime belegt ist: “Wenn etwas nicht funktioniert, dann tue etwas anderes.”
  2. In Frage stellen: Dissoziation und das Einnehmen von Meta-Positionen bei der Strategieentwicklung.
  3. Zähigkeit: Delphine geben nicht leicht auf. Es sei denn, sie erkennen einen Nutzen darin.
  4. Gewinnen: Delphine haben Freude daran zu gewinnen. Ihr Gehirn ist zu emotionalen Empfindungen fähig. Manager, die dementsprechend handeln, haben nicht das Bedürfnis, dass ein anderer verliert (siehe Win-Win).
  5. Kooperation: Delphine arbeiten gut mit anderen zusammen, aber handeln auch allein auf kompetente Weise. Kooperieren bringt in der Summe mehr als Konkurrenz oder die unabhängige Suche nach privaten Vorteilen (siehe z.B.: Efficient Consumer Response).
  6. Vision: Visionen zum eigenen Weg, Teamziel oder der Firma schaffen erst Identifikation mit einem Ziel.
  7. Eleganz: Delphine lieben präzise, saubere und vor allem einfache – eben elegante – Lösungen. Elegante Verhandlungsführung heißt beispielsweise, dass die Lösung für beide Parteien langfristig zur Zufriedenheit führen und Sinn machen muss.

Anwendung und Kritik

In verschiedenen Bereichen werden DelphinStrategien praktisch eingesetzt:

Neben ihrer theoretischen Grundlage ist der schwierige Schritt zum erfolgreichen Praxistransfer nach Angaben der Urheber erfolgreich gelöst. Kritische Auseinandersetzungen mit der Methode, Berichte über nachteiliges Wirken oder destruktive Ergebnisse bei Anwendung sind in der breiten Öffentlichkeit nicht bekannt. Allerdings wird die Methode von besonders erfolgreichen Menschen kritisiert, die ihre Motivation auch aus der Niederlage von Wettbewerben beziehen und deren Ethik in Verhandlungen mit anderen oder in der eigenen Unternehmensführung grundsätzilch nicht das Teilen von Macht und Geld vorsieht (sog. Patriarchen). Er muss sich im Zuge neuer Wettbewerbszwänge noch zeigen, ob neue und effektive Methoden wie die Delphinstrategie noch Zulauf gewinnen, um im globalen Wettbewerb zu bestehen. Der sog. Haifisch-Konkurrenzkampf – häufig auch aus Sicht des Shareholder value mittel- bis langfristig ein Nullsummenspiel – steht Ansätzen wie der Delphinstrategie, wie generell den Interessen der Stakeholder als Ganzes dennoch oft entgegen.

Kritisiert wird mitunter auch, dass die Methode vermarktet wird und in ihren Methapern nicht gesichert dargestellt wird. Anleihen bei Tieren werden von manchen Menschen als peinlich empfunden, und die Tatsache, dass mit der Methode an sich ein eigenes Vermarktungsinteresse verbunden wird, hält manche Kritiker davon ab, ihre, oder ähnlich vermarktete Konzepte, Inhalte ernsthaft zu prüfen.

Siehe auch

Weblinks

Literatur

See also: Delphinstrategie, Autor, Betriebswirtschaft, Clienting, Coaching, DISG-Modell, Delfine, EQ, Efficient Consumer Response, Empowerment