Denotat
Das Denotat (lateinisch denotatum: 'das Bezeichnete') bzw. die Denotation ist
- ein Gegenstand im weitesten Sinne,
- etwas, das durch seinen Eigennamen benannt oder bezeichnet werden kann (Alonzo Church),
- in der Sprachwissenschaft: die eigentliche Bedeutung eines Wortes.
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Beispiele
Bedeutung
Die Wörter Ehefrau und Gattin haben das gleiche Denotat und sind somit synonym, sie gehören aber einer unterschiedlichen Stilebene an bzw. können nicht ohne weiteres in allen Kontexten ausgetauscht werden (Konnotation)
Eigennamen
Der Eigenname Rhein bezeichnet den bekannten deutschen Fluss 'Rhein', und der Fluss selbst ist das Denotat des Namens Rhein.
Der Gegenstand und die Verwendung bei Gottlob Frege
Das Denotat ist der Gegenstand, den der Name bezeichnet. Frege verwendete zur Bezeichnung eines solchen Gegenstandes die Termini Bedeutung und Nominat(um).
Nach Frege können die Namen einen unterschiedlichen Sinn haben, sich aber auf ein und dasselbe Nominat beziehen.
Beispiel:
Der Planet Venus heißt auch Morgenstern und Abendstern.
Name ohne Denotat
Aber auch der Fall ist möglich, dass der eine oder andere Name zwar einen Sinn hat, aber kein Denotat.
In der Logikliteratur wird dazu folgendes Beispiel aufgeführt:
Der Begriff, der durch die Wörter König von Frankreich ausgedrückt wird, hat einen Sinn, da man immer fragen kann, ob ein gegebenes Objekt gegenwärtig König von Frankreich ist oder nicht.
Es ergibt sich kein Widerspruch mit der objektiven Realität, wenn man fragt, ob König von Frankreich auch gegenwärtig ein Objekt einer bestimmten Art bezeichnet; aber es ergibt sich ein Widerspruch, sobald angenommen wird, dass es gegenwärtig einen König von Frankreich gibt.
Folglich hat der Ausdruck König von Frankreich zwar einen Sinn, aber gegenwärtig kein Denotat.
Denotat und Designat
Manchmal wird zwischen Designat und Denotat in der Weise unterschieden, dass als Designat eines Wortes (z.B. Philosoph) die entsprechende gesamte Klasse (hier: Klasse der Philosophen) betrachtet wird und als Denotate die einzelnen Elemente der Klasse (z.B. Aristoteles, Leibniz, Hegel u.a.) angesehen werden.
Denotat und Konnotation
Neben der eigentlichen Bedeutung haben Wörter auch noch Gebrauchsmerkmale: in bestimmten Kontexten muss von zwei oder mehreren Synonymen eins ausgewählt werden: z.B. Gattin oder (Ehe-) Frau (für das gleiche Denotat). Diese zusätzlichen Gebrauchsmerkmale, die meist stilistisch motiviert sind, gehören zur Konnotation (oder zum Konnotat) eines Wortes.
Kategorie: Wissenschaftstheorie
Kategorie: Linguistik
