Der Ackermann aus Böhmen
Der Ackermann aus Böhmen ist ein Werk des Johannes von Tepl, das nach dem Tod von dessen erster Frau Margret am 1. August 1400 entstanden sein muss. Das ergreifende Streitgespräch zwischen dem Ackermann und dem Tod, den er wegen des Todes seiner Frau verklagt, gilt als eines der bedeutendsten Werke der spätmittelalterlichen deutschen Literatur.
Der Text beginnt:
Grimmiger tilger aller lande, schedlicher echter aller werlte, freissamer morder aller guten leute, ir Tot, euch sei verfluchet! got, ewer tirmer, hasse euch, vnselden merung wone euch bei, vngeluck hause gewaltiglich zu euch: zumale geschant seit immer! Angst, not vnd jamer verlassen euch nicht, wo ir wandert; leit, betrubnuß vnd kummer beleiten euch allenthalben; leidige anfechtung, schentliche zuversicht vnd schemliche verserung die betwingen euch groblich an aller stat; himel, erde, sunne, mone, gestirne, mer, wag, berg, gefilde, tal, awe, der helle abgrunt, auch alles, das leben vnd wesen hat, sei euch vnholt, vngunstig vnd fluchend ewiglichen! In bosheit versinket, in jamerigem ellende verswindet vnd in der vnwiderbringenden swersten achte gotes, aller leute vnd ieglicher schepfung alle zukunftige zeit beleibet! Vnuerschampter bosewicht, ewer bose gedechtnuß lebe vnd tauere hin on ende; grawe vnd forchte scheiden von euch nicht, wo ir wandert vnd wonet: Von mir vnd aller menniglich sei stetiglichen vber euch ernstlich zeter geschriren mit gewundenen henden!
Hörspielfassung
- Der Ackermann und der Tod. Nach der gleichnamigen Erzählung von Johannes von Saaz. Hörspiel von Gunnar Müller-Waldeck. Klavierimprovisation: Burghard Meier. Regie: Barbara Plensat. Prod.: Rundfunk der DDR, 1981.
Weblinks
- Einführung zum digitalen Faksimile der Heidelberger Bilderhandschrift
- E-Text (hiernach zitiert)
Ackermann aus Böhmen, Der
