Der gestiefelte Kater
Der gestiefelte Kater ist ein volkstümliches Märchen, dass sich in der ersten Auflage der Sammlung der Kinder- und Hausmärchen (KHM) der Brüder Grimm noch als Nr.33 fand, dann in der Ausgabe letzter Hand nicht mehr enthalten war und in der später von Heinz Rölleke herausgegebenen Ausgabe als Nr.5 im Anhang erschien.
Inhalt und Würdigung
Das Märchen greift die Ungerechtigkeit einer typischen Erbsituation auf: Bei dem Tode eines Müllers fällt an den ältesten Sohn die Mühle, an den zweiten noch ein Esel und an den dritten ein anscheinend völlig wertloser Kater. Der Kater, der überraschend der menschlichen Sprache mächtig ist, vermag es nun aber, seinen Besitzer zu überzeugen, auf ein Paar Handschuhe, die sich aus dem Katzenfell anfertigen ließen, zu verzichten und stattdessen noch sein letztes Geld in ein Paar unsinnig erscheinende Stiefel für den Kater zu investieren.
Aus Dankbarkeit (auch wenn die Notwendigkeit des Stiefelpaares kaum sichtbar wird) erjagt der Kater nun zuerst einen Sack Rebhühner, die er dem hiernach verlangenden König gegen eine Belohnung in Gold überlässt und verschafft dann seinem Herrn, dem armen Müllerssohn einen einträglichen Grund, indem er den Vorbesitzer, einen Zauberer bei dessen Eitelkeit zu mehreren Verwandlungskunststückchen überredet. Als dieser sich schließlich in eine Maus verwandelt, verspeist ihn dann der Kater. Der arme Müller aber wird so zum begüterten Grundbesitzer, der schließlich die Königstochter heiratet.
Das Märchen, das mit einfachen Motiven, der Frage der Ungerechtigkeit beim Erbgang, der Dankbarkeit des Katers und zuletzt des Glückes, das den vermeintlich schlechter Gestellten schließlich zum wohlhabenden Mann macht arbeitet, ist in vielen Varianten überliefert. Schon die Grimms selbst merkten an, eine Version des Gestiefelten Katers in Le chat botté von Charles Perrault zu kennen, die mutmaßlich italienische Ursprünge hat, zumindest aber bereits von Giovanni Francisco Straparola aufgezeichnet wurde.
Das Märchen wurde dann unter anderem von Ludwig Tieck in der gleichnamigen Komödie Der gestiefelte Kater, die bereits 1844 in Berlin uraufgeführt wurde, verarbeitet. Auch scheinen einige Parallelen zu Joseph von Eichendorffs Aus dem Leben eines Taugenichts von 1826 zumindest untergründig gegeben, wenngleich es hier auch der Müllersknabe selbst ist, der loszieht, sein Glück zu suchen. Der Stoff selbst gelangte über die Jahre seiner Rezeption dann in zahllosen Bearbeitungen für Kinder und schließlich einigen Verfilmungen in die Öffentlichkeit.
Textausgabe
Gestiefelte Kater Gestiefelte Kater Gestiefelte Kater Gestiefelte Kater Kategorie:Fiktives Tier
