Der rasende Roland

"Der rasende Roland" (Orlando furioso) ist ein Epos von Ludovico Ariosto.

Ariost arbeitete an seinem Hauptwerk von 1505 bis 1532 und gab es erstmals 1516 heraus. Zwei weitere, jeweils überarbeitete Fassungen folgten 1521 und 1532. Das Epos bestand zunächst aus 40 Gesängen, in der letzten Fassung aus 46, die Strophenform ist die Oktave (siehe Stanze).

Beim "Rasenden Roland" handelt es sich eigentlich um eine Fortsetzung. Matteo Boiardo schuf den unvollendet gebliebenen "Verliebten Roland" (1494). Es ist relativ schwer, eine Inhaltsangabe der beiden Epen zu geben: Es treten allerhand christliche und heidnische Könige und Ritter auf, schöne, teilweise auch kämpfende Damen, Zauberer und Zauberinnen und Fabeltiere (z. B. Orks). Zahlreiche Handlungsstränge durchziehen den "Verliebten" und den "Rasenden Roland".

Die Hauptfigur Roland (eigentlich Hruotland) ist der Neffe Karls des Großen. Als Angelika, eine chinesische Prinzessin, an den Hof Kaiser Karls kommt, verlieben sich die meisten Ritter in sie. Roland verliert später wegen seiner Liebe sogar den Verstand. Der britische Prinz Astolf macht eine Reise zum Mond, wo sich bekanntermaßen alle Gegenstände befinden, die auf der Erde verloren worden sind. Astolf findet dort Rolands Verstand und bringt ihn ihm zurück.

Dies ist nur einer von drei Haupt-Handlungssträngen. Daneben und zwischendurch geht es immer wieder um den Krieg zwischen Karl dem Großen und dem Sarazenen Agramante und um die Genealogie der Este. Ariost, der in Diensten der Este stand (er widmete das Werk dem Kardinal Ippolito I. d'Este), dichtete ihnen einen Stammbaum an, der auf wichtigen Figuren des Epos basiert.

"Der rasende Roland" hatte großen Einfluss auf die italienische Literatur, das französische Theater und William Shakespeare, etwa "Der Widerspenstigen Zähmung".

Im deutschen Sprachraum wurde das Werk weniger rezipiert. Zwar äußerten viele Personen ihre Bewunderung für den "Rasenden Roland", darunter Wieland, Goethe, Friedrich Schlegel, Schelling, Hegel, Jacob Burckhardt, Ernst Jünger und Karl May, Übersetzungen blieben aber Mangelware. Die erste (und unvollständige) stammt von Diederich von dem Werder (1632). Sie ist 2004 die einzige im Buchhandel erhältliche Übersetzung (und sehr teuer). Die letzte stammt von Alfons Kissler aus dem Jahr 1908. Als die beste gilt jene von Johann Diederich Gries (1808, 2. Auflage 1827/28).

Literatur

Italo Calvino: Ludovico Ariosts rasender Roland. Nacherzählt von Italo Calvino. Eichborn: 2004. ISBN 3-8218-4545-7

Weblinks

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See also: Der rasende Roland, Christoph Martin Wieland, Der Widerspenstigen Zähmung, Diederich von dem Werder, Epos, Ernst Jünger, Este (Familie), Friedrich Schlegel, Friedrich Wilhelm Joseph von Schelling, Genealogie