Der talentierte Mr. Ripley

Der talentierte Mr. Ripley (The Talented Mr. Ripley) ist der Titel eines Romans von Patricia Highsmith aus dem Jahr 1955 und eines auf dem Roman basierenden Spielfilms von Anthony Minghella (Drehbuch und Regie) von 1999.

Inhaltsverzeichnis

Romanhandlung

Ripley ist ein junger Mann, der versucht, in New York zu überleben, ohne Aussichten, aber mit dem Talent, immer das Verlangte zu tun. Als er vom reichen Herbert Greenleaf gebeten wird, nach Italien zu reisen, um Greenleafs umherreisenden Sohn Dickie davon zu überzeugen, in die USA zurückzukehren und sich seinen Verpflichtungen zu stellen, sieht Ripley dies als willkommene Gelegenheit. Kurz nach seiner Ankunft in Italien trifft er Dickie und seine Freundin Marge Sherwood, und drängt sich schnell in deren Leben hinein. Ein alter Freund, Freddie Miles, argwöhnt bei einem Besuch Ripley Motive. Seine Ankunft erschüttert Ripleys Idylle und führt dazu, dass er zur Seite geschoben wird.

Während Ripley Freddie deswegen tadelt, wird deutlich, dass Dickie seine eigene Entscheidung getroffen hat. Dickie hat den Ruf, Leute auszurangieren, wenn er ihrer müde geworden ist, und er beginnt, Ripley ständige Anwesenheit und wachsende Abhängigkeit übel zu nehmen. Ripleys eigene Gefühle werden verkompliziert durch seine wachsende Zuneigung zu ihm und durch den Wunsch, sich das neue Leben in Wohlstand, das Dickies ihm bietet, zu erhalten. Die beiden Männer fahren gemeinsam in einen Urlaub, in dem Dickie Ripley endlich zur Rede stellt und ihn auffordert, nach dem Urlaub in die USA zurückzugehen. Nun beginnt Ripley, Pläne zu schmieden. Die beiden mieten in San Remo ein kleines Boot; Ripley erschlägt Dickie an Bord und versenkt das Boot mit dem Leichnam.

Er nimmt Dickies Identität an, bereitet sorgfältig das Zusammentreffen mit Marge vor, in dem er sie davon überzeugen will, dass Dickie sie zwar verlassen habe, es ihr aber erlaubt sei, weiterhin auf seine Kosten zu leben. Freddie Miles schöpft Verdacht, und als er nach Rom kommt, um Dickie zu besuchen, entdeckt er Ripley an dessen Stelle. Die Konfrontation endet mit dem Tod Freddies. Ripley Existenz wird nun ein Katz-und-Maus-Spiel mit der italienischen Polizei, in dem es Ripley jedoch gelingt, in Sicherheit zu bleiben. Dickies Vater und Marge stellen Ripley, er erwägt, Marge ebenfalls zu ermorden, sieht aber davon ab, als er merkt, dass die beiden seine Geschichte akzeptiert haben. Der Roman endet mit der Rückkehr Ripleys in die Vereinigten Staaten.

Anmerkungen

Highsmith erhielt für diesen Roman, in dem die Figur des Tom Ripley erstmals auftritt, den Edgar Allen Poe-Preis der Mystery Writers of America. Weitere Ripley-Romane sind Ripley Under Ground, Ripley's Game , Der Junge der Ripley folgte (The Boy Who Followed Ripley) und Ripley Under Water (die deutsche Ausgabe der Romane haben die amerikanischen Originaltitel zumeist beibehalten).

Verfilmungen

Nur die Sonne war Zeuge

Der Roman wurde erstmals 1960 unter dem Titel Plein Soleil (deutsch: Nur die Sonne war Zeuge) von René Clément mit Alain Delon als Ripley und Maurice Ronet als Philip Greenleaf verfilmt.

Der talentierte Mr. Ripley

In der Version von 1999 spielen Matt Damon (Ripley), Gwyneth Paltrow (Marge Sherwood), Jude Law (Dickie Greenleaf), Cate Blanchett (Meredith Logue – eine für diesen Film neu geschaffene Rolle), Philip Seymour Hoffman (Freddie Miles), Jack Davenport (Peter Smith-Kingsley – ebenso neu geschaffen) und James Rebhorn (Herbert Greenleaf). Der Film wurde hauptsächlich in Italien hergestellt, mit Bildern aus Rom und Venedig als Kulisse.

Abweichungen des Filmes vom Roman

Der Film folgt Highsmiths Handlung sehr eng, obwohl Minghella einige subtile Änderungen einbaut, neue Charaktere einführt, um Ripleys Dilemma noch komplizierter zu machen.

Im Roman ist Marge altmodisch und unsicher, wird sie nur eine in einer ganzen Reihe von Frauen sein, die Dickie ausnutzt. In der von Gwyneth Paltrow gespielten Rolle hingegen ist sie ein passendes Gegenstück zu Dickie, und der Film suggeriert in mehreren Szenen, dass Dickies Gefühle ihr gegenüber echt sind.

Der Film erklärt darüber hinaus Ripleys Interesse an Dickie unverhohlen als sexuell. Während darauf im Roman nur angespielt wird, erweitert der Film Ripleys Gefühle bis hin zu Eifersucht und Minderwertigkeit, und schafft dadurch größere Spannungen zwischen den Charakteren.

Das Motiv für den Mord an Dickie ist ganz anders, obwohl die Situation die gleiche ist. Im Film tötet Ripley Dickie im Affekt, nachdem dieser ihn verspottet und zurückgewiesen hat. Dann verwischt er schnell seine Spuren. Im Roman ist der Mord vorsätzlich, plant Ripley jedes Detail im Voraus, und führt ihn dann auch entsprechend aus.

Minghella schafft zwei neue Rolle, um Ripley mit zusätzlichen Schwierigkeiten zu konfrontieren. Meredith Logue ist eine amerikanische Erbin, die vom Reichtum ihrer Familie gelangweilt ist, aber dennoch gerne deren Geld ausgibt. Sie trifft Ripley kurz nach seiner Ankunft in Italien, wo er sich ihr schon als Dickie Greenleaf vorstellt. Mit der gemeinsamen Verachtung ihrer Familien denkt sie, in Ripley (alias Greenleaf) einen verwandten Geist gefunden zu haben. Ihre Anwesenheit in Rom bringt Ripley Probleme, während er mit Marge zusammen ist, da Meredith, die ihn nur als Dickie kennt, immer im ungeeigneten Moment erscheint.

Gegen Ende des Films reist Ripley mit seinem homosexuellen Freund Peter Smith-Kingsley, eine weitere neue Figur im Film, auf einem Ozeandampfer nach Athen, er ist der Entdeckung seiner Morde entkommen, als Meredith zufällig einmal mehr in sein Leben tritt, und die Schwierigkeiten wieder akut werden: Peter kennt ihn als Ripley, Meredith als Dickie, und Peter kennt Meredith, ein Zusammentreffen an Bord ist unausweichlich, die Entdeckung ebenso.

Als Ripley Meredith betrachtet, fragt sich das Publikum, ob sie nun auch in Gefahr ist, aber da sie in einer Menschenmenge ist, lässt Ripley sie in Ruhe. In seiner Kabine dagegen trifft er auf Peter Smith-Kingsley, den er nun mit einem Schal erwürgt... Der Film endet mit diesem Mord, einem weiteren Beispiel für Ripleys opportunistischen Charakter, der ihm zu morden erlaubt, auch wenn die Entdeckung wahrscheinlich ist. Das Publikum muss annehmen, dass er aufgrund Merediths Anwesenheit auf dem Schiff seine Reise als Dickie Greenleaf beenden wird.

Oscar-Nominierungen

Der Film erhielt Oscar-Nominierungen in den Kategorien:

Weitere Verfilmungen mit Tom Ripley

Ripley Under Ground erfuhr bisher zwei Verfilmungen: 1977 drehte Wim Wenders Der amerikanische Freund mit Dennis Hopper in der Riply- Rolle und Bruno Ganz, 2005 Roger Spottiswoode Ripley Under Ground mit Barry Pepper in der Hauptrolle. Daneben besetzte er Tom Wilkinson, Willem Dafoe, Alan Cummings, Claire Forlani und Ian Hart.

Ripley's Game entstand 2002 mit John Malkovich als Ripley sowie Ray Winstone, Hanns Zischler und Dougray Scott. Regie führte Liliana Cavani.

Weblinks

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See also: Der talentierte Mr. Ripley, 1955, 1960, 1977, 1999, 2002, 2005, Alain Delon, Anthony Minghella