Deszendenztheorie
Die Deszendenztheorie( lat. descendere : nach unten sinkend) bezeichnet eine fundamentale Teiltheorie der Phylogenetik, die besagt, daß die gegenwärtige, hinsichtlich gemeinsamer und unterschiedlicher Merkmale gradweise abgestufte Mannigfaltigkeit der Lebewesen durch die abgestufte Abstammung (Deszendenz) und evolutionäre Veränderung in der erdgeschichtlichen Vergangenheit entstanden ist.
Die Begründung der Theorie durch Charles Darwin
Die Theorie wurde durch Charles Darwin wissenschaftlich begründet. Die Deszendenztheorie besitzt die logische Struktur einer Erklärung. Als Explanandum tritt das hierarchisch aufgebaute, auf Homologien gegründete natürliche Klassifikationssystem der Organismen auf, das ihre gradweise abgestufte Mannigfaltigkeit widerspiegelt.
Die Theorie begründet auf Gesetzesaussagen
Als Gesetzesaussagen des Explanans fungieren
- das Redische Prinzip Omne vivum e vivo (Alles Lebende entsteht nur aus Lebendem : Biogenesis)
- das Gesetz der identischen Reduplikation der Erbinformation
- das Gesetz der Beziehungen von Idiotypus und Phänotypus
- das Gesetz der natürlichen Auslese im Kampf ums Dasein
- das Gesetz der Mutationsrate
Explanandum und Explanans lassen sich logisch nur mit einer Konsequenz verknüpfen, mit der Erkenntnis der Entwicklung des Lebens von einem gemeinsamen Anfang her auf sich verzweigende Wegen im Verlauf der Erdgeschichte.
Es gibt weder eine andere wissenschaftliche Antwort auf die Frage nach der Herkunft der heute existierenden Lebewesen noch irgendwelche ihr widersprechenden Tatsachen.
Die Deszendenztheorie bereitete den metaphysischen Auffassungen über die lebende Natur und dem Schöpfungsglauben in den naturwissenschaftlichen Auffassungen ein Ende.
Sie bildet heute als theoretische Voraussetzung eine gesicherte Basis für die Untersuchung und weiteren Erforschung der Geschichte und Entwicklung des Lebens auf der Erde und ihrer bestehenden Gesetzmäßigkeiten, ihre Strukturen und Funktionen betreffend.
Kategorie:Genetik
Kategorie:Evolution
