Deus lo vult

Deus lo vult (Spätlatein für Gott will es!) - Mit diesen Worten rief Papst Urban II. 1095 auf der Synode von Clermont zum Befreiungsfeldzug Jerusalems auf. Damit begründete er den ersten Kreuzzug, der zur Befreiung der Heiligen Stätten beitragen sollte und den einzelnen Teilnehmern helfen sollte, ihre Sünden abzubüßen.

Der Ausdruck gibt Zeugnis für ein heute nur mehr schwer nachvollziehbares religiöses Sendungsbewußtsein, das zur Erreichung seiner Ziele auch vor politischer Gewalt nicht zurückschreckte. Diese wurde entsprechend dem Modell des "gerechten Krieges" als auf Verteidigung bzw. Rückeroberung widerrechtlich angeeigneter Gebiete ausgerichtete für sittlich vertretbar, ja sogar für gottgewollt gehalten. Der Kreuzzug als Krieg der Papstkirche wurde - so die Intention des Ausdrucks - in der Stellvertreterschaft Gottes geführt.

Im kritischen Rückblick zeigt der Ausdruck, dass gerade die Berufung auf den Willen Gottes oft mißbraucht wurde für inhumane Ziele. Die Geschichte der Kreuzzüge ist unbeschadet dessen differenziert zu sehen und nur aus dem damaligen geschichtlichen Kontext verständlich.

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Literatur

Kotzur, H.J. (Hrsg.)- Die Kreuzzüge, Katalog der Ausstellung im Dommuseum Mainz, Zabern Verlag, Mainz 2004

See also: Deus lo vult, 1095, Erster Kreuzzug, Kreuzzug, Latein, Papst, Synode von Clermont, Urban II. (Papst)