Deutsche Orient-Gesellschaft
Die Deutsche Orient-Gesellschaft (DOG) ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Berlin.
Gegründet wurde die DOG 1898 in Berlin zwecks Förderung der Forschungen und der Belebung des öffentlichen Interesses auf dem Gebiet der orientalischen Altertumskunde vor dem Hintergrund, dass Ende des 19. Jahrhunderts das öffentliche Interesse an neuen Entdeckungen im Land der Bibel stark gestiegen war. Das Spektrum erstreckt sich auf die Kulturen des Vorderen Orients und deren Einflussbereiche und zeitlich von den Anfängen der Kulturen bis zur islamischen Zeit. Die Geschichte der verschiedenen Kulturen werden unter sprachlichen und archäologischen Gesichtspunkten betrachtet.
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Geschichte
Zahlreiche damals bekannte und wohlhabende Personen gehörten zu den ersten Mitgliedern der Deutschen Orient-Gesellschaft. Einer der Gründerväter war der Berliner Mäzen James Simon. Unter anderem durch seine vielfältigen Kontakte war es der DOG möglich, kostenintensive Ausgrabungen im Orient aus eigenen Mitteln zu finanzieren. Mit der Erforschung von Babylon konnte schon direkt nach der Gründung eine Unternehmung begonnen werden, das weltweit Aufsehen erregte. Von 1898 bis 1917 wurden dort unter der Leitung von Robert Johann Koldewey so bedeutende Bauwerke wie die heute im Vorderasiatischen Museum innerhalb des Berliner Pergamonmuseums zu besichtigende Prozessionsstraße von Babylon mit dem Ischtar-Tor, die Paläste Nebukadnezars, der berühmte Turm zu Babel sowie die Hängenden Gärten der Semiramis freigelegt.
Im Jahre 1901 übernahm der stark an Archäologie interessierte Kaiser Wilhelm II. das Protektorat über die DOG. In Folge erhielt die DOG erhebliche Zuwendungen aus dem kaiserlichen Dispositionsfonds, die weitere Grabungen finanzieren halfen.
1998 feierte die DOG ihr hundertjähriges Jubiläum mit einem Festakt im Pergamon-Saal auf der Museumsinsel (Berlin) in Anwesenheit des Bundespräsidenten.
Seit den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts finden alle zwei Jahre Colloquien mit Vorträgen internationale Wissenschaftler unter einem Oberthema an den verschiedenen Universitätsstandorten in der Bundesrepublik statt.
Derzeitiger Vorsitzender der DOG ist Prof. Dr. Hans Neumann (Westfälische Wilhelms-Universität Münster).
Ausgrabungen
Seit der Gründung finden mit Unterbrechungen durch die Weltkriege Ausgrabungen an verschiedenen Ruinenstätten des Vorderen Orients statt. Die bedeutendsten sind Achet-Aton (Tell el-Amarna), Assur, Babylon, Borsippa, Hatra, Hattuscha, Jericho, Kar-Tukulti-Ninurta und Uruk. Darunter sind einige der größten Hauptstädte aus den altorientalischen Kulturen.
Publikationen
- jährliche Zeitschrift Mitteilungen der Deutschen Orient-Gesellschaft
- jährliche Zeitschrift Alter Orient aktuell
- Wissenschaftliche Veröffentlichungen der Deutschen Orient-Gesellschaft (WVDOG)
- Colloquien der Deutschen Orient-Gesellschaft (CDOG)
- Abhandlungen der Deutschen Orient-Gesellschaft (ADOG)
