Deutsche Journalistenschule
Die Deutsche Journalistenschule (DJS) ist eine nichtakademische private Journalistenschule in München.
Die DJS bildet Nachwuchsjournalisten zu Redakteuren aus. Die Schule zahlt keine Ausbildungsvergütung und verlangt kein Schulgeld. Träger sind 49 Einrichtungen von A wie Abendblatt bis Z wie Die Zeit.
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Ausbildung
Pro Jahr nimmt die DJS 45 Schüler in die breite Ausbildung zum Print-, Hörfunk-, Fernseh-, und Online-Redakteur auf. Es gibt zwei Ausbildungswege:
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- Kompaktausbildung
Die Kompaktausbildung ist 16 Monate Praxis pur. Das zweite Praktikum findet bei Zeitschriften oder beim Rundfunk statt.
- Aufbaustudiengang
Parallel zur praktischen Ausbildung an der DJS studieren die Schüler am Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung der renommierten Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU). Wer die 8 geforderten Scheine einsammelt, die Abschlußptüfung besteht und die Diplomarbeit geschrieben hat, dem verleiht die Sozialwissenschaftliche Fakultät den Titel „Diplom-Journalist postgrad.“ bzw. „Diplom-Journalistin postgrad.“
Bewerbung
Je nach Ausbildungsweg müssen die Bewerber unterschiedliche Voraussetzungen erfüllen.
- Kompaktausbildung: Jünger als 29 Jahre
- Aufbaustudiengang: Jünger als 31 Jahre, Uni-Abschluss. Egal ob Diplom, Magister, Bachelor, Master oder Staatsexamen. Fachhochschulabschlüsse reichen nicht.
Das Bewerbungsverfahren der DJS ist zweistufig und für beide Ausbildungswege gleich.
- Stufe 1: Reportage, Rechercheplan und ausformulierten Lebenslauf schreiben und einreichen.
- Stufe 2: Ein zweitägiger Test an der DJS in München. Tag 1: Wissenstest, Bildertest, Schreibtest. Tag 2: Gesprächsrunde mit 6 bis 8 gestandenen Journalisten.
"Das Schultor gleicht einem Nadelöhr", schreibt die DJS auf ihrer Webseite.
- 2000 Interessenten fordern jedes Jahr die Bewerbungsunterlagen an.
- 700 Kandidaten senden die geforderten Unterlagen ein.
- 150 Bewerber werden zum Auswahlverfahren nach München eingeladen,
- 45 in die DJS aufgenommen.
Die gute Nachricht: Wer es beim ersten Mal nicht geschafft hat, kann sich so lange bewerben, bis er zu alt ist. "Eine gewisse Hartnäckigkeit gehört zum journalistischen Handwerk", schreibt die DJS dazu.
Hintergrund
Wegen der Pressefreiheit in Artikel 5 Grundgesetz ist die Ausbildung für Journalisten nicht staatlich geregelt und daher unter anderem über Privatschulen und Volontariate organisiert. Da die Pressefreiheit für jeden Bürger gilt, darf sich auch jeder „Journalist“ nennen. "Journalist" ist also im Gegensatz zu "Metzger" oder "Schreiner" keine geschützte Berufsbezeichnung. Mit dem "Redakteur" ist das anders. Redakteur darf sich nur der nennen, der eine Ausbildung an einer Journalistenschule oder ein Volontariat abgeschlossen hat.
Geschichte
Die DJS wurde am 17. September 1959 als eingetragener und gemeinnützigen Verein gegründet. Das Schulhaus steht am Altheimer Eck 3 in München. Die DJS ging aus der ersten Schule für journalistische Praxis der Bundesrepublik, dem Werner-Friedmann-Institut, hervor.
Das Werner-Friedmann-Institut wurde am 29. April 1949 von Werner Friedmann, dem damaligen Chefredakteur der Süddeutschen Zeitung und Herausgeber der Abendzeitung, in München gegründet. Friedmann entwarf die Schule nach dem Vorbild der Graduate School of Journalism der Columbia University in New York City, die er während einer sechswöchigen USA-Reise besuchte. Er wollte Journalismus nicht von Akademikern in Hörsälen, sondern von gestandenen Journalisten in "Lehrredaktion" unterrichten lassen.
Die DJS orientiert sich an Friedmanns Zielen, Ideen und Methoden. Der bisherige Leiter des Werner-Friedmann-Instituts, Rolf Meyer, wird 1959 der erste Leiter der DJS. Am 3. November 1961 beginnen die 15 Teilnehmer der ersten Lehrredaktion der DJS ihre Ausbildung. Seit 2002 leitet Ulrich Brenner die Schule. Im Oktober 2005 beginnt die 44. Lehrredaktion ihre Ausbildung.
Absolventen
Die Schule hat viele renommierte Journalisten hervorgebracht, u. a.:
- Burkhard P. Bierschenck, Verleger, Verlag Neuer Merkur
- Axel Hacke, Autor, Süddeutsche Zeitung
- Florian Hanig, Geschäftsführender Redakteur, GEO
- Wolfgang Herles, Redaktionsleiter, ZDF aspekte
- Günther Jauch, Moderator, RTL (15. Lehrredaktion)
- Peter Carlo Kanzler, Chefredakteur, Apotheken Umschau
- Kurt Kister, Stellvertretender Chefredakteur, Süddeutsche Zeitung
- Timm Klotzek, Redaktionsleiter, NEON
- Sandra Maischberger, Moderatorin ARD
- Katja Marx, Hörfunk-Nachrichtenchefin, Hessischer Rundfunk
- Mercedes Riederer, Chefredakteurin Hörfunk, Bayerischer Rundfunk
- Helmut Stegmann, Chefredakteur aD, tz
- Uta Thofern-Dieste, Chefredakteurin, Deutsche Welle Radio
- Martin Tzschaschel, Stellvertretender Chefredakteur, P.M. Magazin
- Jan Weiler, Chefredakteur, "Süddeutsche Zeitung Magazin"
- Maria von Welser, Leiterin des ZDF-Auslandsstudios in London
- Christof Lang, Moderator RTL
Träger
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Die Schule erhält zusätzlich Gelder vom Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, dem Freistaat Bayern und der Landeshauptstadt München. Für die Praxis-Ausbildung der Studentenklassen übernimmt die LMU München einen Teil der Kosten.
Weblinks
- Webseite der Deutschen Journalistenschule
- Info-Webseite der 42. Lehrredaktion für "die Neuen"
- Info-Webseite der 41. Lehrredaktion
- DIE ZEIT Interview (2002) mit DJS-Leiter Ulrich Brenner
- DIE ZEIT Artikel (2002) einer DJS-Bewerberin
- DIE ZEIT Interview (2000) mit Absolventen
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