Deutschlandfunk
Deutschlandfunk (DLF) ist der Name für das informationsorientierte Hörfunkprogramm des Deutschlandradios. Bis 1993 war der Deutschlandfunk eigenständig, seit 1994 ist er eines von zwei Programmen des DLR. Studiostandort ist Köln, Raderberggürtel 40.
thumb|230px|Deutschlandfunk-Gebäude in Köln
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Programm
Die thematischen Schwerpunkte des Deutschlandfunks sind Informationen und Hintergrundberichte. Der Musikanteil ist verhältnismäßig gering. Tagesaktuelle Geschehnisse aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft stehen im Vordergrund.
- Nachrichten werden wochentags von 5.00 Uhr bis 18.00 zu jeder vollen und halben Stunde, in den übrigen Zeiträumen zur vollen Stunde gesendet.
- Wochentags sendet der DLF von 5.00 Uhr bis 9.00 Uhr das Nachrichtenmagazin Informationen am Morgen mit Wortbeiträgen von ca. 5 bis 10 Minuten Länge. Desweiteren werden von 12.00 Uhr bis 13.30 Uhr die Informationen am Mittag, von 18.10 Uhr bis 18.40 die Informationen am Abend und von 23.00 Uhr bis 24.00 Uhr die Sendung Das war der Tag ausgestrahlt. Im Anschluß an die Informationen am Abend gibt es bis 19.00 Uhr die Sendung Hintergrund Politik bzw. sonntags Hintergrund Wirtschaft; hier wird stets ein Thema der Zeitgeschichte ausführlich abgehandelt. Außerdem wird mehrmals täglich eine nationale und eine internationale Presseschau mit Auszügen aktueller Kommentare erstellt. Die Informationen am Morgen gelten als Flaggschiff des Deutschlandfunks. Innerhalb dieser Sendung ragt werktäglich um 7.15 das Interview am Morgen, meistens per Telefon mit einem Politiker, besonders hervor; dieses Interview stellt häufig einen Gegenstand der tagesaktuellen Berichterstattung in den meinungsbildenden Medien dar. Seit der Einführung des öffentlich-rechtlichen Frühstücksfernsehens, das ebenfalls Liveinterviews bietet, hat die journalistische Bedeutung des Interviews allerdings etwas abgenommen. Das Deutschlandradio als den Deutschlandfunk betreibende Rundfunkanstalt weist in seiner Selbstdarstellung darauf hin, daß seine Informationssendungen in Multiplikatorenkreisen (Journalisten, Entscheider in Politik und Wirtschaft) sehr beliebt sind und die Informationsprogramme der Landesrundfunkanstalten diesbezüglich deutlich in den Schatten stellen.
- Wochentags werden außerhalb der tagesaktuellen Magazine von 5.00 Uhr bis 18.00 Uhr täglich wiederkehrende Schwerpunktmagazine gesendet, und zwar Europa heute mit Kurzfeatures aus anderen europäischen Ländern, Deutschland heute entsprechend zu Inlandsthemen, Campus und Karriere zu Fragen der Hochschulausbildung, Büchermarkt, Forschung aktuell mit Berichten zu neuen Entwicklungen in der Naturwissenschaft und Medizin, Umwelt und Landwirtschaft und Kultur heute. Desweiteren gibt es zwei tägliche Wirtschaftsmagazine, wovon das eine eher das Börsen- und Unternehmensgeschehen, das andere eher sozioökonomische Entwicklungen fokussiert. Vormittags gibt es ein eineinhalbstündiges Gesprächsformat mit Studiogästen und Höreranrufen jeweils zu einem Thema. Nachmittags gibt es ein einstündiges Magazin zur Szenekultur mit Musik.
- Abends gibt es einstündige Schwerpunktsendungen, die sich teilweise jeweils nur mit einem Thema, teilweise im Magazinformat mit mehreren befassen, sowie Hörspiele, Features und längere Musikstrecken.
- Sonntags von 9.30 Uhr bis 10.00 Uhr wird die mehrteilige Reihe Kultur am Sonntagmorgen ausgestrahlt. Themen waren bislang unter anderem: Islam in Deutschland (August bis September 2001), Was ist ein Bild? - Antworten der Kunst und Philosophie, der Neurophysiologie, der Medienwissenschaft und Kunstgeschichte (August bis September 2002) und Der Dialog der Generationen (Januar bis März 2005). Im Internet existiert ein Archiv der Sendungen [1].
Im Kölner Funkhaus werden teilweise auch Sendungsbestandteile für Deutschlandradio Kultur produziert. Die Sendungen werden nicht durch Werbung unterbrochen.
Auf der Homepage des Deutschlandfunks stehen zu zahlreichen Sendungen ausführliche Begleitinformationen zur Verfügung. Ausgewählte Beiträge werden mittlerweile auch als Audiofile (Audio on Demand) zur Verfügung gestellt (siehe unten angegebene Weblinks).
Geschichte
Anfang der 1950er Jahre gaben die Mitglieder der ARD dem Norddeutschen Rundfunk (NDR) den Auftrag, auf Langwelle ein bundesweites Hörfunkprogramm zu produzieren und auszustrahlen, nachdem die DDR einen Langwellensender Deutschlandsender in Betrieb nehmen konnte. Nach langwierigen Verhandlungen konnte der NWDR 1953 erste Versuchssendungen ausstrahlen. Drei Jahre später (1956) konnte der inzwischen bestehende NDR dann den Regelbetrieb des mit "Deutscher Langwellensender" bezeichneten Programms aufnehmen. Für das Programm war somit der jeweilige Intendant des NDR verantwortlich. Bemerkenswert ist, dass der "Deutsche Langwellensender" sein Programm aus bandbreitentechnischen Gründen in der Betriebsart AM-kompatible Einseitenbandmodulation ausstahlte.
Im Jahre 1960 wurde per Bundesgesetz die eigenständige Bundesanstalt des öffentlichen Rechts (Rundfunkanstalt) "Deutschlandfunk" (DLF) mit Sitz in Köln gegründet. Damit erlosch der Auftrag der ARD an den NDR, die "Deutsche Langwelle" zu betreiben. Die Langwelle wurde dem neuen Sender "Deutschlandfunk" übergeben, der am 1. Januar 1962 mit der Ausstrahlung eines deutschsprachigen Hörfunkprogramms startete. Später wurden auch fremdsprachige Sendungen produziert, die in den Abendstunden über Langwelle und Mittelwelle in weite Teile Europas ausgestrahlt wurden. Zielgruppe der Programme waren vor allem Hörerinnen und Hörer der DDR und Osteuropas. Der Deutschlandfunk war somit das Pendant zur Stimme der DDR.
Der DLF war der erste deutsche Radiosender, der regelmäßig einen Verkehrsfunk ausstrahlte; bei ihm wurde der berühmte "Verkehrspiepser" (amtlich:Hinz-Triller) entwickelt.
Nach der Vereinigung der beiden deutschen Staaten 1990 hatte der DLF seinen ursprünglichen Auftrag, die DDR und Osteuropa mit Informationen aus West-Deutschland zu versorgen, verloren. Dennoch wollte man auch weiterhin Hörfunkprogramme für ganz Deutschland anbieten. Daher einigten sich die 16 Bundesländer mit Wirkung vom 1. Januar 1994 die Körperschaft des öffentlichen Rechts Deutschlandradio per Staatsvertrag unter dem gemeinsamen Dach der ARD und des ZDF zu errichten. In dieser neuen Körperschaft ging die bisherige Bundesanstalt des öffentlichen Rechts "Deutschlandfunk" auf. Die fremdsprachigen Programme des DLF waren bereits zum 1. Juni 1993 der Deutschen Welle übergeben worden.
Nachdem die neue Körperschaft Deutschlandradio (bis März 2005 "DeutschlandRadio" geschrieben) auf Grund des Staatsvertrages künftig zwei Hörfunkprogramme auszustrahlen hatte, blieb der Name "Deutschlandfunk" für das aus Köln zu produzierende Programm erhalten. Einen eigenen Intendanten hat der DLF seit 1994 jedoch nicht mehr.
Intendanten 1960-1993
- 1960-1966: Dr. Hermann Franz Gerhard Starke
- 1966-1972: Franz Thedieck
- 1973-1976: Reinhard Appel
- 1976-1988: Richard Becker
- 1988-1992: Edmund Gruber
- 1992-1993: Dettmar Cramer; kommissarisch bis zur Fusion zum DLR
Seit 1. Januar 1994 ist der DLF Bestandteil des Deutschlandradios.
Korrespondenten
- Frankreich, Paris: Christoph Heinemann
- USA, Washington, D.C.: Siegfried Buschlüter
- USA, Los Angeles: Kerstin Zilm
- Russland, Moskau: Isabella Kolar, zuvor Sabine Adler
- Großbritannien, London: Dr. Martin Zagatta
- EU, Brüssel: Gerhard Irmler und Peter Kapern
Übersicht über die aktuellen Auslands- und Landeskorrespondenten des Deutschlandradios.
Sendetechnik
Das Programm des Deutschlandfunks wird über UKW, Mittelwelle (Senderstandorte: Ehndorf bei Neumünster, Nordkirchen, Cremlingen bei Braunschweig, Thurnau, Heusweiler und Wilhelmskirch bei Ravensburg) und Langwelle (Senderstandorte Donebach und Aholming), über einen Kurzwellensender in Berlin, sowie analog und digital über das Astra-Satellitensystem und in den deutschen und einigen europäischen Kabelnetzen ausgestrahlt. Bis zum 31. Dezember 1994 wurde das Programm des Deutschlandfunks auch über den Mittelwellensender in Mainflingen verbreitet. Mit dem Aufbau eines UKW-Sendernetzes wurde erst in den 80er Jahren begonnen, bis heute ist der DLF in weiten Teilen Deutschlands über UKW nur sehr schwer bzw. gar nicht zu empfangen; dies gilt v.a. für Süddeutschland.
Live-Stream
Auf der Webseite des Deutschlandradios [2] wird darüberhinaus die Möglichkeit geboten, das aktuelle Programm als Live-Stream zu empfangen. Zusätzlich werden seit Mai 2004 ausgewählte Beiträge online archiviert und können via "audio on demand" angehört werden.
- Deutschlandfunk, MP3 (48 kBit/s
- Deutschlandfunk, Real Audio (44 kBit/s)
- Deutschlandfunk, Media Player (32 kBit/s)
