Dichterkrone
[[Bild:Pintoricchio 016a.jpg|thumb|250px|Dichterkrönung Piccolominis durch Friedrich III. Ausschnitt aus einem Fresko von Pintoricchio]] Mit dem Begriff der Dichterkrone wird heute im übertragenen Sinn die höchste Auszeichnung eines Dichters verstanden, die diesem überreicht werden kann. Ein poeta laureatus (lat. lorbeergekrönter Dichter) ist ein mit einem immergrünen Lorbeerkranz bekränzter Dichter.
Der Lorbeerkranz diente in der Antike dazu, einen Dichter zu krönen und ihn auf diese Weise offiziell auszuzeichnen. Dem Dichter sollte dauerhafter Ruhm zugesprochen werden.
Ausgezeichnete Dichter
- Konrad Celtis erhält als erster Deutscher am 18. April 1487 von Kaiser Friedrich III. (1452-1493) in Nürnberg die "Dichterkrone".
- Auch Enea Silvio de' Piccolomini (Papst Pius II.) wurde von Friedrich III. zum Dichter gekrönt.
- 1505 wurde der Elsässer Thomas Murner, 1512 der Schweizer Heinrich Loriti, genannt Glarean, und am 12. März 1514 in Linz dessen Landsmann Joachim von Watt von Kaiser Maximilian I. zum poeta laureatus gekürt.
- Ulrich von Hutten erhält die Dichterkrone von Kaiser Maximilian I. im Jahre 1517.
- Der Metzgerssohn Martin Opitz (1597-1639) erhält sie 1625 von Kaiser Ferdinand II. für ein improvisiertes lateinisches Panegyricum und wird 1627 sogar geadelt, ohne auf diesen Titel später zurückzugreifen.
- Wenzel Scherffer von Scherffenstein (1598-1674), verschafft sich diese Ehrung mit seinem Hauptwerk "Geist- und weltliche Gedichte" (1656).
- Am 30. März 1778 verlangen die frenetisch jubelnden Zuschauer bei der 6. Aufführung von Voltaires Tragödie "Irène" in der Comédie-Française schließlich, dass der anwesende Dichter bekränzt werde. Voltaire entfernt den Kranz sofort wieder.
- In Großbritannien gibt es heute noch das Amt des Poet laureate.
