Die satanischen Verse

Dieser Artikel behandelt den Roman von Salman Rushdie. Für die gelöschten Koransuren, auf die er sich bezieht, siehe den Artikel Satanische Verse.


Die satanischen Verse (The Satanic Verses) ist der Titel eines 1989 erschienen Romans von Salman Rushdie, der von indischen Emigranten in Großbritannien handelt und teilweise vom Leben des Propheten Mohammeds inspiriert ist.

Viele Muslime fühlten sich durch die satirische Darstellung in ihren religiösen Gefühlen verletzt - die meisten allerdings, ohne das Buch gelesen zu haben -, es kam zu Mordaufrufen gegen den Autor.

"Satanische Verse" ist die Bezeichnung für gewisse gelöschte Koran-Suren. Bekanntlich behauptete Mohammed, der Engel Gabriel würde ihm göttliche Offenbarung zuteil werden lassen. In einer Sure ging es um bei der Kaaba verehrte "alte" Gottheiten. Die ursprüngliche Fassung äußerte sich vorteilhaft über sie. Mohammed behauptete später, diese Fassung sei von Satan diktiert. Die neue Fassung verbot diese Götter praktisch. Diese Episode aus der Geschichte des Islam wird - zusammen mit vielen anderen, die nahelegen, daß Mohammed ein geschickter Politiker war ("Wie praktisch, ein Prophet zu sein"), göttliche Inspiration oder nicht - im Roman erzählt. Die Satanischen Verse sind schwer zu lesen, aber die islamische Geistlichkeit verstand nur zu gut, gerade weil diese Episoden - minus Rushdies literarischer Freiheit - vermutlich historisch so stattgefunden haben. Es kam zu Pogromen und dem berüchtigten Mordaufruf des iranischen Staatschefs Khomeini, siehe den Artikel Salman Rushdie. Mehrere Übersetzer des Buchs wurden ermordet.

In Deutschland wagte kein einzelner Verlag, Die satanischen Verse zu verlegen. Gleichzeitig wurde es als Akt der Verteidigung der Menschenrechte gesehen, die Publikation sicherzustellen. Schließlich gründete eine Arbeitsgemeinschaft der deutschen Verlage einen neuen Verlag mit Namen "Artikel 19" (dem Artikel, der in der europäischen Menschenrechtskonvention das Grundrecht auf Meinungsfreiheit zusichert), dessen einziger Zweck die Herausgabe der Verse war (ISBN 3-9802315-0-X). Im März 1997 erschien das Buch im Verlag Droemer Knaur als Taschenbuch (ISBN 3-426-60648-8).

Siehe auch

Literatur


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See also: Die satanischen Verse, Islam, Kaaba, Liste verbotener Bücher, Menschenrechte, Mohammed, Mohammed (Prophet), Pogrom, Ruhollah Khomeini, Salman Rushdie