Die Tierschutzpartei

Basisdaten
Gründungsdatum: 13. Februar 1993
Gründungsort: Bonn
Mitglieder: 1004 (Stand: 1. Februar 2005)
Vorsitzender: Jürgen Gerlach
Stellvertreter: Karin Rieden,
Margret Giese,
Frank-Michael Malchow
Schriftführer: Jürgen Matthes
Schatzmeister: Clauss Tiemeyer
Anschrift: Partei Mensch
Umwelt Tierschutz
- Die Tierschutzpartei -
Bundesgeschäftsstelle
Fritz-Schumacher-W. 111
60488 Frankfurt am Main
Parteigliederung: 13 Landesverbände,
Ortsverband Hagen,
Kreisverbände
Südliche Weinstraße
und Sangerhausen
Website: www.tierschutzpartei.de
E-Mail-Adresse: info@tierschutzpartei.de

Die Partei Mensch Umwelt Tierschutz (kurz: Die Tierschutzpartei) ist eine deutsche Partei.

Inhaltsverzeichnis

Inhaltliches Profil

Die Partei sieht in Mensch, Tier und Natur eine „untrennbare Einheit“. So strebt sie die Abkehr vom „anthropozentrischen Denken“ zugunsten einer Politik der „Mitgeschöpflichkeit“ an, unter der sie vor allem den Schutz der Tiere versteht.


Geschichte

Vorsitzende der Tierschutzpartei
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 from:start till:1995 shift:($dx,-5)   text:Ingeborg Bingener
  from:1995  till:2000 shift:($dx,-1)    text:Gisela Bulla
  from:2000  till:2001 shift:($dx,0)    text:Egon Karp~(kommissarisch)
  from:2001  till:end shift:($dx,0)    text:Jürgen Gerlach
  </timeline>    
 

Vorgeschichte und Gründung

Die Initiative zur Gründung einer Partei für den Tierschutz geht auf die Autorin und Tierrechtlerin Prof. Ingeborg Bingener zurück. Anlass der Parteigründung war, dass andere Parteien dem Thema Tierschutz kaum bis gar keinen Raum in ihrem Programm eingeräumt hätten und innerhalb der etablierten Parteien die Widerstände gegen einen „konsequent durchzuführenden Tierschutz“ groß waren und seien.

Nachdem diese einige Leute gefunden hatte, die die Gründung einer solchen Partei ebenfalls für notwendig gehalten hatten, fand am 25. Oktober 1992 in Hattingen ein Treffen dieser Interessenten statt. Mit einem Fragebogen, der weiträumig verteilt wurde, testete Ingeborg Bingener Ende 1992 die "Stimmung im Volk", die positiv verlief. Die Gründung der geplanten Partei wurde danach endgültig in Angriff genommen.

Die Gründung der Partei, die den Namen Mensch Umwelt Tierschutz (Kurzbezeichnung: MUT), fand am 13. Februar 1993 in Bonn im Hotel Continental statt. Neben Ingeborg Bingener, die erste Bundesvorsitzende wurde, waren noch acht weitere Personen aus Kreisen der Tierschutz- und Tierrechtsbewegung anwesend.

Entwicklung von 1993 bis 2000

Am 2. April 1993 wurde die Partei beim Bundeswahlleiter angemeldet, der daraufhin am 19. April 1993 Bundessatzung und Grundsatzprogramm der Partei anerkannte.

Bereits am 16. Juli 1993 wurde in Hamburg der erste Landesverband gegründet, wo sie auch bei der dortigen Bürgerschaftswahl am 16. September 1993 teilnahm und ein Ergebnis von 0,3% erzielte.

Wahlergebnisse der
Tierschutzpartei

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 from:start till:1993 shift:($dx,-5) text:Hamburg 0,3%
  from:1994 till:1994 shift:($dx,-1) text:Bundestagswahl 1994 0,2%
  from:1995 till:1995 shift:($dx,0)  text:Nordrhein-Westfalen 0,1%
  from:1996 till:1996 shift:($dx,0)  text:Baden-Württemberg 0,2%
  from:1997 till:1997 shift:($dx,0)  text:Hamburg 0,4%
  from:1998 till:1998 shift:($dx,0)  text:Bundestagswahl 1998 0,3%
  from:1999 till:1999 shift:($dx,-5) text:Europawahl 0,7%~Hessen 0,5%~Berlin 1,1%
  from:2000 till:2000 shift:($dx,-5) text:Nordrhein-Westfalen 0,0%
  from:2001 till:2001 shift:($dx,0)  text:Baden-Württemberg 0,2%~Rheinland-Pfalz 0,9%
  from:2002 till:2002 shift:($dx,0)  text:Bundestagswahl 2002 0,3%
  from:2003 till:2003 shift:($dx,0)  text:Hessen 0,8%
  from:2004 till:2004 shift:($dx,0)  text:Europawahl 1,3%~Sachsen 1,6%
  from:2005 till:2005 shift:($dx,0)  text:Nordrhein-Westfalen 0,1%
 

</timeline>

Die Verwendung der Kurzbezeichnung MUT wurde der Partei allerdings schon bald von einer gleichnamigen Firma untersagt. Daraufhin änderte die Partei ihre Kurzbezeichnung auf dem ersten Bundesparteitag am 6. November 1993 in Bonn in Die Tierschutzpartei um.

Als die Tierschutzpartei 1994 zur Bundestagswahl zugelassen wurde, war sie damit auch offiziell als Partei anerkannt worden. Bei dieser Bundestagswahl erzielte sie 0,2% obwohl sie nur in drei Bundesländern wählbar war.

Im Jahr 1994 wurden Landesverbände in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg gegründet. Im Jahr 1995 kam Hessen hinzu, 1996 in Sachsen-Anhalt der erste in Ostdeutschland, 1997 folgten Berlin, Rheinland-Pfalz und Sachsen, und 1998 Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.

Ingeborg Bingener wurde am 11. März 1995 auf dem dritten Bundesparteitag in Braunschweig durch die Autorin Dr. Gisela Bulla als Bundesvorsitzende abgelöst.

Einen Werbespot den Bingener getextet und für die Bundestagswahl 1994 einer Werbefirma zur Verfilmung in Auftrag gegeben hatte, musste vier Jahre später zur Bundestagswahl 1998 um eine halbe Minute verkürzt werden, was die neue Vorsitzende Gisela Bulla übernahm. Bingener fühlte sich dabei übergangen, was zu Meinungsverschiedenheiten führte und schließlich zur Folge hatte, dass sie die Partei verließ.

Am 8. September 2000 trat Gisela Bulla aus gesundheitlichen Gründen von ihrem Amt als Bundesvorsitzende zurück. Der damalige stellvertretende Bundesvorsitzende Egon Karp übernahm anschließend für ein Jahr kommissarisch das Amt des Bundesvorsitzenden.

Im Dezember 2000 erschien erstemals die Partei-Zeitung ZEITENWENDE. Sie erscheint seitdem vier Mal pro Jahr.

2001 bis heute

Im Jahr 2001 richtete die Partei eine eigene Bundesgeschäftsstelle in Frankfurt am Main ein, deren Aufgabe es ist, „Mitglieder, Freunde und Interessenten mit Rat und Tat“ zu unterstützen.

Am 18. März 2001 erreichte sie bei den Kommunalwahlen in Hessen mit einem Sitz im Landkreis Darmstadt-Dieburg ihr erstes kommunale Mandat. Im September selben Jahres wurde der Geschäftsführer im Ruhestand Jürgen Gerlach aus Wald-Michelbach zum neuen Bundesvorsitzenden gewählt, der dieses Amt bis heute inne hat.

Am 27. September 2003 fand anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Partei ein Jubiläumsparteitag in Frankfurt am Main statt, auf dem der Journalist Franz Alt als Gastredner auftrat und erstmals die sogenannte MUT-Medaille verliehen wurde, die seitdem jährlich an aus ihrer Sicht „verdiente TierrechtlerInnen“ geht.

Im Jahr 2004 erzielte die Partei bei der Europawahl am 13. Juni mit 1,3% und bei der Landtagswahl in Sachsen am 19. September mit 1,6% ihre bisher größten Wahlerfolge. Ebenso erreichte sie bei den Kommunalwahlen in Sachsen-Anhalt mit einem Sitz im Stadtrat von Magdeburg ihr zweites kommunale Mandat.

Außer in Bremen, Saarland und Thüringen hat die Partei mittlerweile in 13 Bundesländern Landesverbände. In Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern exisitieren zwar Landesverbände, in denen die Arbeit aber zurückgegangen ist und deshalb zur Zeit allerdings nicht aktiv sind. Kreisverbände existieren zur Zeit in Hagen (seit 2003) sowie in den Landkreisen Südliche Weinstraße (seit 2004) und Sangerhausen (seit 2005).

Auf Einladungen der Partei hielt auch schon der Tierrechtler Helmut Kaplan Vorträge. Der aktuelle Bundesvorstand wurde auf dem Bundesparteitag am 25. September 2004 in Frankfurt am Main gewählt. Die Partei hat nach eigenen Angaben zur Zeit etwas mehr als 1.000 Mitglieder.

Struktur

Wählerschaft

Trotz ihrer vergleichsweise geringen Mitgliederzahl und strukturellen Schwäche erzielte sie meistens von Wahl zu Wahl steigende Ergebnisse. Diverse Umfragen belegen, dass die Partei vorrangig von Jugendlichen gewählt wird, wodurch sich auch die steigenden Wahlergebnisse erklären lassen.

Hochburgen

Als Hochburgen der Tierschutzpartei können die Bundesländer Hessen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Sachsen-Anhalt bezeichnet werden, da sie dort ihre bisher besten Wahlergebnisse und teilweise Mandate auf kommunaler Ebene erzielen konnte.

Daten der Landesverbände

Landesverband Vorsitzende(r) Mitglieder Kreisverbände Mandate
Baden-Württemberg Volker Dunz 247    
Bayern Bernhard Sommer 110  
Berlin Amt z.zt. nicht besetzt 41  
Brandenburg Amt z.zt. nicht besetzt 13    
Bremen z. Zt. nicht besetzt 4  
Hamburg Walter Töpfer 16  
Hessen Sebastian Stranz 175 0 1
Mecklenburg-Vorpommern Amt z. Zt. nicht besetzt 4  
Niedersachsen Margret Giese 71  
Nordrhein-Westfalen Roswitha Stenner 168 1  
Rheinland-Pfalz Marianne Eberhard-Rathert 68 1  
Saarland Amt z.zt. nicht besetzt 6  
Sachsen Mona Matzig 20  
Sachsen-Anhalt Peter Barczik 32 1 1
Schleswig-Holstein Ulla Schloon 22  
Thüringen Amt z.zt. nicht besetzt 7  

Bundesschiedsgericht

Vorsitzende: Silja Meyer-Suchsland
stellv. Vorsitzende: Elisabeth Betzing
Beisitzer: Sascha Baus
Beisitzerin: Birgit Walter

Arbeitskreise

Prominente Mitglieder

Prof. Ingeborg Bingener (* 19222001), Autorin, 1993-1995 Bundesvorsitzende, 1998 ausgetreten
Dr. Gisela Bulla (* 1932), Autorin, 1995-2000 Bundesvorsitzende
Volker Dunz (* 1966), Software-Entwickler und Hobby-Radsportler, seit 2004 Landesvorsitzender in Baden-Württemberg
Alfred Fischer (* 1942, † 2003), 2001-2003 Abgeordneter im Kreistag des Landkreis Darmstadt-Dieburg; nach ihm wurde die Alfred-Fischer-Stiftung benannt
Prof. Dr. Erich Gräßer (* 1927), Universitätsprofessor
Till Kraemer (* 1977), Schauspieler
Prof. Dr. Karin Rieden (* 1948), stellvertretende Bundesvorsitzende, Radiologin in Heidelberg
Sebastian Stranz (* 1963), Autor, seit 2004 Landesvorsitzender in Hessen

Weblinks

See also: Die Tierschutzpartei, 1. Februar, 11. März, 13. Februar, 13. Juni, 16. Juli, 16. September, 18. März