Dion von Syrakus

Dion (* 409 v. Chr., † 354 v. Chr.) war Tyrann von Syrakus auf Sizilien. Er war der Sohn des Hipparinus und Schwager und Schwiegersohn des Tyrannen Dionysios I. von Syrakus.

388 v. Chr. lernte er Platon kennen, den Dionysios nach Syrakus geholt hatte, dessen Schüler er wurde und dessen Grundsätze er bei jeder Gelegenheit seinem Herrn nahe brachte – sehr zum Missfallen von Dionysios (II.), dem Sohn des Tyrannen, dem die strenge Moral Dions zuwider war. Dem Historiker Philistos, ein treuer Anhänger despotischer Macht, gelang es nach dem Tod Dionysios’ I., bei Dionysios II. Dions Verbannung wegen angeblicher hochverräterischer Kontakte mit Karthago zu erreichen.

Der exilierte Philosoph zog sich nach Athen zurück, wo er anfangs in Ruhe seine Einkünfte genießen konnte; aber die Intervention Platons, der Syrakus erneut besuchte, um Dions Rückkehr zu erreichen, erzürnte den Tyrannen nur noch stärker und brachte ihn dazu, Dions Vermögen zu konfiszieren und seine Frau mit einem anderen zu verheiraten. Letzteres empörte Dion, der nun eine kleine Mannschaft auf Zakynthos versammelte, und mit ihr 357 v. Chr. nach Sizilien segelte, wo er mit Freudenkundgebungen empfangen wurde. Dionysios, der in Italien war, kehrte nach Sizilien zurück, wurde geschlagen und zur Flucht gezwungen. Dion selbst wurde später durch Herakleides verdrängt und erneut verbannt. Die Unfähigkeit des neuen Herrn und die Grausamkeiten des Apollokrates, einem Sohn des Dionysios, führten jedoch bald dazu, dass er zurückgerufen wurde.

Dions Versuche, Platons Ideen in Syrakus umzusetzen, stießen auf heftigen Widerstand in der Bevölkerung. Da Dion nicht von seinem Vorhaben abließ, geriet er selbst mehr und mehr in die Rolle eines Tyrannen, was wiederum am Ende zu seiner Ermordung durch den Athener Kallippos, einem seiner Begleiter bei seinem Kampf gegen Dionysios, führte.

Quellen

Literatur

Personendaten
Dion
Dion von Syrakus
griechischer Tyrann
409 v. Chr.
354 v. Chr.

See also: Dion von Syrakus, 354 v. Chr., 357 v. Chr., 388 v. Chr., 409 v. Chr., Athen, Cornelius Nepos, Diodorus Siculus, Dionysios I. von Syrakus