Diversifikation
Der Begriff Diversifikation bezeichnet eine Ausweitung des Sortiments. Er ist insbesondere im Bezug auf die Produkte eines Unternehmens und für Geldanlagen gebräuchlich.
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Produktdiversifikation
Die Produktdiversifikation liegt vor, wenn ein Unternehmen eine neue Produktlinie einführt. Das Gegenteil ist der Rückzug.
Richtung
- horizontale: Ein Autohersteller produziert Lkw (sachlicher Zusammenhang mit dem bisherigen Produktprogramm);
- vertikale: Orientiert sich an der Wertschöpfungskette
- zB. Ein Hamburger- Restaurant betreibt Landwirtschaft zur Produktion von günstigem Rindfleisch.
- zB: Ein Autohersteller produziert Reifen
(-> Ergänzung durch Vor- und/oder Nachstufe, auch Vorwärts-/Rückwärts-Integration genannt)
- lateral: Ein Autohersteller produziert Flugzeuge (neue Produkte auf neuen Märkten) ;
- konzentrisch: Ein Autohersteller, der besonders gut Lieferanten koordiniert, tut dies in der Luftfahrtbranche (Fähigkeiten in andere Wertschöpfungskette exportieren).
Formen
- intern: Das Unternehmen wächst aus eigener Kraft und entwickelt das Produkt selbst;
- Übernahme: Ein anderes Unternehmen wird samt den gewünschten Produkten hinzugekauft;
- Kooperation: Neue Produkte werden mit einem Partner entwickelt. Kooperationen können verschieden intensiv sein, von losen Joint Ventures bis zu strategischen Allianzen und Netzwerken.
Anlagediversifikation
Im Geldanlagebereich wird von Diversifikation gesprochen, wenn möglichst in unterschiedliche Finanzanlagen investiert wird.
Als Risikodiversifikation bezeichnet man den Effekt der sich daraus ergibt, dass man zwei oder mehr Wertpapiere miteinander in einem Portfolio kombiniert. Das so gewonnene Portfolio hat ein geringeres Risiko als die beiden einzelnen Wertpapiere. Voraussetzung ist, sie besitzen zueinander einen negativen Korrelationskoeffizienten. Als Risiko bezeichnet man die Varianz bzw. die Standardabweichung der Wertpapiere bzw. des Portfolios.
Siehe auch: Portfoliotheorie
Dies können sein: Aktien, Rentenpapiere, Immobilien, Optionen und Futures oder alternative Anlagen. Dabei gibt es selbst erhebliche Unterschiede innerhalb der einzelnen Assetklassen. Zum Beispiel können Rentenpapiere mündelsichere Anlagen sein wie Bundesanleihen und Pfandbriefe, aber auch riskantere Formen wie Unternehmensanleihen, Auslandsanleihen (zum Beispiel in US-Dollar oder beispielsweise ukrainische Währung). Das Anlagerisiko unterscheidet sich dabei erheblich.
Das Anlageziel kann auf zwei Arten definiert werden: 1. Renditemaximierung: Das Ziel der Diversifikation ist es, durch geeignete Mischung der Assets eine möglichst hohe Rendite bei gleichbleibendem, kalkuliertem Risiko zu erreichen. 2. Risikominimierung: Das Ziel der Diversifikation ist die Begrenzung des Verlustrisikos bei einer vorgegebenen Renditeerwartung (zum Beispiel 9%p.A.).
Rendite und Risiko stehen in enger Abhängigkeit (Korrelation) zueinander. Dieser Zusammenhang wird häufig als Chance/Risiko-Verhältnis bezeichnet. Es wird vereinfachend Aktien/Renten-Verhältnis in einem Depot genannt.
Maß für das Risiko sind die Volatilität und der shortfall-approach. Alle Maße in der Finanzanlage sind statistische Größen und geben nur eine Verlust- oder Gewinnwahrscheinlichkeit an. Folglich kann ein maximaler Verlust/Gewinn nicht garantiert werden, sondern nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit zugesichert werden. In ausgeprägten Haussephasen oder bei Marktanomalien werden diese Größen oft verfehlt, d.h. es gibt keinen Gewinn. Es können sogar erhebliche Verluste entstehen, die über das erwartete Risiko hinausgehen.
Aufgabe eines erfahrenen Anlageberaters ist es, genau diese richtige Mischung der verschiedenen Assetklassen zu erreichen und damit langfristig eine positive Wertentwicklung des investierten Kapitals zu erzielen.
Durch die zunehmende Technisierung ist es möglich, für das Gesamtportfolio das in ihm enthaltene Risiko und weitere Maße zu berechnen. Moderne Computerverfahren ermöglichen einen Stresstest. Dabei werden worst-case- und best-case-Situationen im Computer simuliert und die Auswirkungen auf das Portfolio analysiert. Entsprechend dem Simulationsergebnis werden Gegenpositionen aufgebaut, um diese Risiken zu neutralisieren. Da dies ein sehr aufwendiges Verfahren darstellt, ist es aus Kostengründen nur bei besonders großen Portfolios (vor allem für institutionelle Anleger oder für das Portfolio eines Fonds) möglich.
Siehe auch: Portfoliotheorie
