Divus
Divus (von lateinisch: divinus aus Gott heraus, göttlich) ist ein Titel der römischen Kaiser, welchen ihnen nach dem Tode verliehen werden konnte. Divus entspricht eher dem katholischen "heilig".
Im Kaiserkult bedeutete dies, dass der Verstorbene in den antiken Götterhimmel aufgenommen wurde. Der hierfür erforderliche Senatsbeschluss wurde durch das zeremonielle Umschreiten der Statue des Divus mit Weihrauch bekräftigt.
Dieser Divinisierung lag der übernatürliche Vorgang der Himmelfahrt des Kaisers zugrunde. Hierbei fuhr der Kaiser entweder auf einem geflügelten Vierspänner gen Himmel oder wurde durch den Herrn des Zeitalters in Gestalt eines geflügelten Götterjungen geleitet.
Die auch Apotheose genannte Zeremonie fand erstmals bei Gaius Iulius Caesar statt, welcher zu Divus Julius wurde. Sein Adoptivsohn Augustus wurde bereits zu Lebzeiten als Divi Filius, "Sohn Gottes" und nach seinem Tode als Divus Augustus verehrt.
