DivX

DivX® [engl.: ˌdaɪvˈeks, dt.: dɪfˈiks] ist ein MPEG-4-kompatibler Video-Codec, der von DivXNetworks entwickelt wurde. Der Codec ist für seine Fähigkeit bekannt, große Videodateien bei guter Qualität vergleichsweise stark komprimieren zu können. Es gibt bereits Hardware-DVD-Player, die DivX-Videos abspielen können.

DivX ist nicht mit DIVX zu verwechseln, einem seinerzeit umstrittenen DVD-Mietsystem, das um 1998 vom US-Elektronikeinzelhändler Circuit City entwickelt wurde. Zuerst wurde der Codec DivX ;-) (mit dem Strichgesicht) genannt – als eine höhnische Anspielung darauf, dass der Code aus dem gecrackten MPEG-4-Projekt von Microsoft stammte.

Ein typischer DVD-Film ist sechs bis acht Gigabyte groß, mit der DivX-Videokompression lässt sich der Film auf einer einzigen CD-ROM (650 – 700 MB) speichern. Die Qualität bleibt trotzdem hoch, bei Szenen mit viel Bewegung können jedoch Kompressionsartefakte entstehen. Es gibt viele Programme die aus einer normalen DVD eine DivX-Datei erstellen können (rippen). Die resultierende Datei kann dann auf Festplatte gespeichert werden oder auf CD oder DVD gebrannt werden. Da DivX nur das MPEG-4-Simple-Profile unterstützt, empfiehlt es sich, einen zirka zwei Stunden dauernden Film in zwei 700 MB große Videosequenzen zu enkodieren, um eine gute Bildqualität zu erreichen. Sobald das MPEG-4-Advance-Profile vollständig unterstützt wird, sollte jedoch eine 700 MB große Videosequenz völlig für einen kompletten zweistündigen Film ausreichen. Erste Ansätze von MPEG-4-Advance-Profiles in Nero Digital und dem PowerEncoder von CyberLink zeigen dies schon heute! Damit ist es möglich, eine DVD nahezu ohne Qualitätsverlust auf ein Fünftel ihrer ursprünglichen Größe zu schrumpfen.

DivX 3.11 und frühere Versionen des Codecs entstanden, indem Microsofts MPEG-4-Codec gehackt wurde; dieser war durch einen französischen Hacker namens Jerome (Gej) Rota aus einer Betaversion des Windows Media Players extrahiert worden. Der Hack modifizierte den Microsoft-Codec, um nicht nur ASF-Dateien, sondern auch AVI-Dateien komprimieren zu können. Die von Rota gegründete Firma DivXNetworks, Inc. entwickelte später eine komplett neue Version, um Patentverletzungen zu vermeiden. DivXNetworks hat ein Patent auf den neuen Codec angemeldet.

Der DivX-Codec ist allerdings keine Freie oder Open-Source-Software. 2001 wurde jedoch von DivXNetworks eine offene Version (OpenDivX) veröffentlicht. Diese Version war Grundlage für den offenen XviD-Codec, der von einer unabhängigen Gruppe unterstützt wird. Alternativ kann zum Anschauen von MPEG-4-Videos FFDshow verwendet werden.

DivX-Formate

Der Erfolg von DivX im Heimbereich hat sich in den letzten Jahren soweit gesteigert, dass selbst DVD-Player im Niedrig-Preis-Segment DivX unterstützen. Um sich weiter im Heimbereich zu festigen wird die Breite an Abspielmöglichkeiten weiter gesteigert, in dem der Codec auch für den Einsatz auf anderen Plattformen weiterentwickelt wurde. So gibt es zusätzlich die Möglichkeit Filme im resourcen- und speicherschonenden Formaten für den Einsatz auf PDAs und Handheld zu komprimieren, als auch für den anspruchsvollen Heimkinoeinsatz in hochauflösenden Formaten (High Definition Television). Filme mit hochauflösendem Bild verlangen mehr Leistung vom Prozessor, als auch mehr Speicherplatz. Jedoch wird man dennoch deutlich unter dem Bedarf eines vergleichbaren MPEG-2-Filmes bleiben.


Siehe auch: Videokompression, Videoformat

Weblinks

See also: DivX, AVI, Advanced Streaming Format, CD-ROM, CPU, Codec, DVD-Player