Donauschule
Donauschule oder Donaustil ist die Bezeichnung für einen Kreis von Malern des ersten Drittels des 16. Jahrhunderts, die in Bayern und Österreich (also entlang der Donau) tätig waren. Die Bezeichnung zum Trotz ist es eher unwahrscheinlich, dass sie tatsächlich eine Schule mit Schulhaupt bildeten.
Die wichtigsten Maler sind Albrecht Altdorfer, Wolf Huber, Jörg Breu und Rueland Frueauf der Jüngere. Gelegentlich wird auch Lucas Cranach der Ältere dazu gerechnet.
Ihre Wirkungsstätten sind neben Regensburg und Passau auch Wien und einige österreichische Klöster wie Melk und Sankt Florian.
Charakteristisch für die Donauschule ist ein neues, vorher unbekanntes Naturempfinden. Die Natur erhält in ihren Bildern einen eigenständigen Rang - von Wolf Huber sind die ersten Naturstudien ohne Menschendarstellungen nördlich der Alpen bekannt. Erstmals im mitteleuropäischen Raum wird das Geschehen auch in eine Landschaft eingebettet, die nicht selten symbolisch hervorgehoben wird.
Diese poetische und symbolische Überhöhung der Landschaft korrespondiert mit Stilmitteln, die neuere Beobachter oft an den Expressionismus erinnert haben.
Wichtige Werke sind der ehemalige Melker Hochaltar von Jörg Breu, von dem nur noch einzelne Tafeln erhalten sind, der Sebastiansaltar im Stift Sankt Florian von Albrecht Altdorfer, die Illustrationen zur Lebensgeschichte Friedrichs III. von einem unbekannten Künstler (Meister der Historia, vielleicht Altdorfer) in Wien sowie der Hochaltar von Pulkau von einem ebenfalls unbekannten Meister.
Üblicherweise gilt die Donauschule als Bindeglied zwischen Spätgotik und Renaissance.
