Drehsinn
Dieser Artikel befasst sich mit dem Drehsinn als Sinneswahrnehmung der Lebewesen. Zur Wortbedeutung im Sinne von "Drehrichtung" siehe Drehrichtung.
Der Drehsinn wird vom Bogenapparat des Labyrinthorgans der Wirbeltiere vermittelt. In den sogenannten Bogengängen übt die Strömung einer Flüssigkeit (Endolymphe des Ohrlabyrinths) an den Sinneshärchen einen Reiz aus.
Das Labyrinthorgan liefert Informationen für die Lageorientierung und über Linear- und Winkelbeschleunigungen des Kopfes.
thumb|Labyrinth im Innenohr
Beim Embryo bilden sich grubenförmige Einsenkungen beiderseits am Kopf zu je zwei Bläschen um. Von einem der Bläschen gehen drei Bogengänge aus, die mit diesem in offener Verbindung stehen und kurz vor ihrem Ende je eine sackförmige Auftreibung (Ampulla) aufweisen. In dem anderen Bläschen (Sacculus) liegen auf einem Polster von Sinneszellen die Statolithen - bei Knochenfischen ein geschichteter Kalkkörper; bei den übrigen Wirbeltieren Calciumcarbonatkristalle. Die Bogengänge verlaufen in drei senkrecht zueinanderstehenden Ebenen. In jeder Ampulle befindet sich ein Organ mit langen Sinneshaaren. Das gesamte Labyrinth ist mit einer Flüssigkeit (Endolymphe) gefüllt. Für die Lageorientierung dient der Statolithenapparat.
Siehe auch: Gleichgewichtssinn
