Druckbehälter
[[Bild:Druckbehaelter01.jpg|300px|thumb|Genieteter Druckbehälter mit Inspektionsöffnung und Armaturen]]
Als Druckbehälter werden all diejenigen Behälter bezeichnet, deren Druck im Inneren - in der Regel - vom Umgebungsdruck / Luftdruck abweicht.
Druckbehälter sind unterschiedlichste Behältnisse, wie Kesselanlagen der chemischen Industrie, Gasflaschen, Taucherflaschen, Gaskartuschen, Flüssiggastanks oder selbst Gasfeuerzeuge. Diesen Behältnissen ist gemeinsam, dass sie einen Überdruck gegenüber der Umgebung aufweisen, wobei der Überdruck bei einer Gasflasche mehrere hundert bar betragen kann.
Auch der Druckkörper eines U-Bootes stellt einen Druckbehälter dar, da er dem Wasserdruck standhalten muss. In diesem Falle handelt es sich um einen Unterdruckbehälter, da der Druck im Inneren während einer Tauchfahrt wesentlich geringer ist, als der des Wasserdruckes.
Einen besonderen Fall bei den Druckbehältern stellen Wärmeübertrager wie beispielsweise Kondensatoren dar. Aufgrund ihrer Bauart kommen in Ihnen Medien mit den unterschiedlichsten Temperaturen und Drücken zusammen.
Unter besonderen Betriebsbedingungen kann in einem für einen Überdruck ausgelegtem Druckbehälter unbeabsichtigt auch ein Vakuum entstehen. Dies ist beispielsweise denkbar nach einer Wasserdruckprobe, wenn in den Behälter beim Ausströmen des für die Probe notwendigen Wassers keine Luft eindringen kann. Unter dem normalem Luftdruck können größere Druckbehälter dann durch Beulen zusammenbrechen, selbst wenn sie für einen mehrfachen Überdruck ausgelegt sind.
Die Konstruktion und Dimensionierung von Druckbehältern wird im AD-Regelwerk beschrieben. Nach Druckbehälterverordnung können auch gewöhnliche Lagertanks, Vorratstanks, Heizöltanks und auch z.B. Fahrzeugtanks, abhängig von Größe und Inhalt der Prüfpflicht unterliegen. Entweder nur einmalig z.B. bei Erstinbetriebnahme (Fahrzeugtank) und/oder auch fortlaufend, z.B. alle 10 Jahre, z.B. Gastank. Jeder Druckbehälter besitzt ein Typenschild und ab einer bestimmten - vom Gesetzgeber gesetzten - Größe zudem noch ein Prüfbuch.
Die rechnerische Auslegung, Herstellung sowie erstmalige und regelmäßige Prüfung von Druckbehältern unterliegt besonderen technischen Regeln.
Insbesondere sei hier auf die Pflichten des Betreibers eines Druckbehälters hingewiesen. Jeder Betreiber z.B. eines (größeren, s.o.) Druckluftkessels hat die Betriebssicherheit mit einem Prüfbuch zu dokumentieren - oder im Bereich eines Gastanks mit Schildern "Rauchen und Feuer im Umkreis von 3m verboten" auf die möglichen Gefahren im Umgang mit Druckbehältern hinzuweisen.
Bersten
Mit Bersten wird das plötzliche, schlagartige Versagen eines Druckbehälters bezeichnet. Gründe hierfür können sein:
- absichtliches Beaufschlagen des Behälters mit dem sogenannten Berstdruck im Rahmen einer sicheren (Behälter wird mit Wasser gefüllt) Zerstörungsprüfung
- Durchrostung des unter Betriebsdruck stehenden Druckbehälters. Die Dimensionierung der Wandstärke eines Druckbehälters enthält einen Wandstärkezuschlag, den sogenannten Korrosionszuschlag
- Äußere mechanische Gewalteinwirkung dem der Druckbehälter nicht standhält.
Beispiel: Treibgastank eines PKW bei Verkehrsunfall. - thermischer Einfluß. Durch Erhitzung (Feuer, Brandschaden) oder auch nur durch Sonneneinstrahlung erwärmt sich das im Inneren des Behälters befindliche Medium. Die Wärmeausdehnung führt zu einem Druckanstieg über den Berstdruck.
- Vorausgegangenes Versagen verschiedener Sicherheitseinrichtungen. Nichtansprechen des Sicherheitsventils, Überdruckventils
- menschliches Versagen
