Druckguss
Druckguss ist ein industrielles Gussverfahren zur Herstellung von Teilen und Produkten.
Beim Druckguss wird die flüssige Schmelze einer Nichteisenmetall-Legierung unter hohem Druck von circa 10 bis 200 MPa und mit einer sehr hohen Geschwindigkeit von bis zu 120 m/s in eine Druckgussform (Gussform) gedrückt, wo sie dann erkaltet. Das Besondere am Druckgussverfahren ist, dass mit einer Dauerform, d.h. ohne Modell gearbeitet wird. Dadurch fällt bei einer Serie gleicher Bauteile der Aufwand der Formherstellung nur einmal an und es wird eine hohe Mengenleistung erzielt, insbesondere bei einer Warmkammer-Druckgießmaschine (WKM), bei der sich der Schubzylinder ständig in der Schmelze befindet (nur bei sehr niedrigschmelzenden Metallen möglich).
Die am häufigsten verwendeten Werkstoffe sind
- Aluminium (Aluminiumdruckguss),
- Zink (Zinkdruckguss) und
- Magnesium (Magnesiumdruckguss).
Die im Druckgussverfahren benötigten Werkzeuge werden im Werkzeugbau respektive im Formenbau hergestellt. Als Werkstoff für die Gussformen verwendet man meistens Sonderwerkstoffe oder hochfeste Warmarbeitsstähle nach DIN EN ISO 4957, wie z. B.
| Werkstoffkurzname | Werkstoffnummer |
| 32CrMoV 12-28 | 1.2365 |
| X37CrMoV 5-1 | 1.2343 |
| X40CrMoV 5-1 | 1.2344 |
| Inhaltsverzeichnis |
Eigenschaften
Druckgießteile besitzen glatte, saubere Flächen und Kanten. Des Weiteren erlaubt dieses Verfahren geringere Wandstärken als andere Verfahren. Bei Zink zum Beispiel können die Teile eine Wandstärke von 1 mm und bei Aluminium von 1,4 mm haben. Die erreichbaren Toleranzen liegen bei ± 0,05 bis ± 0,15 mm, so dass auch von einem Genau- oder auch Fertigguss gesprochen wird.
Dabei ist es möglich Teile aus anderen Werkstoffen, wie z. B. Buchsen, Gewindebolzen oder Stifte mit einzugießen. Innengewinde werden unmittelbar mit drehbaren Stahlkernen hergestellt, welche dann später wieder entfernt werden können. Im Gegensatz zu anderen Verfahren nennt man den Abguss hier „Schuss“. Es ist möglich bis zu 300 Schüsse pro Stunde durchzuführen. Je nach Gießwerkstoff beträgt die Standmenge der Formen bis 500 000 Schüsse.
Geschichte
Das Druckgiessverfahren wurde Anfang des 20. Jahrhunderts in den USA unter dem Namen "Spritzguss" bekannt. Auch die Begriffe "Pressguss" und "Fertigguss" waren gebräuchlich. Heute wird nur noch die zutreffendste Bezeichnung "Druckguss" angewendet.
Druckgießmaschine
Druckgießmaschine bestehen aus einer Formschließeinheit, welche dem Öffnen und Schließen der Druckgießform dient. Weitere Bestandeile sind eine feste Maschinenplatte zur Aufnahme der feststehenden Eingießformhälfte und der Gießgarnitur, eine bewegliche Maschinenplatte zur Aufnahme der Auswerferformhälfte und einer Führungssäule, welche die Formschließeinheit auf nimmt, die Zuhaltekraft erzeugt und für die Führung der beweglichen Maschinenplatte sorgt.
