Dschamschid
Dschamschid (Ğamšīd), der vierte menschliche König in der persischen Mythologie, folgte seinem Vater Tahmorath auf den Thron. Unter seiner 300jährigen Herrschaft erlebte das Reich seine erste große Blüte.
Die Einteilung der Menschen nach ihren Fertigkeiten und Fähigkeiten in
- Priester ("damit die Gottesverehrung ihr Werk sei, sollen sie von nun an in den Bergen ihren Aufenthaltsort wählen")
- Krieger ("durch sie hat der Königsthron Bestand")
- Bauern ("denen niemand für ihre Arbeit dankt. Sie sind rührig, säen und ernten selbst")
- Handwerker ("weil ihre Arbeit immer ein gemeinschaftliches Wirken ist")
erfolgte nach seinem Plan.
Er machte das Eisen berühmt, indem er Helme, Kettenpanzer und Harnische anfertigen ließ. Aus Lehm formten seine Handwerker Ziegelsteine und bauten damit Mauerwerk und Paläste. Auch manche Arten von Edelsteinen wie Rubine, Bernstein, Silber und Gold brach er aus dem Felsen heraus. Aus Flachs, Seide und Biberhaar ließ er Kleidung für die Menschen anfertigen. Er erfand die Heilkunst und Medizin für jeden, der Schmerzen litt. Er fuhr als erster mit einem Schiff auf dem Wasser. Den Tag seiner Krönung sollte der Beginn der neuen Zeitrechnung für alle Menschen symbolisieren. Diesen Tag, der Tag des Frühlingsanfanges (Tag und Nachtgleiche), nannten sie Neujahrstag (Naurouz, Nouruz) und wurde von nun an überall am 21. März gefeiert. Durch all die Errungenschaften ( "Ich habe die Welt mit Gutem ausgeschmückt, ...dann muss man mich doch Weltenschöpfer nennen...") neigte er zur Unbesonnenheit und Lüge. Die Welt verfinsterte sich hierauf und war danach "voll von Rederei". Dschamschid hatte den Weg des Guten und des Bösen in die Welt hervorgebracht.
