Duma

Duma (russisch Ду́ма, dt. Gedanke; auf altslawisch dumat’: nachdenken) ist generell die Bezeichnung für eine beratende Versammlung oder Körperschaft, z.B. einen Stadtrat, aber auch deren Versammlungshaus.

Heute ist Duma meist die Bezeichnung für das Parlament Russlands. Ihr gehören seit der russischen Verfassung von 1993 450 Abgeordnete an, von denen je die Hälfte über eine Liste, die andere als Direktkandidaten gewählt werden. Jeder Angeordnete ist für eine vierjährige Periode gewählt (Artikel 96). Russische Staatsbürger können mit 21 Jahren in die Duma gewählt werden (Artikel 97).

Die Duma hat im semipräsidentiellen System Russlands eine vergleichsweise schwache Stellung gegenüber dem Präsidenten – ähnlich wie das französische Parlament der 5. Republik.

Geschichte

Nach dem Petersburger Blutsonntag und den darauffolgenden Unruhen, stimmte Zar Nikolaus II. mit dem Oktobermanifest von 1905 der Schaffung einer gewählten Versammlung, der Duma, zu. Diese Duma, auf die liberale Reformer große Hoffnungen gesetzt hatten, blieb jedoch weitgehend wirkungslos und von der Macht des Zaren abhängig.

Bei den Wahlen am 7. Dezember 2003 konnten die Parteien, die dem Kreml nahestehen, die Mehrheit der Sitze erringen. Die rechtsnationalen Liberaldemokraten unter Wladimir Schirinowski gewannen ebenfalls an Stimmen, während die oppositionelle Kommunistische Partei Russlands verlor. Die westlich orientierten liberalen Parteien SPS und Jabloko scheiterten an der Fünf-Prozent-Hürde.

Am 9. Dezember 2003 fordert ein Attentat in unmittelbarer Nähe des Gebäudes sechs Todesopfer.

siehe auch

Weblinks

See also: Duma, 1905, 1993, 2003, 7. Dezember, 9. Dezember, Attentat, Demokratie, Frankreich, Fünf-Prozent-Hürde