Dvaita Vedanta
Das von dem Philosophen Madhva begründete Dvaita Vedanta ist neben dem Advaita Vedanta (Begründer: Shankara) und dem Vishishtadvaita Vedanta (Begründer: Ramanuja) eine grundlegende religiös-philosophische Richtung des Hinduismus.
Das Wort Dvaita Vedanta bedeutet auf Sanskrit: "Die nach den Veden entstandene Lehre (Vedanta) von der Zweiheit (Dvaita). Nach dieser Auffassung ist die individuelle Seele (das Atman) nicht mit der Gottseele (dem Brahman) identisch.
Die Einsichtigkeit dieser Philosophie zeige sich im täglichen Leben, denn im täglichen Umgang miteinander können wir ohne Probleme feststellen, dass wir nicht allmächtig sind und auch keine "geistige Einheit" unter den Menschen herrscht. Stattdessen sind wir alle Individuen (Jivas), von denen jeder einen eigenen Geist hat, eine eigene Wahrnehmung aufweist und eigene Pläne und Ziele verfolgt.
Auch untergrabe die Gleichsetzung von Gottseele auf der einen Seite und Menschen-/Tier-/Pflanzenseele auf der anderen Seite die absolute Autorität Gottes (Vishnus), welcher allein Brahman (das Höchste) sei, und von dessen Gnade allein es abhänge, ob der Mensch erlöst wird. Gottesdienst (Puja) und die glaubensvolle Unterwerfung unter ein höheres Wesen (Bhakti Yoga) seien sinnlos, wenn dieses höhere Wesen identisch mit der (eigenen) Seele ist.
Das Dvaita Vedanta wurde fortentwickelt von Jayatirtha (1356-1388) und Vyasaraya (1478-1589). Die Guru-Linie (Sampradaya) und die Anhänger der von Madhva gelehrten Religion sind heute am stärksten vertreten im Distrikt Udipi im indischen Bundesstaat Karnataka.
