Eberhard Wildermuth

Eberhard Wildermuth (* 23. Oktober 1890 in Stuttgart; † 9. März 1952 in Tübingen) war ein deutscher Politiker (FDP/DVP).

Von 1949 bis zu seinem Tode war er Bundesminister für Wohnungsbau.

Inhaltsverzeichnis

Ausbildung und Beruf

Nach dem Abitur 1908 absolvierte er von 1909 bis 1914 ein Studium der Rechts- und Staatswissenschaften in Tübingen, Leipzig und Berlin. In Tübingen war er Mitglied der den süddeutschen Liberalismus prägenden Tübinger Studentenverbindung "Akademische Gesellschaft Stuttgardia". Hier traf er spätere politische Weggefährten wie Reinhold Maier, Karl Georg Pfleiderer, Konrad Wittwer, Wolfgang Haußmann und Guntram Palm. Er nahm dann bis 1918 als Soldat am Ersten Weltkrieg teil. Von 1919 bis 1921 war er Befehlshaber eines Studentenbataillons und von Sicherheitskompanien zur Niederschlagung republikfeindlicher Aufstände. 1921 schließlich bestand er die Große juristische Staatsprüfung. Er war dann bei der Stadt Stuttgart, bei der Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung und Arbeitsvermittlung in Berlin und schließlich im Reichsministerium für Arbeit als Oberregierungsrat tätig. Seit 1928 war er Direktor der Deutschen Bau- und Bodenbank und zusätzlich seit 1930 Vorstandsmitglied, später Präsident, der Deutschen Gesellschaft für öffentliche Arbeiten. Von 1939 bis 1945 folgten Kriegsteilnahme am Zweiten Weltkrieg und anschließende Kriegsgefangenschaft. Wildermuth wurde mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet, sein letzter Dienstgrad war Oberst.

Partei

1918 war er Mitglied eines Soldatenrates und trat dann 1919 in die linksliberale DDP ein.

Nach dem Krieg schloss er sich der DVP an. Von 1947 bis 1949 war er Mitglied des FDP/DVP-Landesvorstandes. Seit 1950 war er außerdem Mitglied des FDP-Bundesvorstandes, von 1952 bis zu seinem Tode als Stellvertretender Bundesvorsitzender.

Abgeordneter

Von 1947 bis 1950 war er Mitglied des Landtages von Württemberg-Hohenzollern und von 1949 bis zu seinem Tode auch Mitglied des Deutschen Bundestages.

Öffentliche Ämter

1946 wurde er zum Staatssekretär für Wirtschaft in der provisorischen Regierung von Württemberg-Hohenzollern ernannt. Vom 22. Juli 1947 bis zum 20. September 1949 war er dann Staatsminister für Wirtschaft des Landes Württemberg-Hohenzollern.

Nach der Bundestagswahl 1949 wurde er am 20. September 1949 als Bundesminister für Wiederaufbau (ab 1950: Bundesminister für Wohnungsbau) in die von Bundeskanzler Konrad Adenauer geführte Bundesregierung berufen. Er gehört zu den wenigen Bundesministern, die im Amte verstorben sind.

Politisches Wirken

Wildermuth war sich der Schwierigkeit seines Wirkens stets bewußt: Das Wirtschaftswunder hatte noch nicht begonnen, aber im zerstörten Westdeutschland fehlten mehrere Millionen Wohnungen für Ausgebombte, Flüchtlige und Heimatvertriebene. Er entwarf daher das "Erste Wohnungsbaugesetz", durch dessen Wirkung bereits im Jahr des Inkrafttretens (1950) 370.000 Wohneinheiten fertiggestellt werden konnten. Insgesamt wurden in den acht Jahren bis 1957, in denen die besondere Förderung dieses Gesetzes griff, mehr als vier Millionen Wohnungen gebaut.

Er war auch beim politischen Gegner hoch angesehen: Der Sozialdemokratische Pressedienst schrieb zu seinem Tode, es sei "hier ein Mann aus dem politischen Leben geschieden, dessen menschliche Anständigkeit, dessen sachliches Bemühen und dessen demokratische Zuverlässigkeit auch von der Opposition immer geschätzt worden seien."

Wildermuth, der selbst in beiden Weltkriegen schwer verwundet worden war, unterstützte besonders den Bau von behindertengerechten Wohnungen für schwer Kriegsbeschädigte. Es gelang ihm, die Bundesländer dafür zu gewinnen, zu diesem Zweck mehrere Millionen DM zur Verfügung zu stellen.

Ehrungen

Nach Eberhard Wildermuth sind verschiedene Straßen, u.a. in Hamburg (Wildermuthring) sowie in Kassel und Herne (Eberhard-Wildermuth-Straße), benannt. Die gemeinsame Kaserne des Grenzschutz- und Bahnpolizeiamtes Stuttgart und der 5. Bereitschaftspolizeiabteilung Böblingen in Böblingen wurde 1965 in "Eberhard Wildermuth-Kaserne" umbenannt, sie war früher Sitz der Heimatschutzbrigade 17 der Bundeswehr.

Wildermuth, Eberhard Wildermuth, Eberhard Wildermuth, Eberhard Wildermuth, Eberhard Wildermuth, Eberhard Wildermuth, Eberhard Wildermuth, Eberhard Wildermuth, Eberhard Wildermuth, Eberhard

Personendaten
Wildermuth, Eberhard
Deutscher Politiker
23. Oktober 1890
Stuttgart
9. März 1952
Tübingen

See also: Eberhard Wildermuth, 1890, 1908, 1909, 1914, 1918