Echtzeit-System
Ein Echtzeit-System (englisch real-time system) ist ein System, das anfallende Daten oder Ereignisse in Echtzeit, d. h. unter Einhaltung von Echtzeitanforderungen verarbeiten kann.
Ein Echtzeit-Computer-System ist ein Computer System, in dem die Korrektheit des Systems nicht nur vom logischen Ergebnis der Berechnung abhängt, sondern auch vom physikalischen Moment, in dem das Ergebnis produziert wird. Ein Echtzeit-Computer-System ist immer nur ein Teil eines größeren Systems, dieses größere System wird Echtzeit-System genannt.
Design-Paradigmen
Bei der Realisierung gibt es zwei Design-Paradigmen: ereignisgesteuert und zeitgesteuert.
Bei der Ereignissteuerung wird auf ein von aussen kommendes Ereignis sofort reagiert, d.h. eine Verarbeitung gestartet. Gegebenenfalls wird eine gerade laufende Verarbeitung dabei unterbrochen. Die Ereignissteuerung hat den Vorteil, daß sie mit lediglich geringem Zeitverlust auf das Ereignis reagiert. Weil sie intuitiv ist, ist sie auch weit verbreitet. Der Hauptnachteil ist, daß es nicht verhinderbar ist, daß mehrere Ereignisse innerhalb kurzer Zeit auftreten können und es damit zu einer Überlastung des Echtzeit-Systems (mit Verlust von Ereignissen und/oder Überschreitung von Zeitlimits) kommen kann.
Bei der Zeitsteuerung werden Verarbeitungen auf Grund eines vorher festgelegten Zeitplans gestartet. Der Vorteil liegt darin, daß Überlastungen grundsätzlich ausgeschlossen werden können. Das Verhalten der Anwendung ist für alle Zeit vorhersagbar, was die Zeitsteuerung für sicherheitskritische Anwendungen eignet. Der Nachteil der Zeitsteuerung ist der höhere Planungsaufwand und der damit verbundene notwendige Werkzeug-Einsatz.
Siehe auch
Literatur
- Real-Time Systems – Herman Kopetz; Kluwer Academic Publischers; ISBN 0-7923-9894-7
