Edeltraud Eckert

Edeltraud Eckert (* 20. Januar 1930 in Hindenburg/Oberschlesien, † 18. April 1955 in Leipzig) war eine deutsche Schriftstellerin.

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Leben

Edeltraud Eckert stammte aus einer Buchhändlerfamilie. 1945 floh die Familie nach Brandenburg an der Havel, wo Edeltraud Eckert ihr Abitur ablegte. Seit 1946 war sie Mitglied der Freien Deutschen Jugend. 1949 begann sie ein Studium der Pädagogik an der Humboldt-Universität in Berlin. Nachdem sie bereits zu Beginn des Studiums Kenntnis vom Weiterbestehen der sowjetischen Gefangenenlager in der neugegründeten DDR erhielt, engagierte sie sich mit drei Freunden im Rahmen der antikommunistischen "Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit", für die die Gruppe in Rathenow bei Potsdam Flugblätter verteilte.

Am 10. Mai 1950 wurde Edeltraud Eckert in Potsdam verhaftet. Die Angehörigen der Gruppe wurden zuerst von DDR-Polizisten verhört und misshandelt; nach der Überstellung an das sowjetische Militärtribunal folgten weitere Verhöre. In dem Prozess vor dem Militärtribunal, der ab dem 29. Juli 1950 unter Ausschluss der Öffentlichkeit und ohne Verteidiger stattfand, wurde Edeltraud Eckert zu 25 Jahren Haft und Zwangsarbeit verurteilt.

Ab dem 1. Oktober 1950 war Edeltraud Eckert Insassin des Zuchthauses Waldheim bei Chemnitz, wo zu jener Zeit katastrophale Haftbedingungen herrschten. Eckert musste u.a. als Schneiderin arbeiten; ihre Verbindung zur Außenwelt beschränkte sich auf einen kurzen Brief pro Monat an die Familie.

Von Juli 1953 bis März 1954 erhielt Edeltraud Eckert wegen guter Arbeitsleistungen von der Gefängnisleitung die Erlaubnis, ihre Gedichte und Kompositionen in ein Schreibheft zu übertragen. Im Herbst 1953 wurde ihr bei einem Arbeitsunfall ein Finger schwer gequetscht, kurz darauf wurde bei ihr eine Tuberkulose diagnostiziert. Im März 1954 wurde sie ins Gefängnis Hoheneck in Stollberg (Erzgebirge) verlegt, wo sie unter noch schärferen Haftbedingungen zu leiden hatte. Ende 1954 war die Gefangene der DDR-Justiz überstellt worden, die ihr eine Strafverkürzung und Entlassung im Jahre 1958 in Aussicht stellte.

Edeltraud Eckert arbeitete zu dieser Zeit als Mechanikerin in der Gefängnisschneiderei. Am 24. Januar 1955 erlitt sie bei der Arbeit an einer Maschine eine extrem schwere Kopfverletzung, deren fachgerechte Behandlung erst einige Tage später einsetzte. Sie wurde ins Haftkrankenhaus in Leipzig-Meusdorf verlegt und in den folgenden Monaten mehrfach operiert. Eine Serie von Infektionen führte Ende März zum Wundstarrkrampf, dessen Behandlung in der Leipziger Universitätsklinik erfolglos blieb. Edeltraud Eckert starb am 18. April 1955 unter qualvollen Umständen im Krankenhaus; sie wurde eingeäschert und die Urne von den Behörden in einem geheim gehaltenen Massengrab beigesetzt. Das Schreibheft mit ihren Gedichten wurde einige Tage später mit ein paar persönlichen Besitztümern der Familie übersandt.

Edeltraud Eckerts Werk besteht aus den in ihrem Schreibheft enthaltenen Gedichten sowie einigen weiteren, die von Mitgefangenen aus dem Gedächtnis überliefert wurden. Als Lyrikerin stand Eckert unter dem Einfluss ihres Lieblingsdichters Rilke. Ihre meist in liedhafter Form gehaltenen und von tiefer Melancholie geprägten Gedichte reflektieren die verzweifelte Situation der Gefangenen. Einem breiteren Publikum wurde Eckerts Werk erst durch die Veröffentlichung durch das "Archiv Unterdrückter Literatur in der DDR" im Jahre 2005 bekannt.

Werke

Literatur

Weblinks

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Personendaten
Eckert, Edeltraud
deutsche Schriftstellerin
20. Januar 1930
Hindenburg/Oberschlesien
18. April 1955
Leipzig

See also: Edeltraud Eckert, 18. April, 1930, 1955, 20. Januar, Abitur, Berlin, Brandenburg an der Havel, Chemnitz