Eduard Baumgarten
Eduard Baumgarten (* 26. August 1898 in Freiburg im Breisgau; † ?? Frankfurt am Main) war ein deutscher Philosoph und Soziologe.
In den Jahren 1924 bis 1929 versah er Lehraufträge in den USA.Er kehrte nach Deutschland zurück, um unter Heidegger zu studieren, und die zwei Männer schlossen eine enge Freundschaft. Im Jahr 1931 entbrannte allerdings ein persönlicher Streit unter ihnen, nachdem sich Heidegger gegen Baumgartens Werk über den amerikanischen Pragmatismus gewandt hatte. Baumgarten verließ Freiburg, um amerikanische Philosophie an der Universität von Göttingen zu unterrichten. Am 16. Dezember 1933 übernahm Heidegger einmal mehr die Rolle des Denunzianten und schrieb einen Brief an den Kopf der nationalsozialistischen Professoren in Göttingen, der wie folgt lautete: "Dr. Baumgarten kommt verwandtschaftlich und seiner geistigen Haltung nach aus dem liberal-demokratischen Heidelberger Intellektuellenkreis um Max Weber. Während seines hiesigen Aufenthalts in Freiburg im Breisgau war er alles andere als ein Nationalsozialist. Ich bin überrascht zu hören, dass er in Göttingen Privatdozent ist, denn ich kann mir nicht denken, aufgrund welcher wissenschaftlichen Leistungen er zur Habilitation zugelassen wurde." [11]
Dr. Vogel, der Empfänger dieses Briefes, beurteilte ihn als "hassgeladen, unbrauchbar" und weigerte sich, den Brief zu verwenden. Sein Nachfolger allerdings sandte ihn an den Minister für Erziehung in Berlin, der Baumgarten entließ und ihm empfahl, das Land zu verlassen. Baumgarten hatte das Glück, eine Kopie von dem Brief Heideggers durch einen sympathisierenden Sekretär zu erhalten. Nur aufgrund dieser Umstände existiert dieses Beweisstück heute noch. Baumgarten bekam seine Arbeit zurück, nachdem er an die nationalsozialistischen Autoritäten appelliert hatte. Diese Tatsachen wurden im Zuge der Anhörungen zur Entnazifizierung im Jahre 1946 ans Licht gebracht. In den Jahren 1940 bis 1945 war er Dekan der Philosophischen Fakultät der Albertina wo er seinen Freund Konrad Lorenz kennenlernte. Von 1957 bis zu seiner Emeritierung 1963 hatte er den Lehrstuhl für Soziologie an der Universität Mannheim inne.
Im ersten Abschnitt seiner Forschungstätigkeit nahm er die ideengeschichtliche Analyse der amerikanischen Gesellschaft zum Forschungsthema. In den Mannheimer Jahren ist er durch Arbeiten zu Max Weber hervorgetreten.
Baumgarten ist ein Neffe, sein Großvater Hermann Baumgarten ein Lehrer Max Webers. Zudem heiratete Max Weber mit der Schwägerin von Hermann Baumgarten verheiratet
Werke
- Von der Kunst des Kompromisses. 1933 und ²1949
- Die geistigen Grundlagen des amerikanischen Gemeinwesens. 2. Bände. 1936-1938
- Max Weber. Werk und Person. 1968
Literatur
- Peter Vogt: Pragmatismus und Faschismus. Kreativität und Kontingenz in der Moderne. Weilerswist: Velbrück Verlag, 2002 ISBN 3934730566
Weblinks
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