Egerland

Das Egerland ist eine Region im Westen Böhmens, benannt nach dem Fluss und der Stadt gleichen Namens. Es wurde bereits unter Bezeichnungen "Regio Egire" (1135) oder "Provincia Egrensis" (1218) in der Geschichtsliteratur erwähnt. “Regio Egrensis“ wird neuerdings von der grenzüberschreitenden Landesplanung reaktiviert.

Zunächst muß jedoch zwischen historischen und Egerland im heutigen Sinne unterschieden werden. Das historische Egerland umfaßt etwa den ehemaligen Bezirk Eger und wurde aufgrund einer Verpfändung des Landes wegen treuer Dienste an die Luxemburger im Jahre 1322 durchgeführt. Dies hatte zur Folge, daß das Egerland lange Zeit einen eigenen Landtag besaß.


Das Gebiet in der Region Karlsbad erstreckt sich vom sogenannten Egerer Becken bis Karlsbad. Von Bedeutung ist dabei auch der Kaiserwald. Das Gebiet war bis 1945 durch Deutsche (etwa 800.000 Einwohner) besiedelt, die größtenteils nach dem 2. Weltkrieg vertrieben wurden. Dennoch tragen auch heute viele Bewohner der Region Deutsche Namen. Im Raum Falkenau liegt zudem eines der Zentren der heutigen deutschen Minderheit in Tschechien. Dort gibt es Gemeinden mit bis zu 6% deutscher Bevölkerung. Die Gebietsfläche des Egerlands beträgt 7466 km².

Typisch für das Egerland sind die stattlichen Fachwerkhöfe mit großen Speicherbauten, die von fränkischen Siedlern gebaut wurden. Neben der Landwirtschaft siedelte sich auch, vor allem im Ascher Gebiet die Textilindustrie an, im Falkenauer Becken wurde Braunkohle gefördert und in Alt- und Neurohlau, Neusattl und Chodau war die Porzellanindustrie dominierend. Daneben hatten sich die Handwerker einen guten Ruf geschaffen.

Weblinks

siehe auch: Deutsch-Böhmen, Portal Tschechien, Liste deutscher Bezeichnungen tschechischer Orte

See also: Egerland, 2. Weltkrieg, Aš, Böhmen, Deutsch-Böhmen, Eger (Böhmen), Eger (Fluss), Kaiserwald, Karlovarský kraj, Karlsbad (Tschechien)