Egoismus
Der Egoismus (griechisch εγωισμός, egoismós, von εγώ, egó - ich) bezeichnet:
- In der Philosophie verschiedene Arten des auf sich selbst bezogenen Denkens; generell wird das Wort jedoch in einem ethischen Kontext gebraucht. Man unterscheidet dort den psychologischen Egoismus, die These, dass es kein menschliches Handeln gebe, das nicht eigennützig sei, vom ethischen Egoismus, der Ansicht, dass es entweder uneingeschränkt oder zumindest in bestimmter Hinsicht moralisch wünschenswert sei, dass Menschen eigennützig handeln.
- In der Psychologie einen Wesenszug des übersteigerten individualistischen Charakters, der in Einheit mit Eigenschaften betonter Ichhaftigkeit und Selbstbezogenheit gekennzeichnet ist und durch gesteigerte Eigennützigkeit und Ausrichtung auf den persönlichen Vorteil.
Der Egoismus stellt den Gegenpol zum Altruismus dar. Er wird häufig in Bedeutung der materiellen Eigennützigkeit verstanden, bezeichnet aber im Prinzip jegliches Streben nach persönlichen Vorteilen mit zugleich unangemesser Benachteiligung anderer und die Ausnutzung persönlicher Vorteile zuungunsten gemeinschaftlicher Interessen, z.B. im Karrierismus. Egoismus ist mit verschiedenen affinen Eigenschaften wie Rücksichtslosigkeit oder Gleichgültigkeit verbunden.
Unter Egoismus versteht man auch die Übersteigerung des natürlichen Selbsterhaltungstriebes.
Die Egozentrik beschreibt die Weltsicht, das eigene Ich in den Mittelpunkt zu stellen, ichbezogen zu empfinden und gegebenenfalls dann auch diesbezüglich zu handeln.
Zitat
- O Karl, / Wie arm bist du, wie bettelarm geworden, / Seitdem du niemand liebst als dich! - Friedrich Schiller (Don Carlos)
- Ein Egoist ist ein unfeiner Mensch, der für sich mehr Interesse hat als für mich. - Ambrose Bierce
Weblinks
"Egoismus" von John Beverley Robinson
