Gemeinnutz

Gemeinnutz ist ein Nutzen für alle - fast immer in der Gegeneinandersetzung zum "Eigennutz", dem (selbstsüchtig gesuchten) Nutzen nur für sich selbst: "Gemeinutz geht vor Eigennutz". Problematisch ist, dass dieser Satz auch im Parteiprogramm der NSDAP stand und die Aufopferung des Einzelnen für Volk und Vaterland oder die Unterscheidung von gutem, schaffendem, und schlechtem, raffenden Kapital meinte.

Im Grundgesetz heißt es: "Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen."

In einer modernen Demokratie wird über den Ausgleich von Interessen Einzelner, den Interessen von Interessengruppen, und denen des Staates verhandelt (Pluralismus).

Umgangssprachlich (und stark veraltend) heftet sich das Wort an die alte Bedeutung von "gemein" (gemeinsam). Volkswirtschaftlich wird der Gemeinnutz unter dem Konzept der "öffentlichen Güter" behandelt (wie z. B. eine öffentliche Straße im Gegensatz z. B. zu einem Privatweg).

Adam Smith äußerte einmal: "Alle, die jemals vorgaben, ihre Geschäfte würden dem Wohl der Allgemeinheit dienen, haben meines Wissens noch nie etwas Gutes getan". Er ließ allerdings offen, was mit den Übrigen ist.

Siehe auch

See also: Gemeinnutz, Adam Smith, Gemein, Grundgesetz, Individualismus, Kollektivismus, NSDAP, Nutzen, Pluralismus, Sozial