Einer wird gewinnen

Einer wird gewinnen war eine Samstagabend-Unterhaltungssendung des Hessischen Rundfunks, die von Hans-Joachim Kulenkampff präsentiert wurde.

Inhaltsverzeichnis

Idee

Der Name "Einer wird gewinnen" wurde im Hinblick auf seine Abkürzung EWG gewählt, die auch für Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (heute ein Teil der Europäische Union) stand und somit an den europäischen Gedanken erinnern sollte.

Spielverlauf

Es handelte sich um eine Quizsendung mit acht Kandidaten, die immer paarweise gegeneinander antraten. Dabei gab es drei Spiele, von denen zwei nicht nur aus bloßen Fragen bestanden, sondern mit aufwendigen Aufbauten verbunden waren. Beispielsweise wurden Ausschnitte aus Theateraufführungen gezeigt oder nachgebildete Baudenkmäler aufgestellt, bei denen etwas zuzuordnen war. Beliebt war auch die Frage, aus welchem Jahrhundert etwas stammt. Der unterlegene Kandidat einer Runde schied mit einen Trostpreis (zeitweise ein kleiner Goldbarren) aus. Bei Punktegleichstand entschied ein Schaumstoffwürfel.

In der letzten Runde mußten die beiden verbliebenen Kandidaten nacheinander auf einem Podest Platz nehmen und drei Fragen zum aktuellen Weltgeschehen beantworten. Bei Gleichstand gab es eine Stichfrage.

Kandidaten

Die Kandidaten kamen aus acht verschiedenen europäischen Ländern, die nicht Mitglied der EWG sein mussten. Dabei suchte man im Falle der nicht-deutschsprachigen Länder gewöhnlich in den Hauptstädten nach Personen mit ausreichenden Sprachkenntnissen - im Gegensatz zu vielen anderen Shows gab es keinen Bewerbungsaufruf in der Sendung. Für Problemfälle stand in der Sendung stets ein persönlicher Dolmetscher zur Verfügung, der aber gewöhnlich nicht in Erscheinung trat, was auch dem Geschick Kulenkampffs zu verdanken war.

Musik

Selbstverständlich gab es zwischen den Spielen auch Musikeinlagen, wobei stets bekannte Künster zu Gast waren.

Besonderheiten

Die bekannteste Eigenschaft von "Einer wird gewinnen" war ihre Überlänge: Kulenkampff überzog regelmäßig die Sendung um wenigstens 30 Minuten, wobei anfänglich der Hessische Rundfunk dafür noch Sendeminuten für seinen Anteil am ARD-Programm gutgeschrieben bekam.

Am Anfang jeder Sendung begeisterte Kulenkampff das Publikum mit einem etwa fünfminütigen Monolog über aktuelle Dinge, die meist auch Bezug auf die Stadt nahmen, in der die Sendung gerade zu Gast war.

In einem Einspielfilm trat Kulenkampff stets als Schauspieler auf.

Jede Sendung endete mit einen Butler, der Kulenkampf Mantel, Schal und Hut reichte, und dabei auf die Frage, wie es heute gewesen sei, negative Dinge sagte. Bei diesem Butler handelte es sich ursprünglich um Martin Jente, den Produzenten der Sendung. 1979 befand er sich schon im Ruhestand, schließlich musste er es aus Altergründen aufgeben, so dass man die Szene wegließ.

Laufzeit

Einer wird gewinnen lief vom 25. Januar 1964 bis 1968 und dann noch einmal von 1979 bis 1987, insgesamt waren es 82 Folgen.

1998 kam es zu einer Neuauflage mit Jörg Kachelmann, die aber nach 3 Folgen wieder eingestellt wurde. Kurz darauf erlebten Quiz-Sendungen einen Boom, ausgelöst durch " Wer wird Millionär?".

See also: Einer wird gewinnen, Europäische Union, Europäische Wirtschaftsgemeinschaft, Hans-Joachim Kulenkampff, Jörg Kachelmann, Wer wird Millionär?, Martin Jente