Einhorn

Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Einhorn als Fabeltier. Andere Bedeutungen siehe Einhorn (Begriffsklärung).


Das Einhorn (aɪ̯nhoːrn) ist ein pferdeähnliches Fabeltier mit einem Horn auf der Stirn. Es gilt als das edelste aller Fabeltiere.

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Einhornstatue in Kerry, Irland
Inhaltsverzeichnis

Übersetzungen

Aussehen

thumb|none|Ein vergoldeter Einhornkopf über dem Eingang der Einhorn-Apotheke in Trier
thumb|none|Seitenansicht
thumb|none|Medaille „Unschuld und Einhorn in mondbeschienener Landschaft“ von Pisanello, 1447
thumb|none|„Jungfrau mit dem Einhorn“, Frankreich, 15. Jh.

Das Einhorn ist ein Fabeltier, das einem Pferd ähnelt, jedoch ein Horn auf der Stirn trägt und etwas schmaler und leichter gebaut sein soll. Die Farbe des Fells wird unterschiedlich beschrieben. Mal heißt es, dass das Einhorn reinweiß ist, dann dass es alle Schattierungen von weiß haben kann und mal, dass es alle Farben haben kann. Es soll auch Einhörner mit Flügeln, ähnlich einem Pegasus, geben. Das Horn selbst soll aus der Stirn des Tieres entspringen, weiß sein und bis zu einem halben Meter lang sein. Es gibt sowohl männliche als auch weibliche Einhörner. Die korrekte Bezeichnung lautet dann: Einhornhengst bzw. Einhornstute.

Das Horn

Das Horn macht das Einhorn zum Einhorn. Mit ihm soll es gegen seine Feinde (u.a. Drachen) kämpfen, heilen können und sogar Tote wieder lebendig werden lassen können. Da das Horn als sehr vielseitiges Heilmittel galt, wurden in vielen Städten Apotheken danach Einhorn-Apotheke benannt. Das Horn soll schneckenartig gedreht sein und vorne spitz zulaufen. Bis jetzt gab es keinen Beweis für die Existenz von solchen Hörnern, auch wenn es diverse Ausstellungsobjekte gibt (z. B. im Wiener Kronschatz). Es handelt sich meist um Narwal-Zähne oder kunstvolle Keramiken. Allerdings gibt es Menschen, die davon überzeugt sind, ein solches Horn zu besitzen.

Lebensraum

Jedes Einhorn soll, die meiste Zeit, für sich alleine in einem Wald leben. Diesen Wald soll es beschützen und behüten. Es heißt, dass in einem Einhornwald die Pflanzen und die Tiere größer und gesünder sind, als in einem normalem Wald. In diesem Wald muss es angeblich einen kleinen See geben, in dem sich das Einhorn spiegeln können muss, da Einhörner, so sagt man, etwas eitel sind. Selten ist die Behauptung, dass es auch Wassereinhörner gibt, die angeblich in den Tiefen der Ozeane leben.

Es gibt auch Einhörner, die in Höhlen gelebt haben sollen, eine wurde nach ihnen benannt (http://www.einhornhoehle.de/). Allerdings lässt sich aus den dort gefundenen "Einhornknochen" nur ein Einhorn zusammensetzen, das es wahrscheinlich schwer gehabt hat, sich fortzubewegen.

Das Leben eines Einhorns

Die Geburt eines Einhorns soll ein sehr seltenes Ereignis sein. Bei seiner Geburt soll ein Einhorn noch kein oder nur ein sehr kleines Horn haben. Es soll erst im Laufe seines Lebens wachsen. Nach einer sehr langen Lernphase verlässt es irgendwann den Wald seiner Mutter und sucht sich einen eigenen Wald. Dort soll es angeblich die ganze Zeit leben, mit Ausnahme von wenigen Treffen mit anderen Einhörnern. Nur äußerst selten soll es den Wald aus anderen Gründen verlassen. Es ist strittig, ob Einhörner ewig leben oder nur sehr, sehr alt werden und irgendwann aufhören physisch zu existieren.

Einhörner und Menschen

Einhörner sollen gegenüber Menschen sehr scheu sein. Dies soll daher kommen, dass es Menschen geben soll, die Jagd auf Einhörner aufgrund ihres kostbaren Horns machen sollen. Es wird auch berichtet, dass nur Menschen, die an Einhörner glauben, sie auch erkennen können. Alle anderen sollen nur ein Pferd sehen.

Einhörner und Jungfrauen

Es wird berichtet, dass Einhörner großes Vertrauen in Jungfrauen haben. So zeigen sie sich angeblich einer Jungfrau, wenn diese am Rande des Einhornwalds sitzen, legen ihren Kopf in den Schoß der Jungfrau und schlafen ein.

In vielen Darstellungen von der Jagd auf Einhörner wird diese Vertrautheit genutzt, um diese Fabeltiere zu fangen. Eine Jungfrau wartet auf das Einhorn. Ist es eingeschlafen, treten die Jäger aus den Verstecken hervor.

Einhörner in der Kunst

In der Kunst wird das Einhorn oft benutzt, um Jungfräulichkeit darzustellen. Im Mittelalter war das Einhorn deshalb das Zeichen für die Jungfrau Maria. Man findet es auf der Brosche des Bildes von Stefan Lochner, Madonna im Rosenhag, um 1450 Wallraf-Richartz-Museum, Köln. Ein sehr bekannte Darstellung eines Einhorns gibt es im Museum für Mittelalter (fr. Musée national du Moyen Âge) in Paris zu sehen, im Hôtel de Cluny. Eine Reihe von sechs Wandteppichen, die jeweils die fünf Sinne darstellen, und einen sechsten Teppich, der alle fünf Sinne in sich vereint. Die Wandteppiche wurden für Jaen Le Viste von Lyon gefertigt und tragen somit auch sein Wappen. Kopien der Teppiche werden in vielen Filmen als Hintergrundkulisse verwendet. Bekanntestes Beispiel der Gryffindor-Aufenthaltsraum in den Harry-Potter-Filmen.

Literatur, Musik und Film

Zudem tritt ein Einhorn im Märchen Das tapfere Schneiderlein der Brüder Grimm auf. Es wird jedoch hier als böse dargestellt und durch eine List gefangen, als es in blinder Wut auf den Schneider zurennt und sein Horn in einen Baum rammt. Aus dieser Situation gibt es keine Möglichkeit mehr für das Einhorn, zu entfliehen.

Literatur

Probst, Ernst: Monstern auf der Spur. Wie die Sagen über Drachen, Riesen und Einhörner entstanden, Mainz-Kostheim 2001

Weblinks

See also: Einhorn, America (Band), Apotheke, Ausnahme, Beweis, Bezeichnung, Brüder Grimm, Das letzte Einhorn, Drache (Mythologie), Einhorn (Begriffsklärung)