Einkaufszentrum
thumb|Einkaufszentrum Breuningerland, bei Ludwigsburg (Württemberg) Ein Einkaufszentrum ist eine Konzentration von Einzelshandelsgeschäften und Dienstleistern unterschiedlicher Branchen und gegebenenfalls anderen Angeboten wie Fitnesszentren oder Kinos. In der Stadtgeographie definiert man ein Einkaufszentrum als "überwiegend als Einheit geplante, errichtete und verwaltete Agglomeration von Einzelhandels- und Dienstleistungsbetrieben", wodurch sich eine Abgrenzung zu den "wilden" Einkaufsparks ohne Center-Management ergibt. Als Vorreiter moderner, komplexer Shopping-Center, gilt der 1938 in die USA emigrierte österreichische Architekt Victor Gruen, der mit dem 1956 eröffneten Southdale Center bei Minneapolis das weltweit erste, in einem Gebäude integrierten, Einkaufszentrum plante.
Es wird oft der englische Ausdruck Shopping Center oder Shopping-Mall verwendet. Einkaufszentren über 100.000 qm werden auch Megamall (siehe unten) genannt. Einfache Einkaufszentren wurden in den USA bereits seit den 1930er Jahren entwickelt und errichtet; doch erst in den 50ern entstanden mit der Northgate Mall in Seattle und dem Southdale Center bei Mineeapolis die ersten Einkaufszentren wie man sie heute kennt. In den USA bestehen heute 43.000 Shopping-Center mit einem Anteil von 55 % am gesamten Einzelhandelsumsatz. Die Einkaufszentren sollten dort ein innerstädtisches, europäisches Ambiente simulieren, da in den USA - anders als in Europa - die Geschäfte sich nicht zentral im Ortsmittelpunkt, sondern verstreut entlang der Ausfallstraßen (Strip) befanden.
Es können im Wesentlichen drei Arten von Einkaufszentren unterschieden werden:
- Einkaufszentren im Zentrum von Städten
- Einkaufszentren in der Peripherie von Siedlungen oder Ballungsgebieten
- Einkaufszentren als Passagen innerhalb eines bestehenden städtischen Gefüges, oft in Form eines Umbaus des Erdgeschosses.
[[Bild:Gesundbrunnenpanorama.jpg|350px|thumb|Gesundbrunnen-Center in ]]
Klassischerweise werden Einkaufszentren von einem Betreiber, oder auch einem Konsortium, am Rand von Ballungsräumen oder überhaupt auf der grünen Wiese errichtet. Seit den Achtzigerjahren werden zunehmend Einkaufszentren in den Innenstädten geplant und errichtet. Diese Entwicklung hat sich spätestens seit den späten Neunzigerjahren rapide beschleunigt. Seit einigen Jahren ist durch eine immer größer werdende Dichte von räumlich nahe beieinander gelegenen Einkaufszentren bei gleichzeitigem Kaufkraftverlust der Konsumenten ein Verdrängungswettbewerb zu beobachten. Die möglichen Folgen für den Einzelhandel sind noch nicht abzusehen.
Die einzelnen Geschäfte sind eingemietet, wobei die Miete oft aus einer Umsatzbeteiligung besteht. Sie können eine gemeinsame Infrastruktur benutzen. Ein großer Vorteil sind meist die großzügig gebotenen Parkflächen. Auch die Werbung wird oft gemeinsam durchgeführt. Dafür müssen sich die Geschäfte an die Regeln der Betreiber, z. B. bezüglich der Öffnungszeiten oder gemeinsamer Rabattaktionen, halten. Das erste Einkaufszentrum Deutschlands war das Main-Taunus-Zentrum in Sulzbach bei Frankfurt am Main, das 1964 seine Toren öffnete.
Die Größe der Einkaufszentren richtet sich nach den Einzugsgebieten der Käufer und kann von einigen Geschäften bis zu hunderten reichen. Bei größeren Zentren ist oft noch ein Unterhaltungszentrum angeschlossen, wie Kinos oder Gastronomiebetriebe. Das Motto lautet: Alles unter einem Dach. Man ist witterungsunabhängig und will so ein Einkaufserlebnis vermitteln.
Um den Titel "Größtes Einkaufszentrum in Europa" streiten sich zur Zeit die Shopping City Süd im Süden Wiens in Vösendorf und das CentrO in Oberhausen. Je nach Betrachtungsweise (Anzahl der Geschäfte und Parkmöglichkeiten, Grundfläche usw.) gebührt der Titel mal dem einen oder dem anderen Zentrum. Andererseits gilt das NordWestZentrum in Frankfurt am Main seit einer im Herbst 2004 abgeschlossenen Erweiterung als das größte Einkaufszentrum in Deutschland, zuvor wurde dieses Attribut vom Ruhr-Park Einkaufszentrum in Bochum in Anspruch genommen.
Kritik kommt von der gewachsenen Geschäftswelt in den Innenstädten bzw. von den Nachbarstädten von großen Einkaufszentren, da die Einkaufszentren Kaufkraft, Beschäftigung und Gewerbesteuereinnahmen aus umliegenden Städten abziehen. Beispielsweise versuchen aktuell mehrere Städte (u.a. Essen) mit juristischen Mittel zu verhindern, daß eine von der Stadt Oberhausen erteilte Baugenehmigung für eine Erweiterung des in Oberhausen befindlichen Einkaufszentrums CentrO wirksam wird, da die klagenden Städte u.a. Kaufkraftabflüsse nach Oberhausen befürchten (Anf. Juni 2005 wurde diese Klage in erster Instanz abgewiesen).
Vor allem die Parkprobleme in den Städten treiben viele Käufer in die Einkaufszentren. Letztendlich führt dies zur Verödung bisheriger Stadtzentren. Aber die umliegenden Kommunen leiden oftmals unter der Verkehrslast. Die Einnahmen bleiben aber meist nur in einer der Gemeinden. In den Einkaufszentren gehen nicht selten Geschäfte in Insolvenz. Dies wird durch den verstärkten Wettbewerb und hohe Mieten begünstigt. Dem entgegen zu wirken, gibt es Bestrebungen Einkauszentren auf der grünen Wiese flächenmäßig oder branchenmäßig durch entsprechende Widmungen in den Raumordnungsplänen zu beschränken.
Es gibt auch Einkaufszentren im Niemandsland zwischen zwei Ländern, die umsatzsteuerfrei oder taxfree verkaufen können. Eines der größten Einkauszentren dieser Art ist die Excalibur-City bei Kleinhaugsdorf zwischen Österreich und Tschechien.
Eine Sonderform dieser Einkaufszentren sind die von Großbritannien kommenden Factory-Outlet-Center. In diesen Zentren haben vor allem die Hersteller der Modebranche Geschäfte, die verbilligt Lagerware der letzten Saison verkaufen. Eine weitere Form der sogenannten Einkaufszentren sind die mittlerweile häufig vorkommenden Shopping-Portale, in denen man virtuell viele Waren unter einem Dach erwerben kann.
Als Weiterentwicklung gelten die Urban Entertainment Center.
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Megamall
Als Megamall (engl. für Mega-Einkaufszentrum bezeichnet man ein sehr großes Einkaufszentrum. Meist haben Megamalls mehr als 100.000 m² Verkaufsfläche bzw. mehr als 150 Geschäfte.
Europa
In Europa gibt es nur sehr wenige Megamalls, die meisten von ihnen befinden sich in Großbritannien (Bluewater) oder Deutschland (CentrO, Main-Taunus-Zentrum). Auch in Wien (Österreich) befindet sich mit der Shopping City Süd eines der größten Einkaufszentren in Europa. Ein neuer Boom von sogenannten Megamalls kann in Osteuropa beobachtet werden, so z.B. in Polen (Galaxy) oder in der Ukraine (Olympic Plaza).
Nordamerika
In Kanada und in den USA gibt es viele Megamalls. Manche Malls haben eine Verkaufsfläche von mehr als 300.000 m². Die bekanntesten Megamalls in Nordamerika sind die West Edmonton Mall in Edmonton, sowie die Mall of America in Minneapolis.
Asien
Auch in Asien werden immer mehr Megamalls gebaut, so zum Beispiel in der Volksrepublik China (Nextage) oder auf den Philippinen (SM Megamall).
Asien/Mittlerer Osten
In Dubai werden derzeit die größten Megamalls der Welt aus dem Boden gestampft, darunter die Dubai Mall, Mall of Arabia, Mall of the Emirates oder das Dubai Design Center. Mit der Mall of Arabia und der Dubai Mall werden sogar Verkaufsflächen jenseits der 1.000.000 m² gebaut. Aber auch bereits bestehende Malls in Dubai gehören zu den größten Einkaufszentren der Welt.
Beispiele einiger großen deutschen Einkaufszentren
- CentrO in Oberhausen
- NordWestZentrum in Frankfurt am Main
- Main-Taunus-Zentrum in Sulzbach
- RheinRuhrZentrum in Mülheim an der Ruhr
- Ruhr-Park Einkaufszentrum in Bochum
Beispiele einiger großer Einkaufszentren weltweit
- Ala Moana Center in Honolulu
- Bluewater in Kent
- CentrO in Oberhausen
- Galaxy in Stettin
- Mall of America in der Nähe von Minneapolis
- Mall of Arabia in Dubai (geplant für 2006)
- MetroCentre in Gateshead
- Multi Casa in Duisburg (geplant für 2007)
- Opry Mills Shopping Mall in Nashville
- PATH Walkway in Toronto
- Shopping City Süd in Wien
- Toronto Underground in Toronto
- West Edmonton Mall in Edmonton
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