Zeitfahren
thumb|300px|Rampe für das Einzelzeitfahren bei der Tour de France
Das Zeitfahren ist eine Disziplin des Radsports, bei denen einzelne Fahrer oder ein Team eine bestimmte Strecke zurücklegen müssen. Dabei wird die Zeit gestoppt. Im Straßen-Radsport gibt es Einzelzeitfahren, Zweier-Mannschaftszeitfahren und Teamzeitfahren. Im Bahn-Radsport gibt es Zeitfahren über verschiedene Distanzen.
Zeitfahren bilden seit langem einen zentralen Bestandteil der großen Etappenrennen. Bei der Tour de France wurde erstmals 1934 ein Einzelzeitfahren und 1935 ein Mannschaftszeitfahren ausgetragen. Heute sind neben einem als Prolog bezeichneten kurzen Einzelzeitfahren zu Beginn der Rundfahrt zwei lange Einzelzeitfahren während der Tour üblich. Seit wenigen Jahren wird auch wieder ein Mannschaftszeitfahren ausgetragen, bei dem die Teams oft im so genannten Belgischen Kreisel fahren.
Seit 1995 findet ein Einzelzeitfahren bei der Straßenrad-Weltmeisterschaft statt. Zuvor galt der prestigträchtige GP des Nations als inoffizielle Zeitfahr-Weltmeisterschaft. Bei den Olympischen Spielen wurde von 1960 bis 1992 ein 100-km-Mannschafts-Zeitfahren ausgetragen, welches 1996 nach der Zulassung von Profis durch ein Einzelzeitfahren ersetzt wurde.
Der Stunden-Weltrekord wird anhand eines Einzelzeitfahrens auf der Bahn ermittelt.
Bekannte Zeitfahrer
Fast alle Sieger der Tour de France waren hervorragende Zeitfahrer. Besonders dominant in der Disziplin gegen die Uhr waren aber Monsieur Chrono Jacques Anquetil, der Kannibale Eddy Merckx oder der Spanier Miguel Indurain sowie in den letzten Jahren Lance Armstrong und Jan Ullrich. Weitere Spezialisten im Zeifahren konnten hingegen nie eine grössere Rundfahrt für sich gewinnen. So zum Beispiel der Engländer Chris Boardman oder der Deutsche Uwe Peschel. Üblicherweise sind große, schwere Fahrer im Vorteil, da sie über eine hohe Maximalleistung verfügen. Anders als am Berg hat beim Zeitfahren das Gesamtgewicht nur einen kleinen Einfluss auf die Geschwindigkeit. Wichtiger ist es, den Luftwiderstand zu überwinden, der sich zwischen leichten Fahrern (mit geringerer absoluter Leistung) und schweren Fahrern nur geringfügig unterscheidet.
